Das ändert sich 2026
Im Jahr 2026 treten in Deutschland einige Änderungen bei Steuern und Sozialleistungen in Kraft. Dazu gehören ein höherer Mindestlohn (13,90 Euro), mehr Kindergeld (259 Euro) sowie die Aktivrente für steuerfreie Hinzuverdienste im Alter. Gleichzeitig wird Energie durch wegfallende Förderungen teurer und die CO2-Bepreisung steigt. Auch in den Bereichen Schufa-Score und Lebensmittelkennzeichnung (Honig) gibt es Anpassungen. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:
Arbeit & Soziales
Pendlerpauschale: 38 Cent ab dem ersten Kilometer
Der Weg zur Arbeit lohnt sich steuerlich mehr: Seit dem 1. Januar können Pendler 38 Cent pro einfachem Kilometer geltend machen – und zwar ab dem ersten Kilometer. Bislang galt der höhere Satz erst ab Kilometer 21, kürzere Strecken wurden nur mit 30 Cent berücksichtigt.
Was heißt das konkret?
Wer täglich pendelt, kann künftig mehr Fahrtkosten absetzen und seine Steuerlast senken.
Mehrwertsteuer in der Gastronomie sinkt
Restaurants, Imbisse und Caterer werden entlastet: Für Speisen gilt seit Jahresbeginn wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent statt 19. Getränke bleiben ausgenommen.
Was kommt bei Gästen an?
Essen gehen könnte günstiger werden – muss es aber nicht. Studien zeigen: Steuererleichterungen werden deutlich seltener weitergegeben als Steuererhöhungen.

Aktivrente: Steuerfreier Zuverdienst im Alter
Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, darf künftig bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen. Sozialabgaben fallen weiterhin an, der Freibetrag gilt nur für nichtselbstständige Arbeit.
Ihr Vorteil:
Mehr Netto vom Brutto – ohne höhere Steuerbelastung für das übrige Einkommen. Der Freibetrag wird direkt über den Lohn berücksichtigt.
Steuern & Finanzen
Grundfreibetrag steigt
Der steuerfreie Grundbetrag wächst auf 12.348 Euro, für gemeinsam veranlagte Paare auf 24.696 Euro. Auch der Kinderfreibetrag steigt auf 6.828 Euro.
Das bedeutet:
Ein größerer Teil Ihres Einkommens bleibt komplett steuerfrei.
Rentenpunkte werden teurer
Ein Rentenpunkt kostet 2026 rund 9.661 Euro – etwa 270 Euro mehr als im Vorjahr. Grund ist der stark steigende Durchschnittsverdienst. Für einen vollen Punkt sind künftig rund 51.944 Euro Jahreseinkommen nötig.
Die Folge:
Für das gleiche Einkommen gibt es weniger Rentenpunkte. Auch freiwillige Beiträge steigen: Der Mindestbeitrag liegt bei 112,16 Euro, der Höchstbeitrag bei 1.571,70 Euro im Monat.

Energie
CO₂-Preis steigt weiter
Der CO₂-Preis bewegt sich nun zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Der große Preissprung kommt zwar erst ab 2028 mit dem EU-Emissionshandel – die Kosten steigen aber schon jetzt.
Für Verbraucher heißt das:
Heizöl: ca. 3 Cent pro Liter mehr
Erdgas: rund 0,3 Cent pro kWh
Tanken: ebenfalls etwa 3 Cent mehr pro Liter
Mieter sollten die CO₂-Kosten in der Nebenkostenabrechnung genau prüfen.
Wärmepumpen: strengere Förderregeln
Für staatliche Zuschüsse gelten seit Januar schärfere technische Vorgaben, insbesondere beim Lärmschutz. Die maximale Förderung von bis zu 70 Prozent bleibt jedoch bestehen.
Wichtig:
Wärmepumpen, die die neuen Geräuschgrenzwerte nicht einhalten, sind ab 2026 nicht mehr förderfähig.

Verbraucherschutz
Recht auf Reparatur kommt
Ab dem 31. Juli gilt in Deutschland das EU-weite Recht auf Reparatur. Hersteller müssen für bestimmte Geräte Ersatzteile und Reparaturmöglichkeiten anbieten – auch nach Ablauf der Garantie.
Ihr Plus:
Defekte Geräte müssen nicht sofort ersetzt werden. Das spart Geld und schont die Umwelt.
SCHUFA stellt Bonitätssystem um
Ab Ende März ersetzt die SCHUFA ihr bisheriges System durch einen einheitlichen, transparenteren Score mit 12 Faktoren (Skala: 100 bis 999). Nutzer können ihren Wert künftig im kostenlosen Account besser nachvollziehen – auch per App.
Das bringt Ihnen:
Mehr Transparenz und mehr Kontrolle über Ihre Kreditwürdigkeit.
Honig: Herkunft wird klar ausgewiesen
Ab dem 14. Juni müssen bei Honigmischungen alle Herkunftsländer inklusive Prozentanteilen auf dem Etikett stehen. Die bisherige Angabe „EU-/Nicht-EU-Mischung“ entfällt.
Gut für Verbraucher:
Mehr Schutz vor gestrecktem Importhonig – und mehr Sichtbarkeit für heimische Imker.

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