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Krankheitsausbruch im KiEZ Bollmannsruh: Norovirus nachgewiesen – mögliche Gefahr durch Verbreitung in Potsdam-Mittelmark

Gesundheitsamt geht derzeit von einer Übertragung von Mensch zu Mensch aus – weitere Untersuchungen laufen

Nach dem Ausbruch einer Magen-Darm-Erkrankung im Kinder- und Jugenderholungszentrum KiEZ Bollmannsruh ist in einer Stuhlprobe das Norovirus nachgewiesen worden. Der entsprechende Laborbefund liegt dem Gesundheitsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark vor. Nach bisherigem Stand sind über 40 Kinder erkrankt.

Am Abend des 16. Juli 2026 war es im KiEZ Bollmannsruh zu zahlreichen Magen-Darm-Erkrankungen gekommen. Wegen der großen Zahl der Betroffenen waren Rettungsdienst, Gesundheitsamt sowie das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises im Einsatz. Ein Teil der Erkrankten wurde zur weiteren Untersuchung und Behandlung in Krankenhäuser gebracht.


Der Norovirusnachweis bestätigt die bisherige Annahme einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung. Der genaue Ausgangspunkt und der Übertragungsweg des Ausbruchs sind damit jedoch noch nicht abschließend
geklärt. Die bisherigen Ermittlungen des Gesundheitsamtes sprechen derzeit eher für eine Übertragung des Norovirus von Mensch zu Mensch.


„Mit dem Nachweis des Norovirus haben wir einen wichtigen Befund. Das bedeutet aber noch nicht, dass bereits geklärt ist, wie das Virus in die Einrichtung gelangt ist und auf welchem Weg es sich verbreitet hat. Deshalb werden die Ermittlungen sorgfältig fortgesetzt“, erklärt Vizelandrat Dr. Steven Koch.

Lebensmittel- und Oberflächenproben werden untersucht

Mitarbeiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes haben die Einrichtung kontrolliert und Lebensmittelproben sowie Tupferproben von Oberflächen genommen. Diese Proben wurden zur Untersuchung an das Landeslabor Berlin-Brandenburg geschickt. Auch Rückstellproben einzelner Speisen werden vorsorglich untersucht. Weitere Stuhlproben von Mitarbeitern des Küchenbereichs wurden ebenfalls an das Labor übergeben. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen stehen noch aus.


Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Krankheitsausbruch und einem bestimmten Lebensmittel oder einem Lebensmittelbetrieb ist derzeit nicht nachgewiesen. Aus dem Nachweis des Norovirus in einer Stuhlprobe lässt sich ein solcher Zusammenhang nicht ableiten.


Ein zunächst geprüfter Zusammenhang mit einem wenige Tage zuvor bekannt gewordenen Krankheitsgeschehen im Landkreis Dahme-Spreewald hat sich nach den bisherigen Ermittlungen nicht bestätigt. Die verwendeten Lebensmittel stammten nicht aus demselben Betrieb. Hinweise auf eine Verbindung zwischen beiden Ereignissen liegen derzeit nicht vor. Hygienevorgaben bereits vor dem Laborbefund angeordnet Das Gesundheitsamt hatte aufgrund der aufgetretenen Symptome bereits frühzeitig den Verdacht auf eine Norovirusinfektion. Die Mitarbeiter des KiEZ wurden deshalb unmittelbar zu den erforderlichen Reinigungs-, Desinfektions- und Hygienemaßnahmen unterwiesen.


Da die betroffenen Gäste die Einrichtung zum Wochenende verlassen habenund die angeordneten Maßnahmen umgesetzt wurden, geht das Gesundheitsamt davon aus, dass Infektionsketten innerhalb des KiEZ unterbrochen worden sein dürften. Am Donnerstag sind eine weitere Schulung und eine Kontrolle vor Ort vorgesehen.


„Entscheidend ist jetzt, dass die Hygieneregeln konsequent eingehalten werden. Noroviren sind ausgesprochen ansteckend. Bereits sehr geringe Mengen reichen für eine Übertragung aus“, erklärt Amtsärztin Frau Dr. Sandau.


Das Gesundheitsamt ermittelt weiterhin erkrankte Personen sowie enge Kontaktpersonen. Veranstalter und Einrichtung wurden aufgefordert, die noch fehlenden Angaben und Kontaktlisten vollständig und kurzfristig zu übermitteln.

Weitere Erkrankungen im häuslichen Umfeld möglich

Da die betroffenen Kinder und Betreuer inzwischen abgereist sind, können weitere Infektionen insbesondere im familiären Umfeld auftreten. Eltern und Geschwister von erkrankten Kindern sollten deshalb besonders auf mögliche Symptome achten.


Das Gesundheitsamt bittet alle Personen, die während oder unmittelbar nach dem Aufenthalt im KiEZ Bollmannsruh an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt sind, um eine Meldung an das örtlich zuständige Gesundheitsamt am Wohnort.


Eine abschließende Bewertung des Ausbruchsgeschehens ist erst möglich, wenn die noch ausstehenden Laborergebnisse sowie die vollständigen Angaben zu Erkrankten, Kontaktpersonen, Aufenthaltszeiten und gemeinsam genutzten Angeboten vorliegen.


Der Landkreis wird über neue belastbare Erkenntnisse informieren. Bis dahin bittet das Gesundheitsamt darum, von Spekulationen über einzelne Lebensmittel, Lieferanten oder andere mögliche Ursachen abzusehen.