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Bundestagswahl 2021: So hat der „Promi-Wahlkreis“ abgestimmt

Die SPD ist bei der gestrigen Bundestagswahl als Siegerin hervorgegangen. Im sogenannten „Promi-Wahlkreis“ 61 sicherte sich SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ungefährdet das Direktmandat und ließ damit Annalena Baerbock (Grüne) und Saskia Ludwig (CDU) hinter sich.

Bei der Bundestagswahl ist die SPD mit 25,7 Prozent als stärkste Kraft hervorgegangen. Laut vorläufigem amtlichem Endergebnis liegt sie damit vor der CDU, die mit 24,1 Prozent den zweiten Platz belegte und 8,9 Prozentpunkte gegenüber 2017 verlor. Die Sozialdemokraten können dagegen einen Zuwachs von 5,2 Prozent auf sich verbuchen. Auf Platz 3 folgen Bündnis 90/Die Grünen mit 14,8 Prozent (+ 5,9 Prozent), gefolgt von der FDP mit 11,5 Prozent (+ 0,8 Prozent) und der AfD, die mit 10,3 Prozent schlechter abschnitt als 2017, als sie noch 2,3 Prozent auf sich vereinigte. Dahinter folgt die Linke, die mit 4,9 Prozent zwar an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert (2017: 9,2 Prozent), dank dreier gewonnener Direktmandate (Gregor Gysi und Gesine Lötzsch in Berlin und Sören Pellmann in Leipzig) jedoch in entsprechender Stärke wieder in den Bundestag einzieht. Auf die anderen Parteien entfallen 8,7 Prozent.

SPD auch in Brandenburg vorn

In Brandenburg kann die SPD einen deutlichen Sieg für sich verbuchen, während die CDU abstürzt: Die Sozialdemokraten kamen in der Mark laut vorläufigem amtlichem Endergebnis auf 29,5 Prozent und konnten außerdem alle zehn Direktmandate in Brandenburg auf sich vereinigen. Die CDU holte mit 15,3 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl und landete damit auf Platz drei hinter der AfD, die sich 18,1 Prozent der Stimmen sichern konnte. Die Linke halbierte ihren Stimmenanteil auf 8,5 Prozent, während sich die FDP auf 9,3 Prozent verbesserte und die Grünen auf 9 Prozent kletterten.

Das Ergebnis im „Promi-Wahlkreis“ 61

Besonderes Augenmerk lag während des Wahlkampfes auf dem Wahlkreis 61, der Potsdam, Teile des Landkreises Potsdam-Mittelmark sowie Großbeeren und Ludwigsfelde umfasst. Hier traten SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sowie die Grünen-Anwärterin auf das Kanzleramt, Annalena Baerbock, als Direktkandidaten gegeneinander an. Zudem bewarben sich die frühere Landesvorsitzende der Brandenburger CDU, Saskia Ludwig, und die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg um ein Direktmandat.

Die SPD geht im Wahlkreis 61 als Gewinnerin hervor: Ihr Kanzlerkandidat Olaf Scholz gewann mit 34 Prozent der Stimmen und mit über 15 Prozentpunkten Vorsprung zu Annalena Baerbock, die 18,8 Prozent auf sich vereinigen konnte. Auf dem dritten Platz landete Saskia Ludwig mit 13,8 Prozent. AfD-Kandidat Tim Krause konnte mit 9,2 Prozent mehr Stimmen für sich verbuchen als die FDP-Direktkandidatin Linda Teuteberg mit 8,9 Prozent und Norbert Müller von der Linken mit 7,8 Prozent.

Aus Potsdam und dem Umland kommen damit in der nächsten Legislaturperiode vier Bundestagsabgeordnete: Das sind der bisherige Vizekanzler Scholz (SPD), Grünen-Parteichefin Baerbock, die FDP-Politikerin Teuteberg und Alexander Gauland von der AfD. Die Teltowerin Anna Emmendörffer (Bündnis 90/Die Grünen) hat den Sprung in den Bundestag aller Voraussicht nach nicht geschafft. Nicht mehr im Bundestag sind Norbert Müller (Linke) und Saskia Ludwig (CDU), die beide das Direktmandat verpassten und auch nicht über die Landeslisten ihrer Parteien einziehen konnten. Müller ließ am Wahlabend seine Zukunft offen, Ludwig bleibt CDU-Landtagsabgeordnete.

Im Wahlkreis 61 entschieden sich 27,0 Prozent der Wähler mit ihrer Zweitstimme für die SPD, 19,0 Prozent für Bündnis 90/Die Grünen. Die CDU landete mit 13,9 Prozent der Zweitstimmen auf dem dritten Platz vor der FDP mit 10,7 Prozent. Mit 10,1 Prozent musste die Linke deutliche Verluste hinnehmen, landet aber noch vor der AfD, die 9,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

So hat Teltow gewählt

80,6 Prozent der Wahlberechtigten haben in Teltow ihre Stimme abgegeben, das sind 16.897 von 20.955 Personen in 23 Wahlbezirken. 28,1 Prozent (+7,1) von ihnen haben dabei ihre Zweitstimme der SPD gegeben, 17,1 Prozent haben sich für die CDU entschieden (-10,8), gefolgt von Bündnis 90/den Grünen mit 15,7 Prozent (+6,7). Die FDP hat etwas hinzugewonnen und 12,5 Prozent (+2,2) erhalten, gefolgt von der AfD mit 10,7 Prozent (-3,5). Die Linke muss ein Minus von 6,0 Prozentpunkten hinnehmen und landet bei 6,2 Prozent.

Bei der Erststimme konnte sich Olaf Scholz mit 35,2 Prozent deutlich gegen Saskia Ludwig (17,8 Prozent) und Annalena Baerbock (15,1 Prozent) durchsetzen.

Die Erststimmen:

  • Saskia Ludwig (CDU): 17,8 Prozent
  • Tim Krause (AfD): 10,1 Prozent
  • Olaf Scholz (SPD): 35,2 Prozent
  • Norbert Müller (Linke): 4,5 Prozent
  • Linda Teuteberg (FDP): 9,9 Prozent
  • Annalena Baerbock (Grüne): 15,1 Prozent
  • Sonstige: 7,3 Prozent

Die Zweitstimmen:

  • CDU: 17,1 Prozent
  • AfD: 10,7 Prozent
  • SPD: 28,1 Prozent
  • Linke: 6,2 Prozent
  • FDP: 12,5 Prozent
  • Grüne: 15,7 Prozent
  • Sonstige: 9,8 Prozent

Die Ergebnisse in Kleinmachnow

2021 herrschte in Kleinmachnow erneut eine Spitzenwahlbeteiligung: 89,7 Prozent. 13.905 von 15.509 Wahlberechtigten gaben in den 23 Wahlbezirken ihre Stimme ab. Dabei gaben sie 23,4 Prozent ihrer Zweitstimmen an Bündnis 90/Die Grünen (+9,0), knapp gefolgt von der SPD mit 23,2 Prozent (+5,8). Die CDU verlor 9,3 Prozentpunkte und landete bei 20,6 Prozent. Die FDP schließt die Wahl mit 16,1 Prozent ab (+0,5), die Linken verlieren 5,1 Prozentpunkte und landen bei 5,7 Prozentpunkten. Damit liegen sie vor der AfD, die 5,5 Prozent auf sich verbuchen konnte (-3,3).

Bei der Erststimme konnte sich Olaf Scholz mit 30,1 Prozent deutlich gegen Annalena Baerbock (23,4 Prozent) und Saskia Ludwig (21,7 Prozent) durchsetzen.

Die Erststimmen:

  • Saskia Ludwig (CDU): 21,7 Prozent
  • Tim Krause (AfD): 4,9 Prozent
  • Olaf Scholz (SPD): 30,1 Prozent
  • Norbert Müller (Linke): 3,6 Prozent
  • Linda Teuteberg (FDP): 11,5 Prozent
  • Annalena Baerbock (Grüne): 23,4 Prozent
  • Sonstige: 4,8 Prozent

Die Zweitstimmen:

  • CDU: 20,6 Prozent
  • AfD: 5,5 Prozent
  • SPD: 23,2 Prozent
  • Linke: 5,7 Prozent
  • FDP: 16,1 Prozent
  • Grüne: 23,4 Prozent
  • Sonstige: 5,5 Prozent

Die Wahl in Stahnsdorf

Mit einer Wahlbeteiligung von 84,5 Prozent endet die Bundestagswahl 2021 in Stahnsdorf: 10.415 von 12.324 haben gewählt. Hier gaben 25,8 Prozent (+8,8) ihre Zweitstimme der SPD, gefolgt von 18,1 Prozent für die CDU (-11,1). Bündnis 90/Die Grünen erhielten 16,7 Prozent (+7,5), während die FDP etwas hinzugewinnen konnte und 13,2 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erhielt. Dahinter folgt die AfD mit 11,2 Prozent, die jedoch 3,6 Prozent abgeben muss. Die Linke muss ein Minus von 6,5 Prozent hinnehmen und endet halbiert mit 6,2 Prozent.

Bei der Erststimme konnte sich Olaf Scholz mit 32,8 Prozent deutlich gegen Saskia Ludwig (19,0 Prozent) durchsetzen.

Die Erststimmen:

  • Saskia Ludwig (CDU): 19,0 Prozent
  • Tim Krause (AfD): 10,4 Prozent
  • Olaf Scholz (SPD): 32,8 Prozent
  • Norbert Müller (Linke): 4,5 Prozent
  • Linda Teuteberg (FDP): 10,8 Prozent
  • Annalena Baerbock (Grüne): 15,2 Prozent
  • Sonstige: 7,3 Prozent

Die Zweitstimmen:

  • CDU: 18,1 Prozent
  • AfD: 11,2 Prozent
  • SPD: 25,8 Prozent
  • Linke: 6,2 Prozent
  • FDP: 13,2 Prozent
  • Grüne: 16,7 Prozent
  • Sonstige: 8,7 Prozent

Symbolbild: Pixabay.com