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Unternehmerabend des Regionalen GewerbeVereins TKS:Networking mit Weitblick über den Dächern Teltows

Bei strahlendem Sommerwetter lud der Regionale GewerbeVerein Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (RGV-TKS) am Dienstagabend bereits zum vierten Mal in Folge zu seinem traditionellen Unternehmerabend auf die Dachterrasse des GRIMM‘S Hotel Teltow. Rund 70 Gäste aus der regionalen Wirtschaft und der Kommunalpolitik folgten der Einladung auf „das schönste Dach Teltows“, um bei einem Grillbuffet den Sommer und die Region zu feiern.

Eröffnung durch Silvia Scheunert: Ein Jahr im Amt, ein starkes Vereinsjahr

Eröffnet wurde der Abend von Silvia Scheunert, die seit genau einem Jahr als zweite Vorsitzende des RGV-TKS amtiert. Sie begrüßte die rund 70 anwesenden Gäste, darunter die Bürgermeister Andre Freymuth (Teltow) und Bodo Krause (Kleinmachnow), der Beigeordnete des Landrats Dr. Christoph Löwer und der Landtagsabgeordnete Sebastian Rüter, und ließ in einem kurzen Rückblick Revue passieren, welche Veranstaltungen und Projekte der Verein im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt hat. Besonders hob Scheunert dabei die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstand hervor, die maßgeblich zum Erfolg des Vereinsjahres beigetragen habe. Anschließend übergab sie das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Olaf Binek.

Vielfältiger Mittelstand als Rückgrat des Vereins

Binek schloss sich den Worten seiner Vorrednerin an und knüpfte an ihren Rückblick an. Er hob hervor, wie sich der RGV-TKS in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat: Der Verein zählt mittlerweile 137 Mitglieder. Ein deutliches Wachstum, das die zunehmende Bedeutung des Netzwerks für die regionale Wirtschaft unterstreiche. In seiner Begrüßungsrede betonte Binek zudem die Bandbreite des Netzwerks aus Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf. Vertreten sind Unternehmen aller Größenordnungen. Von Kleinstbetrieben mit ein bis fünf Mitarbeitenden bis hin zu Firmen mit mehr als 30 Beschäftigten und aus allen Wirtschaftszweigen, vom Handwerk über die Produktion bis zum Dienstleistungssektor. Angesichts der großen Teilnehmerzahl verzichtete Binek bewusst auf eine klassische Vorstellungsrunde: „Wir wollen heute ja auch noch essen“, so der Vorstandsvorsitzende mit einem Augenzwinkern.

Arbeitsrecht im Umbruch: Neue Signale aus Berlin

Ein zentrales Thema der Rede war das Anfang Juli von der Koalition vorgestellte Paket „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“, das spürbare Änderungen im Arbeitsrecht ankündigt. Binek machte deutlich, dass er dem Vorhaben sehr kritisch gegenübersteht. Eine Einschätzung, die sich aus seiner Sicht auch in Gesprächen der vergangenen Tage bestätigt habe: Kaum ein Unternehmen aus der Region habe mit der bisherigen Regelung ein Problem gehabt. Im Gegenteil, die Betriebe seien schlicht froh, wenn sie überhaupt Mitarbeitende finden und halten könnten. Von überhöhten Krankenständen, die die geplante Verschärfung angeblich eindämmen solle, könne in der Praxis keine Rede sein. Der Mittelstand brauche diese Regelung schlicht nicht, so Bineks pointiertes Fazit.

Konkret soll bei der Krankschreibung künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Attest erforderlich sein, bislang war dies erst ab dem vierten Tag der Fall. Zugleich soll die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden. Positiv sei immerhin, dass Betriebe weiterhin eigene, passgenaue Regelungen beibehalten dürften. Noch handle es sich lediglich um eine Absichtserklärung, ein Gesetz stehe bislang aus.

Auch bei befristeten Arbeitsverhältnissen zeichnen sich Änderungen ab: Die sachgrundlose Befristung soll künftig auf bis zu vier Jahre mit sechs möglichen Verlängerungen ausgeweitet werden, bisher waren zwei Jahre und drei Verlängerungen die Obergrenze. Für Beschäftigte bedeute dies tendenziell eine längere Phase der Unsicherheit, so Binek. Auch hier liege bislang kein Gesetz vor.

Chatkontrolle: „Mein Herzensthema“

Mit besonderem Nachdruck sprach Binek ein Thema an, das ihm persönlich am Herzen liegt: die sogenannte Chatkontrolle. Das EU-Parlament hatte am Donnerstag, den 9. Juli, eine Ausnahme vom Datenschutz beschlossen, die es Diensten wie WhatsApp, Google oder Microsoft vorschreiben würde, private Chats zu scannen. Bemerkenswert an der Abstimmung: Mit 314 gegen 276 Stimmen sprach sich zwar eine Mehrheit der Abgeordneten gegen die Regelung aus, aufgrund eines Verfahrenstricks, wonach die Gegner 360 Stimmen benötigt hätten, gilt der Beschluss dennoch als angenommen.

Binek fand für dieses Vorhaben deutliche Worte: Er sprach von einer Generalverdächtigung unbescholtener Bürgerinnen und Bürger und einer orwellschen Überwachung, die mit einem freien, rechtsstaatlichen Umgang miteinander nichts mehr zu tun habe. Aus seiner Sicht stelle die geplante Regelung einen eklatanten Verstoß gegen geltendes Recht dar, insbesondere gegen die DSGVO. Er machte deutlich, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist: Der Vorschlag geht nun für drei Monate zurück an den Rat. Verschlüsselte Inhalte sollen zwar von der Regelung ausgenommen bleiben. Für Binek ändert dies jedoch nichts am grundsätzlichen Problem eines anlasslosen Generalverdachts gegenüber der gesamten Bevölkerung. Er verortete das Thema im Spannungsfeld zwischen dem unbestrittenen Anliegen des Kinderschutzes einerseits und den Prinzipien der DSGVO sowie der Vertraulichkeit andererseits, ein Thema, das die anwesenden Unternehmen unmittelbar betrifft, etwa im Umgang mit Mandanten-, Patienten- und Geschäftspartnerdaten. Die dauerhafte Fassung, „Chatkontrolle 2.0″, befinde sich noch in Verhandlung. Sein Fazit: Datenschutz sei kein bürokratisches Hemmnis, sondern eine Vertrauensinfrastruktur für Wirtschaft und Gesellschaft und diese gelte es entschieden zu verteidigen.

Optimistischer Ausblick: Starke Region, starker Mittelstand

Zum Abschluss seiner Rede lenkte Binek den Blick bewusst nach vorn, nicht mit Sorgenfalten, sondern mit einem Appell an die eigene Stärke der Region. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark zähle zu den wirtschaftlich stärksten Kreisen Brandenburgs und verzeichne, selbst unter Berücksichtigung der Lebenshaltungskosten, die höchste Kaufkraft aller Brandenburger Landkreise. Die Arbeitslosigkeit habe sich nahezu halbiert und liege aktuell bei rund 4,3 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 6,3 und dem Bundesdurchschnitt von 5,2 Prozent. Getragen werde diese Entwicklung nicht von Großkonzernen, sondern vom Mittelstand, von den im Saal versammelten Unternehmerinnen und Unternehmern selbst.

Als regionalen Leuchtturm nannte Binek die Medizintechnik- und Hochtechnologie-Branche in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf, die teilweise Weltruf genieße und aus Betrieben der eigenen Region hervorgegangen sei. Seine Botschaft an die Gäste: Dem Gegenwind aus Berlin und Brüssel setze man am besten den eigenen Rückenwind entgegen, getragen von Unternehmerinnen und Unternehmern, die investieren, einstellen und anpacken. Mit einem Toast auf die Region, den Mittelstand und ein gutes Geschäftsjahr sowie einem herzlichen „Auf den RGV!“ leitete Binek zum geselligen Teil des Abends über.

Geselliges Netzwerken bis in den Abend

Im Anschluss an die Begrüßung nutzten die Gäste bei bestem Sommerwetter und einem köstlichen Grillbuffet die Gelegenheit zum intensiven fachlichen Austausch. Auf der Dachterrasse des GRIMM‘S Hotel Teltow wurde bis in die späten Abendstunden hinein diskutiert, genetzwerkt und gefeiert. Ein gelungener Abschluss für den mittlerweile schon traditionellen Sommerevent des RGV.

Foto: Gewerbeverein TKS/ Anne Mahn