AWS European Sovereign Cloud geht in Betrieb
Amazon Web Services (AWS) hat am 15. Januar in Potsdam die AWS European Sovereign Cloud feierlich in Betrieb genommen. Die AWS European Sovereign Cloud ist eine neue Cloud für Europa, die sich vollständig physisch in der EU befindet. Damit sollen die Anforderungen an Souveränitätszusicherungen und rechtliche Schutzmaßnahmen für sensible Daten europäischer Kunden erfüllt werden.
Der physische Teil der Cloud wird sich in Brandenburg befinden. Hierzu plant AWS in Brandenburg Investitionen in Höhe von etwa 7,8 Mrd. Euro. Die Umsetzung in Branden-burg erfolgt zunächst über das Einmieten in bestehende Colocation-Rechenzentren. Anschließend ist ein sukzessiver Aufbau eigener Rechenzentren in Brandenburg geplant – darunter eines südlich von Berlin und eines in Südbrandenburg. Daniel Keller, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Branden-burg, erklärte dazu: „Brandenburg ist auf dem Weg, ein digitaler Innovations-Hotspot zu werden. Die Investition von AWS trägt wesentlich dazu bei und stärkt das bestehende digitale Ökosystem aus Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, indem sie moderne Cloud-Dienste zugänglich macht, die für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und digitaler An-wendungen entscheidend sind. Durch die Bereitstellung leistungsfähiger Infrastruktur unterstützt AWS nicht nur Unternehmen bei der Umsetzung ihrer digitalen Transformationsstrategien, son-dern fördert auch die Zusammenarbeit zwischen der Forschung und der Wirtschaft. Universitäten und Forschungsinstitute in Brandenburg können von den modernen Cloud-Technologien profitie-ren, um ihre digitalen Kapazitäten auszubauen und innovative Projekte zu realisieren.“
Dr. Benjamin Grimm, Minister der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg, sagte: „Wir müssen in Deutschland und Europa bei der digitalen Souveränität dringend vorankom-men. Ich begrüße es daher, dass AWS als einer der großen Anbieter mit der European Sovereign Cloud europäischer wird. Betrieb und Steuerung erfolgen in der EU und sensible Daten werden künftig unter höchsten europäischen Datenschutz- und Sicherheitsstandards vollständig inner-halb der EU verarbeitet. Es ist gut, dass hier auf die Bedürfnisse europäischer Kunden eingegan-gen wird. Ebenso begrüße ich das C5-Testat durch und die Kooperationsvereinbarung zur Weiter-entwicklung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das stärkt das Ver-trauen von Verwaltung, Wirtschaft und Forschung und erleichtert es Cloud-Dienste zu nutzen. Was mich besonders freut: Brandenburg positioniert sich einmal mehr als verlässlicher Standort für Investitionen und digitale Innovationen.“
Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Standortes Brandenburg sagte Minister Keller: „Die In-vestitionen von AWS und der Schwarz-Gruppe in Lübbenau sowie der erhebliche Ausbau des Hasso-Plattner-Instituts tragen dazu bei, dass Brandenburg als Standort für technologische Inno-vationen weiter an Bedeutung gewinnt und sich auch weitere namhafte Unternehmen zum Stand-ort Brandenburg bekennen und hier investieren. Wir gehen aktuell davon aus, dass in den kom-menden Jahren bis zu 30 Mrd. Euro in Rechenzentren in Brandenburg investiert werden. Dies schafft langfristig wirtschaftlichen Wert und stärkt das Ökosystem insgesamt, indem es neue Ge-schäftsmöglichkeiten und Innovationspotenziale eröffnet. Nicht zuletzt könnte Brandenburg da-mit nach der Rhein-Main-Region zum führenden Rechenzentrumsstandort in Deutschland aufstei-gen.“
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