Stahnsdorfer Arzt erhält Bundesverdienstkreuz
Gesundheitsministerin Britta Müller hat am 27. Februar dem in Stahnsdorf lebenden Schmerzmedizin-Experten Dr. Knud Gastmeier für sein langjähriges Wirken und seine außerordentlichen Erfolge auf dem Gebiet der palliativmedizinischen Versorgung sowie bei der Entwicklung und Etablierung der Schmerzmedizin im Land Brandenburg das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Die hohe Auszeichnung war zuvor von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen worden.
Der gebürtige Rostocker Dr. Knud Gastmeier lebt in Stahnsdorf. Er erhielt das Verdienstkreuz am Bande für sein „dauerhaftes ehrenamtliches und berufliches Wirken sowie seine wissenschaftliche Tätigkeit“ auf dem Gebiet der Schmerztherapie, wie es in der Begründung heißt. Gewürdigt werden insbesondere seine Verdienste bei der „Vernetzung der Brandenburger Schmerztherapeutinnen und Schmerztherapeuten mit dem Ziel des kollegialen fachlichen Austauschs; in der Berufspolitik – bei der Weiterbildung und Förderung des schmerztherapeutischen Nachwuchses; bei der Qualitätssicherung sowie im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit“.
Gesundheitsministerin Müller: „Dr. Knud Gastmeier hat sein ganzes berufliches Leben dem Ziel gewidmet, den körperlichen Schmerz anderer Menschen zu lindern und ihnen damit ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Die bessere Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen war und ist ihm ein Herzensanliegen. Seine Leistungen auf diesem Gebiet sind ebenso enorm wie beeindruckend: Bereits 1986 gehörte er zu den Initiatoren der ersten interdisziplinären Schmerzkonferenz in Potsdam – zu einer Zeit also, als gezielte Schmerztherapien und die interdisziplinäre Schmerzmedizin überhaupt in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte. Dr. Gastmeier trug maßgeblich zum Aufbau eines Netzwerks solcher Konferenzen im Land Brandenburg bei. Auch auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung erwarb er sich überragende Verdienste, nicht zuletzt, indem er Kolleginnen und Kollegen auf eigene Kosten zu Schmerztherapeuten weiterbildete. Ich freue mich sehr, das Verdienstkreuz am Bande heute an Dr. Knud Gastmeier überreichen zu dürfen. Ohne ihn wäre die Schmerzmedizin im Land Brandenburg in ihrer heutigen Form nicht denkbar.“
Dr. Knud Gastmeier promovierte 1985 an der Humboldt Universität zu Berlin in Medizin. Zunächst arbeitete Dr. Gastmeier als Facharzt, seit 1990 als Oberarzt, als Leiter der Abteilung Schmerztherapie am Bezirkskrankenhaus Potsdam, nach dem Mauerfall ließ er sich 1992 als Facharzt für Anästhesiologie und Schmerztherapeut (Schwerpunkt Krebsschmerz) in Potsdam nieder.
Dr. Knud Gastmeier war im Jahr 1993 Mitbegründer des Interdisziplinären Arbeitskreises Brandenburger Schmerztherapeuten und Palliativmediziner e.V. (IABSP), den er als Präsident fast 30 Jahre lang leitete und setzte sich aktiv für die Etablierung des zweimal jährlich stattfindenden Potsdamer Analgesiesonnabend des IABSP ein. Als Analgesie wird in der Medizin die Ausschaltung des Schmerzempfindens mit Hilfe von Medikamenten oder auch durch eine Schädigung von Zellen im zentralen oder peripheren Nervensystem bezeichnet.
1994 wurde Dr. Gastmeier einer der ersten beiden Leiter des 80-Stunden-Kurses für Schmerz- und Palliativmedizin, der eine der Voraussetzungen für den Erwerb der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ ist. Darüber hinaus ist er Mitbegründer der Qualitätssicherungskommission der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) „Spezielle Schmerztherapie“.
Nach der Gründung des Berufsverbandes der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD e. V.) im Jahr 2006 setzte sich Dr. Gastmeier als Sprecher des Landesverbandes Brandenburg für berufspolitische Themen und Anliegen ein. Seit 2017 übt er das Amt des stellvertretenden Sprechers der Ad-hoc-Kommission der Deutschen Schmerzgesellschaft „Cannabis in der Medizin“ aus.
Der Verdienstorden, umgangssprachlich auch als Bundesverdienstkreuz bezeichnet, ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen. Der Verdienstorden wird in acht verschiedenen Stufen verliehen. Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen.
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