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Matthias Platzeck: Rücktritt als Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums

Matthias Platzeck, früherer Brandenburgischer Ministerpräsident und anschließend Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, hat seinen Rücktritt erklärt. Er übernehme damit Verantwortung für seine Fehleinschätzung der russischen Politik.

Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ist am Dienstag als Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Russischen Forums zurückgetreten. Er begründete dies in einer entsprechenden Erklärung mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Dies habe er nicht für möglich gehalten, so Platzeck in dem Schreiben. Dadurch sei die Welt noch gefährlicher geworden; für seine Fehleinschätzung wolle er nun die Verantwortung übernehmen. „Ich hätte es klarer sehen müssen“, so Platzeck.

Platzeck war seit 2014 Vorsitzender des Forums, das sich für einen breiten gesellschaftlichen Dialog zwischen Deutschland und Russland einsetzt. In dieser Funktion hatte er immer wieder dafür geworben, russische Ansichten ernster zu nehmen. Nach dem Beginn des Krieges hatte Platzeck sich erschüttert gezeigt. Der russische Präsident Wladimir Putin habe alle Regeln des Zusammenlebens gebrochen, sagte Platzeck, der von 2002 bis 2013 als Brandenburgischer Ministerpräsident amtierte. ph