Landwirtschaft: Entspannung durch Niederschläge

Die Trockenheit im Mai und Juni hat zunächst für negative Ernteprognosen gesorgt – die jüngsten Niederschläge lassen die Landwirte jedoch aufatmen. Mancherorts bereiten die Wassermassen allerdings Probleme.

Am Mittwoch hat der Deutsche Bauernverband seine Ernteprognose für 2021 präsentiert. Das Fazit: Entwarnung nach schlimmen Befürchtungen. Vielerorts sind die Bauern sogar zufrieden mit der bevorstehenden Getreideernte. Nach den ersten heißen Tagen dieses Jahres habe sich die Lage spürbar entspannt, so DBV-Präsident Joachim Rukwied. Allerdings sei die Lage in Teilen Norddeutschlands weiter angespannt, da die Hitze dort für derart große Schäden gesorgt habe, dass mit unterdurchschnittlichen Ernten gerechnet werden müsse. Allgemein würden extreme Wetterlagen mit regionalen Unterschieden zunehmen, so Rukwied – so gebe es Trockenphasen und anschließend massiven Regen oder Hagel.

Vielerorts werde jedoch mit einer guten Ernte gerechnet, betonte der DBV-Vorsitzende. Demnach werde mit einer Getreideernte in Höhe von etwa 45,4 Millionen Tonnen gerechnet. Dies liege leicht unter dem Durchschnitt von 2015 bis 2019, als die Bauern rund 45,6 Millionen Getreide einfuhren, aber rund fünf Prozent über dem Ergebnis von 2020, als 43,2 Millionen Tonnen geerntet wurden.

Für die Herbstkulturen sei laut DBV nun der weitere Wetterverlauf in den kommenden Wochen entscheidend. Diese würden sich derzeit in einem guten Zustand präsentieren, betonte Rukwied.

Die Gesamtfläche des Getreideanbaus habe sich gegenüber 2020 nur wenig geändert, im Gegensatz zu seiner Zusammensetzung: Die Fläche mit Sommerweizen umfasse 2021 rund 36 Prozent weniger, und Sommergerste werde auf 17 Prozent weniger Flächen angebaut. Dagegen wuchs der Haferanbau um rund 16 Prozent.

Ernteverluste in der Uckermark

Der guten Gesamtprognose zum Trotz herrschen in der Uckermark schlechte Aussichten. Normalerweise fielen dort jährlich rund 80 Liter Regen pro Quadratmeter, so Friedhelm Rogasch, Geschäftsführer des Bauernverbandes Uckermark. Allerdings sei allein in der vergangenen Woche das Dreifache dieser Menge niedergegangen. Besonders die Anbauflächen im Norden des Landkreises hätten unter den Wassermassen gelitten. So sei es rund um Prenzlau zu Bodenerosionen und Überflutungen gekommen, zudem sei das Getreide durch die Wassermassen niedergedrückt worden.

Derzeit sollte die Ernte beginnen, doch dies sei nicht möglich, da die Erntemaschinen im durchgeweichten Ackerboden versinken würden. Daher würden einige Betriebe nun damit beginnen, ihre Erntemaschinen umzurüsten, um wenigstens einen Teil der Ernte zu retten. Allerdings sei mit deutlichen Ernteverlusten zu rechnen: Getreide, das auf dem Boden liege, werde schnell von Pilzen und anderen Krankheiten befallen und sei nicht mehr verwertbar. Einziger Lichtblick: Andere Kulturen würden von den Niederschlägen profitieren, darunter insbesondere Mais und Zuckerrüben, so Rogasch. ph

Symbolbild: Pixabay.com