Unternehmerverband Brandenburg-Berlin e.V. (UV BB) fordert mehr Mut bei der Digitalisierung der Bildung in der Region

Der Unternehmerverband Berlin-Brandenburg bemängelt den schleppenden Ausbau der Digitalisierung von Schulen und Bildung in der Region – auf viele Worte würden nur wenige Taten folgen.

„Wenn es um Digitalisierung in Deutschland geht, werden unsere Spitzenpolitiker richtig leidenschaftlich, allerdings nur verbal“, zieht der Unternehmerverband Berlin-Brandenburg (UV BB) in einer Presseerklärung Bilanz. Dies habe sich auch beim Schulgipfel und der Kultusministerkonferenz in Berlin gezeigt: Nur blumige Worte, vage Versprechen, vollmundige Ankündigungen oder neue Wortschöpfungen wie „Handlungsstränge“ seien beschlossen worden.

„Doch die Wahrheit kommt den Worten nicht hinterher“, so der Geschäftsführer des UV BB, Steffen Heller, „es wird viel geredet, aber es führtnicht dazu, dass daraus Handlungen resultieren. Es gibt keine verbindlichen Lösungen, keine Konzepte.“ So werde seit dem Jahr 2000  über Digitalisierung in Schulen geredet, doch über gespendete Computer sei es nicht hinausgegangen. Wenn es Milliardenpakete für alte Industriemodelle gebe, hätten Kosten für Bildung und Kinder keine Rolle gespielet. Dabei seien dies Investitionen in die Zukunft.

Bleibe die Machbarbarkeit: Der Glasfaserausbau gehe zu langsam voran, Ausschreibungen, zumal europaweit und mit viel zu langen Fristen, hätten schon längst erfolgen können und müssen, seien aber erst für 2022/23 geplant, so der UV BB weiter. Es fehle an Handwerkern und Firmen, die die Aufträge umsetzen können.

Studien würden unterdessen zeigen, wo Deutschland wirklich steht: Eine Umfrage unter Eltern habe ergeben, dass nur bei jedem zehnten Schüler in Deutschland der Online-Unterricht reibungslos verlief. 50 Prozent der befragten Eltern hätten angegeben, die Schulen seien gar nicht vorbereitet gewesen, der Fernunterricht habe nur provisorisch stattgefunden.

Im „Digital Riser Report“ steet Deutschland als Absteiger da, bemängelt der UV BB. Nur Italien habe in der G-7-Gruppe noch schlechter abgeschnitten. Frankreich habe sich deutlich verbessern können und liege in der digitalen Kompetenz jetzt vor Japan und Kanada auf Platz 1. „Das ist ein Trauerspiel. Als technologieoffene Industrienation müsste Deutschland nach vorne rutschen, so wie Frankreich. Stattdessen rutschen wir um 52 Plätze nach hinten“, bilanziert der Verband kritisch.

„Demografisch gesehen sind wir eine gesättigte, zugespitzt: eine dekadente Gesellschaft. Besser nichts ändern, das ist die Haltung von vielen. Für die technologische Transformation, durch die wir als Nation gerade gehen, ist das tödlich. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es das Normale nicht mehr gibt. Es gibt nur die dauerhafte Veränderung. Und nur wer diese ohne Angst, mit Zuversicht und Mut anpackt, der wird vermutlich weiterhin ein gutes Leben haben“, so der UV BB abschließend. PM

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