Gira sponsert Technik-Koffer für die Grace-Hopper-Gesamtschule in Teltow
An der Grace-Hopper-Gesamtschule in Teltow ist ein neues Technikprojekt gestartet. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Teltower Unternehmen Elektro Müller wurden vier Schulungskoffer für moderne Gebäudetechnik offiziell übergeben. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Elektrotechnik vertraut zu machen, zeitgemäße Berufsfelder kennenzulernen und technische Zusammenhänge praxisnah zu vermitteln. Unterstützt wurde die Initiative vom Hersteller Gira, der die Schulungskoffer zur Verfügung stellte.
„Für den Technikunterreicht ist es immens wichtig, Unterrichtsinhalte entlang der Lebenswelt von Schülerinnen und Schüler zu planen“, sagt Nikolai Gregory, Lehrer für das Fach „Technik“ an der Grace-Hopper-Gesamtschule in Teltow. Entsprechend begeistert fiel seine Reaktion aus, als Andreas Müller, verantwortlich für die Fachkräftesicherung im ortsansässigen Familienunternehmen Elektro Müller, ihm vorschlug, die Themen „Smart Home“ und „Gebäudeautomation“ in den Unterricht zu integrieren. Um die Idee Wirklichkeit werden zu lassen, holte der Elektroingenieur, der bereits seit einigen Jahren mit der örtlichen Gesamtschule zusammenarbeitet, den Gebäudetechnikspezialisten und Smart-Building-Pionier Gira als Industriepartner mit ins Boot. Der international tätige Technologiemittelständler, dessen Lösungen unter anderem in der neuen Nationalgalerie und im Axel-Springer-Campus in Berlin verbaut sind, sorgte für die nötige technische Ausstattung. Diese wechselte am gestrigen Donnerstag den Besitzer, als der für die Region Berlin-Brandenburg zuständige Gira Bezirksleiter Peter Braun gemeinsam mit Vertriebsingenieur Torsten Sandebeck und Andreas Müller vier Smart-Home-Schulungskoffer im Wert von zusammen rund 20.000 Euro an den Leiter der Grace-Hoppe-Gesamtschule, Alexander Otto, und Techniklehrer Nikolai Gregory übergaben. „Im Kontext der Digitalität ist es unsere Aufgabe, bei unseren Schülerinnen und Schülern eine Kultur der Digitalität aufzubauen und zu fördern. Mit den Technik-Koffern von Gira können unsere Schülerinnen und Schüler eine gewisse Form der Selbstwirksamkeit erfahren: Sie programmieren eine digital vernetzte Smart-Home-Anwendung, nehmen sie in Betrieb und können gleich überprüfen, ob sie funktioniert. So kommen sie schnell zu Ergebnissen. Das beflügelt sie“, freut sich Schulleiter Otto über die neue Ausstattung für den Schulunterricht.
Integration in den Technikunterricht
Kernstück der Schulungskoffer ist der kompakte Smart-Home-Server Gira One. Über ihn lassen sich im heimischen Netzwerk Licht, Heizung und Jalousien, aber auch Entertainment- und Sicherheitssysteme steuern. Die Bedienung erfolgt über ebenfalls in den Koffern enthaltene Tastsensoren und Taster, aber auch per App auf Smartphone oder Tablet. Die Vernetzung der einzelnen Komponenten läuft über den weltweit am weitesten verbreiteten KNX-Standard, den über 8.000 verschiedene Produkte von rund 600 internationalen Herstellern nutzen. Einsetzen wird die Grace-Hopper-Gesamtschule die Koffer zunächst in der Elektro-AG, an der zurzeit zehn Schülerinnen und zehn Schüler der verschiedener Jahrgangsstufen teilnehmen. Ziel ist es, mit einem eigenen Vorhaben an der diesjährigen Projektwoche im Juni teilzunehmen. „Zunächst starten wir damit, dass die Schülerinnen und Schüler für eine fiktive Wohnung ein Konzept entwickeln, wie sich bestimmte gebäudetechnische Funktionen digital vernetzen und automatisieren lassen“, erklärt Andreas Müller, dessen Betrieb seit über 30 Jahren Erfahrungen in der Gebäudeautomation besitzt. „Diese Lösung werden wir anschließend am Computer programmieren und mit den neuen Schulungskoffern anfassbar simulieren.“

Die Erfahrungen aus der Elektro-AG sollen dabei helfen, das Thema ab dem kommenden Schuljahr auf Basis des Lehrplans in den Technikunterricht zu integrieren. Aufgrund ihrer modernen technischen Ausstattung und wegen ihrer innovativen didaktischen Ansätze ist die Grace-Hopper-Schule besonders geeignet, hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Techniklehrer Nikolai Gregory sieht dabei zahlreiche Berührungspunkte zu klassischen Schulfächern: „Durch den Umgang mit Smart-Home-Anwendungen lernen unsere Schülerinnen und Schüler weit mehr als nur etwas über Gebäudeautomation: Signalübertragung und Energieeffizienz etwa spielen in der Physik eine Rolle, Logikstrukturen und Datenkommunikation kommen in der Informatik vor, die systematische Adressierung und Interpretation von Dimmkurven haben Bezug zur Mathematik.“ Wichtiger sind dem engagierten Pädagogen allerdings der Praxisbezug und das praktische Tun. „Indem die Schülerinnen und Schüler den Lerngegenstand selbst entwickeln, bauen sie eine enge, vielleicht sogar emotionale Verbindung auf. Dadurch können sie das Erlernte langfristig besser abspeichern und wieder anwenden“, ist Nikolai Gregory überzeugt.
Beispiel für innovative Berufsorientierung
Andreas Müller geht sogar noch einen Schritt weiter. Ihm liegt besonders am Herzen, den Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu vermitteln, was sich im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts hinter dem Berufsbild der Elektrikerin und des Elektrikers eigentlich verbirgt. „Unsere Berufsbezeichnung wirkt ein wenig angestaubt. Sie wird der rasanten technologischen Entwicklung im Zuge der Digitalisierung nicht wirklich gerecht, und das spiegelt sich, wie ich aus vielen Veranstaltungen zur Berufsorientierung an Schulen weiß, in überholten Vorstellungen über unseren Beruf wider“, so der Elektroingenieur. Durch die Integration der Themen „Smart Home“ und „Gebäudeautomation“ in den Technikunterricht sollen nicht nur zeitgemäße und praktische Inhalte vermittelt werden, sondern Andreas Müller sieht hierin zudem die Chance, die Attraktivität von Berufen im Elektrofachhandwerk frühzeitig an potenzielle Nachwuchskräfte zu transportieren. „So sieht für mich innovative Berufsorientierung aus“, erklärt er. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir hiermit an der Grace-Hopper-Schule ein Leuchtturmprojekt etablieren, das auch überregional im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht.“
Auch Gira betrachtet die Zusammenarbeit mit Andreas Müller und der Teltower Gesamtschule als Pilotprojekt mit Vorbildcharakter. „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels haben wir natürlich ein ureigenes Interesse daran, unseren Partnern im Elektrohandwerk dabei zu helfen, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen“, unterstreicht Tobias Kleine, Leiter der Gira Akademie, aus deren Fundus die Smart-Home-Schulungskoffer stammen. „Wir sind darauf gespannt, welche Erfahrungen Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler in Teltow sammeln werden, und freuen uns darauf, dieses Projekt zu begleiten.“
Die Gira Giersiepen GmbH & Co. KG mit Sitz in Radevormwald zählt zu den führenden Komplettanbietern intelligenter Systemlösungen für die elektrotechnische und vernetzte digitale Gebäudesteuerung. Mit seinen zahlreichen Entwicklungen prägt und beeinflusst das Familienunternehmen seit seiner Gründung im Sommer 1905 die Welt der Elektroinstallation und Gebäudesteuerung. Der zukunftsträchtigen Entwicklung zu intelligent vernetzten Smartbuilding-Systemen und zur Digitalisierung von Gebäuden hat Gira als Smartbuilding-Pionier der ersten Stunde mit vielfältigen Innovationen wie etwa dem Gira HomeServer von Beginn an maßgebliche Impulse gegeben. Dabei stehen Gira Produkte und Lösungen für deutsche Ingenieurskunst, für Qualität „Made in Germany“, für nachhaltige Prozesse bei ihrer Herstellung und einen möglichst umwelt- und ressourcenschonenden Betrieb, für Perfektion in Form und Funktion – vor allem aber dafür, dass sie den Menschen das Leben ein Stück einfacher, komfortabler und sicherer machen. Nicht umsonst finden Schalter, Steuerungs-, Kommunikations- und Sicherheitssysteme von Gira heute in rund 40 Ländern Anwendung, etwa in der Hamburger Elbphilharmonie, im Olympia-Stadion in Kiew, im Stephansdom in Wien und im Banyan Tree Hotel in Shanghai. Zur Gira Gruppe gehören darüber hinaus die Tochtergesellschaft Stettler Kunststofftechnik in Burgwindheim und seit 2022 das britische Unternehmen Wandsworth in Woking sowie die Beteiligungen am Elektronikspezialisten Insta in Lüdenscheid und am Softwareunternehmen ISE in Oldenburg. Zusammen erwirtschaften damit ca. 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 370 Millionen Euro (2024).
Fotos: Dirk Pagels / Andreas Müller
