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Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner

Eine Hitzewelle kündigt sich an, das Erdreich trocknet weiter aus, Bäume werden geschwächt: ideale Bedingungen für den Eichenprozessionsspinner. Was ist bei unangenehmen Berührungen mit dem Schädling zu beachten?

Alles deutet für 2021 auf einen höheren Befall mit dem Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) als in den Vorjahren hin. In Deutschland sind infolge der trockenen Sommer und nachfolgender Massenvermehrungen dieser Nachtfalter mittlerweile alle Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Die Jungraupen überwintern in den Eiern und schlüpfen im Mai des Folgejahres. Sie erscheinen zunächst grau, später kann man eine dunkle Rückenlinie erkennen. Insgesamt durchlaufen sie fünf bis sechs Larvenstadien und können eine Länge von bis zu fünf Zentimetern erreichen. Gefährlich sind die mikroskopisch kleinen sogenannten „Brennhaare“. Sie enthalten ein Nesselgift, das bei Hautkontakt oder beim Einatmen heftige allergische Reaktionen auslösen kann. 

Das Problem: Die giftigen Härchen lösen sich nicht nur bei Berührung ab, sondern auch, wenn die Larven nervös werden oder einfach nur umherwandern. Sie sind mit mikroskopisch kleinen Widerhaken ausgestattet, die sich leicht in die Haut oder Schleimhaut bohren. Bei Kontakt bilden sich auf unbedeckten Hautpartien meist innerhalb kurzer Zeit starke Rötungen, Quaddeln und Pusteln. Das Einatmen der Brennhaare kann zu Husten, Asthma und Bronchitis führen. Allergische Schock-Reaktionen sind zwar selten, aber ebenfalls möglich.

„Auf öffentlichen oder gemeindlichen Grundstücken und Anlagen sorgt die Gemeinde für die Beseitigung“, unterstreicht die Gemeinde Kleinmachnow. „Bitte schicken Sie uns gern Fotos und Beschreibung sowie die genaue Angabe vom Fundort an eichen@kleinmachnow.de oder über das Maerker-Portal.“

Auf Privatgrundstücken müssen die Grundstückseigentümer selbst für eine Beseitigung sorgen

Tipp: Als erste Schutzmaßnahme reichllich Haarlack (superstrong) auf die Raupen sprühen. Dieser fixiert die Tiere und man kann sie dann in Ruhe später absaugen lassen. Hierzu empfiehlt es sich, einen Schädlingsbekämpfer oder Baumpfleger zu kontaktieren. Bitte fassen Sie die Tiere nicht an und legen Sie ggf. eine Atemschutzmaske an. 

Auf keinen Fall sollte eigenmächtig versucht werden, Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen und die Tiere oder die Nester zu beseitigen. „Bitte versuchen Sie nicht, mittels einem Wasserstrahl oder dem Herumstochern im Nest die Tiere zu beseitigen: Diese Maßnahmen zur Bekämpfung führen dazu, dass die gefährlichen Haare noch mehr aufgewirbelt und verteilt werden“, informiert die Kleinmachnower Gemeindeverwaltung weiter. 

Sofortmaßnahmen bei Kontakt mit der Eichenprozessionsspinner-Raupe: 

  • Sichtbare Raupenhaare können vorsichtig mit Klebeband von der Haut entfernt werden
  • Kleidung möglichst noch im Freien ausziehen und diese bei 60 Grad waschen
  • Schuhe ebenfalls vor der Haustür ausziehen und am besten noch im Freien reinigen
  • duschen und gründlich die Haare waschen
  • Ggf. Augen mit klarem Wasser ausspülen
  • Möglicherweise kontaminierte Gegenstände reinigen
  • bei starken Ausschlägen oder anderen ernsten Symptomen einen Arzt aufsuchen PM

Symbolbild: Pixabay.com