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Kleinmachnow – Mehr Schutz für den Bannwald und Naturgärten durch Benjeshecken

In einem Workshop der VHS am 18. April beteiligten sich Wald- und Gartenliebhaber in Kooperation mit der Gemeinde und dem „Blühteam TKS“ aktiv an der Umsetzung von Schutzmaßnahmen für den Bannwald.

Ein kleiner Kreis von Naturinteressierten traf sich in der Volkshochschule, um zunächst bei einem informativen Vortrag und wertvollen Tipps mehr über die Funktion von Benjeshecken u. a. für einen widerstandsfähigeren Waldboden zu erfahren. Im anschließenden Praxisteil setzten die Teilnehmenden das Gelernte direkt um: Hinter der Steinwegschule errichteten sie quer auf einem bislang genutzten Trampelpfad eine Barriere durch Totholz. Auch wenn Spaziergänger schon gelegentlich einen Wall aus aufgeschichteten Ästen und Zweigen gesehen haben, ist der Name und die ökologische Funktion dieser Naturhecken bisher noch wenig bekannt.

In den 80er Jahren entwickelten Hermann und Heinrich Benjes diese Heckenart um die Biodiversität an Feldrändern durch Schaffung neuer Lebensräume zu verbessern und gleichzeitig Erosionen durch Wind und Trockenheit vorzubeugen. Benjeshecken bieten Schutz und Lebensräume für Igel, Vögel und Insekten und begrünen sich mit der Zeit von alleine.

Der Bannwald ist das grüne Juwel von Kleinmachnow und durchzieht mit einer Fläche von 27,8 Hektar die Gemeinde. Doch der Waldgürtel steht mittlerweile stark unter Druck. Zusätzlich zu dem Hauptweg verdichten zahlreiche, kreuz und quer verlaufende Trampelpfade den Waldboden in erheblichem Maße. Mit gleichzeitig zunehmender Trockenheit und Hitzeperioden droht der Bannwald seine Funktion als grüne Lunge zu verlieren. Die Gemeinde hatte deshalb 2022 mit dem „Centre for Econics and Ecosystem Management“ (CEEM) der Universität für nachhaltige Entwicklung Eberswalde das Pilotprojekt „Zukunftsfähiger Gemeindewald“ initiiert um mögliche Strategien zur Erhaltung dieses Waldökosystem zu untersuchen.  Eines der Ergebnisse: Auch der Waldboden im Bannwald benötigt stille Bereiche damit die Speicherfähigkeit des Waldbodens nicht weiter verloren geht und sich eine Humusschicht bilden kann.

Das Ergebnis dieses Workshops an diesem sonnigen Samstagnachmittag bestand nicht nur aus einer Benjeshecke für mehr Resilienzim Bannwald. Den Teilnehmern wurde auch bewusst, wie wenig Mühe es bedarf um diese Art des Heckenbaus als Umweltschutzmaßnahme im eigenen Garten umzusetzen und sich dadurch eine kostspielige Entsorgung von Gehölzschnitt, oder Häckseln zu ersparen. Der sonnige Nachmittag endete für die Teilnehmer mit dem ermutigenden Gefühl, dass auch der Einzelne seinen Beitrag zum Naturschutz leisten kann.

Fotos: Ute Bönnen