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Berlin bekommt 29-Euro-Ticket

Zwischenzeitlich stand die Einigung im VBB-Aufsichtsrat auf der Kippe, doch nun ist klar: Berlin bekommt von Oktober bis Dezember ein 29-Euro-Ticket. Brandenburg wird sich jedoch nicht beteiligen.

Der Aufsichtsrat des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) hat heute (Donnerstag, 15. September) grünes Licht für die Berliner Regelung gegeben, ein 29-Euro-Ticket als übergangsweise Nachfolge des 9-Euro-Tickets einzuführen. Zuvor drohte der Entschluss am Veto des Landrats von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), zu scheitern. Dieser hatte die Rechtmäßigkeit der heutigen VBB-Dringlichkeitssitzung angezweifelt, da ihm die entsprechenden Unterlagen zu spät zugestellt worden seien. Mit der Zusage, Brandenburg werde durch das Berliner Projekt keine Mehrkosten erwarten, gab dieser seine Blockade jedoch auf.

Laut VBB werde nun mit „Hochdruck“ daran arbeiten, operative Fragen von Vertrieb und Abonnement-Verwaltung zu klären. Wie zuvor beim 9-Euro-Ticket sollen Bestandskunden mit VBB-Abos für den Gültigkeitsbereich Berlin AB automatisch berücksichtigt werden und derzeit nicht selbst tätig werden. In Kürze sollen Fahrgäste weitere Informationen erhalten, erklärt der VBB in einer Pressemitteilung. Durch die Kurzfristigkeit der Sitzungseinladung hätten die Form- und Fristvorgaben nicht eingehalten werden können, informiert der VBB weiter. Der formelle Beschluss werde nun im Nachgang erfolgen.

Angebot gilt nur für Tarifbereiche A und B

Das in die Wege geleitete 29-Euro-Ticket gilt von Oktober bis Dezember nur im Tarifgebiet AB und soll die Zeit bis zu einer bundesweiten Neuregelung für das frühere 9-Euro-Ticket überbrücken. Laut Plan sollen Inhaber eines AB-Abonnements vom Angebot profitieren. Dies gilt auch für Neukunden ab Oktober; diese erhalten zum 31. Dezember ein Sonderkündigungsrecht. Ein monatlicher kauf des 29-Euro-Tickets ist nicht vorgesehen.

Das finale Vorgehen bei ABC-Abonnements ist derzeit (Donnerstag, 15. September) noch unklar. Zunächst hatte der Tagesspiegel vorübergehend berichtet, das Land Berlin übernehme hier die Brandenburger Einnahmeausfälle, was auf einen monatliche Abonnementkosten von 50,- Euro hinausgelaufen wäre. Dagegen gehen ABC-Abonnenten laut RBB leer aus.

Kosten in Millionenhöhe für Berlin

Laut RBB-Informationen wird das Vorhaben den Berliner Haushalt mit etwa 105 Millionen Euro belasten. Der Senat sieht das 29-Euro-Ticket als Teil eines Entlastungspaket zur Minderung der allgemeinen Preissteigerungen. Das Projekt wurde bis zur bundesweiten Einführung eines umfassenden Nahverkehrstickets als Übergangslösung entworfen. Die Ampelkoalition will hierfür 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Allerdings sollen sich die Bundesländer mindestens in gleicher Höhe beteiligen. Angestrebt wird ein Preiskorridor zwischen 49 und 69 Euro pro Monat. ph

Bild: Redaktion