Wärmebildkamera zeigt Energiefresser in Stahnsdorf

Es bedarf schon eines guten Grundes, um ein reichliches Dutzend Menschen bei eisiger Winterkälte auf die Straße zu treiben. Im Gemeindezentrum in der Annastraße trafen sich Ende Februar Mitarbeiter des Ingenieurbüros Seecon an dem bis dahin kältesten Winterabend mit mehreren interessierten Einwohnern aus Stahnsdorf und gingen dann im näheren Umkreis auf die Pirsch, um mit einer Wärmebildkamera Wärmelecks aufzuspüren.

Fünf Hauseigentümer hatten sich für eine Begutachtung ihrer Eigenheime angemeldet. Zunächst richtete Rene Werler von Seecon seine Kamera auf das Verwaltungsgebäude. Ein angekipptes Fenster gab eine Menge Wärme ab. Bei den Fenstern erwiesen sich die Kunststoffrahmen aus der Zeit der Jahrtausendwende als Schwachpunkte. Die Fensterscheiben selbst standen der gut gedämmten Fassade kaum nach.

Ähnliche Ergebnisse lieferten auch die Untersuchungen einiger Häuser im Grashüpferviertel und eines Eigenheims in der Annastraße. Bei zwei Haustüren leuchteten die Glasfensterchen im gelben und orangen Bereich. Etwas Wärme entwich auch aus einem Jalousiekasten. Vermeintliche Verluste an den Dachunterkanten könnten jedoch durch von dem unbedeckten Erdboden am Haus ausgehende reflektierte Wärmestrahlung verursacht werden, meinten Werler und seine Kollegin Steffi Hänig. Insgesamt bewerteten sie den Zustand der sechs untersuchten Gebäude positiv. Die Eigenheimbesitzer erhielten zunächst vor Ort eine mündliche Kurzanalyse, der etwas später eine schriftliche folgen sollte.

Hintergrund dieser Aktion sind die Ermittlungen der Arbeitsgruppe „Kommunaler Klimaschutz“ zu den Möglichkeiten der Reduzierung des örtlichen Energiebedarfs und der CO2-Emissionen.

Text: hw; Foto: Gemeinde Stahnsdorf