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Parteiloser Kandidat für Landratswahl in Potsdam-Mittelmark

Am 06. Februar 2022 wählt der Landkreis Potsdam-Mittelmark einen neuen Landrat. Der Parteilose Stefan Schwabel aus Treuenbrietzen kandidiert als Parteiloser um die Nachfolge von Wolfgang Blasig.

In den Wahlkampf zur Nachfolge von Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) bringt sich nun der Parteilose Stefan Schwabel in Stellung. Der 55-Jährige ist derzeit in der Lokalpolitik aktiv. Seit der letzten Kommunalwahl ist er Ortsvorsteher von Lobbese und Berufener Bürger in Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung Treuenbrietzen. In der Siedlung Pflügkuff, einer nach Treuenbrietzen eingemeindeten Siedlung, wohnt der gebürtige Hamburger seit vier Jahren. Zuvor war er in Teltow wohnhaft, wo er als Sachkundiger Einwohner aus Reihen der CDU in der Stadtpolitik aktiv war.

„Ursprünglich bin ich 2009 der Liebe wegen nach Teltow gezogen,  hatte aber nach mehreren Jahren den dringenden Wunsch, mich nochmals wohnlich zu verändern und aufs Land zu ziehen. Dass ich dabei in Pflügkuff gelandet bin, war ein wunderschöner Zufall“, blickt Schwabel zurück. „Durch die Kommunalwahlen 2019, bei denen auch die Ortsbeiräte bestimmt wurden, sah ich die Möglichkeit, mich aktiv in die Interessen und Belange meines Ortsteils und der Einwohner, denen ich sehr zugetan bin, einzubringen“, erklärt der Kandidat.

Der CDU hat er jedoch vor einigen Jahren den Rücken gekehrt: „Ich bin aus der CDU ausgetreten, da ich einige Ansichten persönlich nicht geteilt habe. Es fällt mir schwer, für etwas einzutreten, von dem ich nicht auch überzeugt bin. Da war es für mich konsequent, die Partei wieder zu verlassen. Ich trete als Parteiloser an, da es mir persönlich sehr wichtig ist, offen für alle Ansichten und Meinungen zu sein. Parteipolitisches Geplänkel schafft selten Lösungen und ist auch nicht im Sinne der Bürger“, erklärt Schwabel gegenüber dem TSB-Verlag. Der Vater von vier Kindern und drei Stiefkindern arbeitet als Mediator. Diese Arbeitserfahrung könne ihm auch bei seiner Arbeit als Landrat helfen, so Schwabel: „Diese halte ich für sehr hilfreich, da man gerade als Mediator offen für andere, durchaus kontroverse Sichtweisen ist“, so der Kandidat weiter. Als große Aufgabe eines künftigen Landrates sieht Schwabel die Abschaffung von Disharmonien zwischen Bürgermeistern und Amtschefs zur Kreisverwaltung – es müsse wieder mehr auf ein gemeinsames Vorankommen gesetzt und nicht gegeneinander gearbeitet werden: „Ich will wieder Vertrauen bei den Bürgern in Politik und Verwaltung  zu schaffen. Jeder Bürger sollte wieder das Gefühl bekommen, wichtiger Teil eines Ganzen zu sein und nicht nur Untertan“, untermauert Schwabel seine Motivation.

Durch seine Tätigkeit als Ortsbeirat verfügt Schwabel bereits über einen lokalpolitischen Erfahrungsschatz. „Die Erfahrungen, die ich bisher durch meine Tätigkeit als Ortsvorsteher sammeln konnte, sind die, dass es schwer ist, etwas zu ändern. Vieles möchte man in Angriff nehmen, allerdings scheitert es meist an finanziellen oder bürokratischen Hürden oder der Motivation anderer, gegebenenfalls auch einmal neue Wege zu beschreiten. Mit der Position als Landrat hoffe ich sehr, viele motivierte Personen und Gruppen an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsam den Landkreis voranzubringen.“

Um tatsächlich als Kandidat antreten zu können, ist der Parteilose jedoch auf Unterstützerunterschriften angewiesen. „Letztlich müssen noch 112 Unterschriften vorgewiesen werden. Es fehlen nicht mehr viele Stimmen, aber jede Stimme mehr schafft Sicherheit. Bedingt durch Corona und die neuen Einschränkungen von Bund und Ländern gehen die Bürger verständlicherweise nur noch für das Notwendigste vor die Tür. Einen parteilosen Einzelkandidaten zu unterstützen gehört da leider nicht unbedingt dazu. Ich hoffe, dass dieses auch bei der Kreiswahlleitung bzw. dem Wahlausschuss Berücksichtigung findet. Zumal ich, nach meinem Kenntnisstand, der einzige Kandidat bin, der die sogenannten Unterstützer persönlich beibringen muss. Wenn es Leser gibt, die mich trotzdem unterstützen möchten, können sie dieses noch bis zum 30.11.21 in den Bürgerämtern in Kleinmachnow, Stahnsdorf, Teltow, Niemegk, Treuenbrietzen, Michendorf, Beelitz und Brück sehr gerne tun“, so Schwabel abschließend. ph