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VBB testet neues Angebot

Mit dem VBB-Abo Flex und dem VBB-Flex-Ticket werden in zwei Pilotprojekten ab Januar 2022 flexible Tarifangebote in Berlin und Frankfurt (Oder) getestet.

Der VBB-Aufsichtsrat hat den Weg für den Test von flexiblen Tarifangeboten in Berlin und Frankfurt an der Oder freigemacht. Beschlossen wurden zwei Pilotprojekte mit einer Laufzeit über zwei Jahre, die im ersten Quartal 2022 starten. Der VBB reagiert damit auf den sich verändernden Mobilitätsbedarf im Zuge der Pandemie. Die beiden Pilotprojekte sind Bestandteil eines Gesamtkonzeptes zur Gewinnung von Fahrgästen und richten sich insbesondere an Pendler, die häufiger im Homeoffice arbeiten und den ÖPNV deshalb nicht mehr regelmäßig für die Fahrt zur Arbeit nutzen.

Corona-Pandemie: Weniger Fahrgäste, weniger Einnahmen

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene drastische Rückgang an Fahrgästen im ÖPNV hat im Jahr 2020 und im ersten Halbjahr des Jahres 2021 zu einem Einbruch der Fahrgastzahlen von 32% und einem Einnahmenrückgang von rund 20% geführt. Gleichzeitig wurde das Angebot im VBB aufrechterhalten und u.a. durch die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) sogar ausgebaut.

Der gesellschaftliche Trend zunehmend mobiler bzw. standortungebundener Arbeit hat pandemiebedingt sprunghaft an Bedeutung gewonnen. Das hat entsprechende Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Fahrgäste im VBB. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich dieser Trend auch nach der Pandemie fortsetzen wird. Daraus entsteht die Notwendigkeit, das bestehende Tarifsortiment im VBB zu überprüfen und ggf. um ein Produkt für den flexiblen Mobilitätsbedarf von Pendlern, die häufiger im Homeoffice sind, zu erweitern. Mit dem Start von zwei Pilotprojekten in Berlin und Frankfurt (Oder) soll mit zwei unterschiedlichen Ansätzen getestet und evaluiert werden, welches Angebot perspektivisch am besten geeignet ist, den VBB-Tarif für Gelegenheitsfahrern zu ergänzen.

Wer häufiger fährt, für den lohnen sich nach wie vor die Zeitkarten im VBB-Tarifsortiment, insbesondere die Abonnements und Firmentickets. Diese sind weiterhin das optimale Angebot für diejenigen, die regelmäßig während der Woche mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren. Darüber hinaus werden nun zwei Pilotvorhaben eingeführt, die den unterschiedlichen regionalen und Nachfragebedingungen im VBB Rechnung tragen und perspektivisch auf andere Regionen im Verbundgebiet übertragen werden könnten.          

In Frankfurt (Oder) ist für das Stadtgebiet (Geltungsbereich Frankfurt AB) ein neues, flexibles Abonnement-Angebot geplant: Das VBB-Abo flex. Fahrgäste erhalten durch Zahlung eines monatlichen Grundbeitrages in Höhe von 4,90 Euro die Möglichkeit, Fahrausweise des um 25% ermäßigten Bartarifs für das Stadtgebiet Frankfurt (Oder) zu erwerben.

In Berlin wird ein anderes Modell getestet: Das VBB-Flex-Ticket: Fahrgäste mit flexiblem Mobilitätsbedarf können hier ein 8er-Paket an Fahrtberechtigungen für 24 Stunden für das Stadtgebiet Berlin (Tarifbereich AB) zum Preis von 44 Euro, also 5,50 Euro je 24 Stunden, erhalten. Die im Paket erworbenen 24-Stunden-Karten können innerhalb eines Monats abgerufen werden. Das Paket wird digital als Handyticket angeboten, aber auch an ausgewählten Kundenzentren bzw. Verkaufsstellen analog verfügbar sein.

Die beiden Projekte haben zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren und werden vom VBB in regelmäßigen Abständen evaluiert, begleitet und geprüft. In den kommenden Wochen werden die tariflichen und vertrieblichen Konditionen gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen weiter abgestimmt. Die Entwicklung und Implementation der dafür erforderlichen Hintergrundtechnik, die Tarifgenehmigung sowie die Datenaktualisierung benötigen diesen Vorlauf, um den Fahrgästen ein aktuelles, funktionierendes Ticketsystem anbieten zu können. Beide Pilotprojekte werden am 1. Januar 2022 an den Start gehen. Der Testzeitraum endet spätestens am 31. Dezember 2023.