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Gedenkspaziergang zur ehemaligen Deutschlandhalle in Ludwigsfelde

Der Arbeitskreis „Zwangsarbeit gedenken Ludwigsfelde“ lud am 7. Juni unter dem Motto „Vergessen ist eine Entscheidung“ zu einem Gedenkspaziergang zur ehemaligen Halle 24 am Birkengrund ein. Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Stadtverordnete der Parteien „Die Linke” und „Familie und Sport in LU” nutzten die Gelegenheit, um sich ein eigenes Bild von diesem geschichtsträchtigen Ort zu machen.

Recherchen zufolge waren ab 1944 rund 1.100 Frauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück als Zwangsarbeiterinnen in der ehemaligen Montagehalle der Daimler-Benz Motoren GmbH in Ludwigsfelde tätig. Das Fundament und der Keller der als Deutschlandhalle bekannten Montagehalle 24 sind gegenwärtig noch vorhanden. Anfang dieses Jahres soll ein Projektentwickler aus Hamburg das im Bebauungsplan vom 25. März 2025 als Gewerbegebiet ausgewiesene Gelände von einer bundeseigenen GmbH erworben haben. Da eine Überbauung im Bebauungsplan nicht ausgeschlossen ist und eine Pflicht zur Zugänglichmachung nicht vorgeschrieben scheint, setzt sich der Arbeitskreis für die Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Gedenkortes ein.

„Im Sinne einer lebendigen Erinnerungskultur begrüßen und unterstützen wir ausdrücklich die Initiative des Arbeitskreises, an dieser geschichtsträchtigen Stelle einen für die Allgemeinheit zugänglichen Ort des Erinnerns zu schaffen. Wir tragen gemeinsam Verantwortung dafür, Geschichte nicht zu verdrängen, sondern sie bewusst im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.“, so Niels Laag, Vorsitzender der Fraktion Familie und Sport in LU.

Nach dem Abriss der letzten verbliebenen Baracke des Konzentrationsaußenlagers am Rathausplatz gehören die Keller und Fundamente der ehemaligen Deutschlandhalle, in der die Endmontage von Flugzeugmotoren erfolgte, zu den letzten baulichen Zeugnissen der Daimler-Benz Motoren GmbH am ehemaligen Rüstungsstandort Ludwigsfelde.

Fotos: Fraktion Familie und Sport in LU