Der 1. Mai auf dem „Fest für Demokratie und Vielfalt“ im August-Mattausch-Park
Bei schönstem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen war das diesjährige Demokratiefest gut besucht. Veranstaltet wurde es von den Grünen, der Linken und der SPD aus Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf gemeinsam mit zahlreichen Vereinen und Initiativen aus der Region.
„Menschen müssen konkret erfahren können, es geht anders“, Gesine Schwan
Bereits kurz nach zehn Uhr starteten die ersten Gesprächsrunden unter einem der Pavillons. Auf weißen Papphockern hatte sich ein interessierter Kreis von Besuchern um die Politikerin Gesine Schwan zum Thema „Demokratie von Ort“ versammelt. Die mittlerweile 82-jährige ehemalige Präsidentin der Viadrina, die zweimal für das Bundespräsidentenamt kandidierte, engagiert sich noch immer für lokale Demokratie. An diesem Morgen berichtete sie über ihre Erfahrung mit lokalen Entwicklungsräten, die sie mit initiiert hat. Demokratie auf lokaler Ebene könne gut funktionieren, wenn alle wichtigen Interessensgruppen gemeinsam mit der örtlichen Politik und Verwaltung Ideen entwickelten. Gesine Schwan, die diese Diskussionen moderiert und begleitet, ist von dieser Form der Basisdemokratie überzeugt. Mit inklusiver Politik komme man letztlich zu konstruktiven, einhelligen Ergebnissen, die man als Empfehlung an die jeweilige Stadtverordnetenversammlung weiterleite, erläuterte Gesine Schwan die Arbeitsweise der Entwicklungsräte. Voraussetzung dafür sei innerhalb der Diskussionen ein wertschätzendes Verhalten den anderen Teilnehmern gegenüber, und die Verpflichtung den individuellen Standpunkt auch sachlich zu begründen. Es sei unerlässlich dabei auch Vertreter der AfD mit einzubinden und sich mit deren Argumenten auseinanderzusetzen.

An einem anderen Pavillon konnten sich die Besucher über das Thema Wasser informieren. Weitere Gesprächsrunden beschäftigten sich mit Fragen der lokalen Energieversorgung, der Vermögenssteuer, der Wehrpflicht, Wohnen und einer gerechteren Bezahlung der Frauen.
Musikalisch untermalt war das Fest neben Kabarett vom Jugendblasorchester der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark, der Duke Brass Band, und der Showtanzgruppe Kurrat. Für den kleinen und großen Hunger war von süß bis deftig für jeden etwas dabei.

An den aufgebauten Ständen präsentierten die „Omas gegen Rechts“, der Verein Teltow ohne Grenzen, das Energiewerk TKS, das Industriemuseum, die Seniorenbeiräte aus TKS, die Heimatvereine aus Teltow und Stahnsdorf, die Willkommenshilfe TKS, die christliche Lebenshilfe, das Diakonissenhaus Teltow, die Piraten & das Repaircafé einen Überblick über ihre Arbeit. Am Stand des Städtepartnerschaftsverein „Teltow ohne Grenzen“, konnte man nicht nur Wein und Käse aus der Partnerstadt Gonfreville l’Orcher kosten, auch Gäste aus der Partnerstadt in der Normandie waren vor Ort dabei.

Das Demokratiefest bot sowohl der lokalen Politprominenz als auch den zahlreichen Ehrenamtlichen eine ideale Plattform für informelle Gespräche in lockerer Atmosphäre und den Austausch mit Anwohnern. Eine Veranstaltung, die es hoffentlich auch im kommenden Jahr wieder geben wird.
Fotos: Ute Bönnen
