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Am Dienstag verdunkelt sich die Sonne über unserer Region

Ein besonderes Himmelsereignis erwartet uns am kommenden Dienstag. Am 25. Oktober wird die Sonne mittags vom Mond bedeckt, der sich dann in der Neumondphase genau zwischen Erde und Sonne befindet. Das geschieht nur selten, da die Mondbahn gegen die Erdbahn geneigt ist und es daher auf die passende Konstellation ankommt: Erdbahn und Mondbahn müssen sich überschneiden.  Der Kernschatten des Mondes ist jedoch, wenn er auf die Erde fällt, höchstens einige hundert Kilometer breit, daher ist eine Sonnenfinsternis nicht überall zu sehen, und der Sichtbarkeitsbereich ist auch bei jeder Bedeckung verschieden. So kann beispielsweise eine Sonnenfinsternis in der Karibik zu sehen sein, aber nicht bei uns.

Manchmal jedoch kann man eine Teilbedeckung sehen, eine sogenannte „partielle Sonnenfinsternis“, wenn man sich im Halbschattenbereich befindet. Das war in unserer Region letztes Jahr im Juni der Fall, und auch am 25. Oktober werden wir – wenn das Wetter mitspielt – eine solche Bedeckung beobachten können. Dabei hat die diesjährige Finsternis noch mit einer Besonderheit aufzuwarten: An keinem Ort der Erde wird sie als totale Sonnenfinsternis zu sehen sein, weil der Kernschatten die Erde nicht berührt. Kurz nach 11 Uhr tritt die Mondsilhouette vor die Sonne, gut eine Stunde später wird das Maximum der Bedeckung bzw. Verdunkelung erreicht sein, und eine Stunde danach ist das Himmelsspektakel beendet.

Wer das Ereignis beobachten will, muss aber einige Sicherheitsvorkehrungen beachten. Unser Fotograf Mario Kacner, der im Juni 2021 die letzte partielle Sonnenfinsternis fotografiert hat, weist darauf hin, dass man auf keinen Fall mit bloßem Auge oder durch den Kamerasucher in die Sonne blicken sollte. „Sarkastisch gesagt, hat man nur zwei Versuche, dann kann man das Augenlicht dauerhaft verlieren.“ Um sich vor dem intensiven Sonnenlicht zu schützen, reicht eine Sonnenbrille auf keinen Fall. Da muss es schon eine sogenannte „Mylarfolie“ sein, wie sie in speziellen Finsternisbrillen, die für wenig Geld zu kaufen sind, verarbeitet ist. „Zum Fotografieren mit der Kamera oder mit dem Fernrohr benutze ich einen hochwertigen Glasfilter“ berichtet der Fachmann. Wer sich das Himmelsspektakel jedoch dementsprechend geschützt anschaut, wird bei gutem Wetter vielleicht nicht nur die Sonnenfinsternis sehen, sondern auch einige Sonnenflecken, so wie sie auf dem Foto von 2021 zu sehen sind. Auf jeden Fall eine Gelegenheit, den Blick nach oben zu richten: Zwei Stunden hat man Zeit, irdischen Dingen den Rücken zu kehren.

Text: KP

Fotos: Mario Kacner und www.gesundes-auge.de