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Im Dienst der Geschichte

Der Wiederaufbau der Alten Hakeburg konnte zwar nicht erreicht werden, aber trotzdem gibt es genug zu tun: Der Kleinmachnower Heimat- und Kulturverein pflegt historische Belege und Ausstellungsstücke und hält das Gedenken wach.

„1993 fing alles an, in den Kleinmachnower Kammerspielen, ohne eigene Räume“, blickt Axel Mueller zurück. Mehr als 20 Bürgerinnen und Bürger aus Kleinmachnow hatten sich zusammengetan und verfolgten ein ehrgeiziges Ziel: den Wiederaufbau der Alten Hakeburg. Das Projekt fand seitens der noch jungen Nachwende-Ortsverwaltung keinen Rückhalt – also wurde ein Verein gegründet. „Doch schnell war klar, dass das finanziell nicht zu machen war“, ergänzt Mueller, damals voll berufstätig. Ingo Saupe nahm als Erster Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Kleinmachnow die Geschicke in die Hand, der seit 1995 sein festes Domizil in den Räumen der Freizeitstätte „Toni Stemmler“ der Volkssolidarität besitzt. Der Wiederaufbau der Alten Hakeburg wurde schon bald ad acta gelegt – zu groß waren die finanziellen Herausforderungen. Der Heimatverein machte trotzdem weiter: Mittlerweile sind knapp neunzig Mitglieder aktiv, darunter seit etwa zehn Jahren auch verstärkt Jüngere. Koordiniert wird die Arbeit durch einen sechsköpfigen, ehrenamtlich tätigen Vorstand.

„Wir empfinden uns als Dienstleister auf dem Weg zu einem Museum der Gemeinde“, erklärt Mueller das Anliegen des Vereins. Arbeit gibt es genug: Rund 2.500 Sammelstücke müssen geordnet und digital erfasst werden, darunter Arbeiten von Kleinmachnower Künstlern, Zeitzeugenberichte und Bücher. Insbesondere der kürzlich verstorbene Günter Käbelmann hinterließ mit seinen zahlreichen historischen Belegen und Ausstellungsstücken fast eine „Generationen-Aufgabe“. „Besonders die örtlichen Künstler sowie Werke mit Motiven aus Kleinmachnow liegen uns am Herzen, etwa von Herbert Lange, Auguste von Hake oder Eberhard Trodler“, ergänzt Rudolf Mach, Zweiter Vereinsvorsitzender.

„Wir leisten in der Kommune identitätsstiftende Arbeit, besonders im Hinblici auf die Erinnerungskultur und die Aufarbeitung der Geschichte Kleinmachnows“, betont Mach. So habe man bereits die Errichtung vieler Erinnerungstafeln und die Pflege von Gedenkorten initiiert: „Der Bogen reicht vom Sowjetischen Ehrenmal über das Panzerdenkmal, die ehemalige Straßenbahnlinie 96 bis zur Reichspostforschungsanstalt.“

Mit einem Museum, das die Geschichte der Kommune dokumentiert, hat der Kleinmachnower Heimat- und Kulturverein ein nächstes Ziel für die Gemeinde vor Augen. „Wir wünschen uns einen Ort des Austausches und der Begegnung, ein Museum mit ,Werkstatt-Charakter´für Alt und Jung. Wir hoffen, dass die Gemeindevertretung sich nach sechs Jahren endlich zu dem Entschluss durchringen kann, ein solches Museum zu gründen!“ ph

Foto: Philipp Hochbaum Bildmotiv: Angelika Watteroth, „Schleuse Kleinmachnow“ (2007)