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Bogenjagd bleibt tabu

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) hatte alle Hoffnung in die neue Landesregierung gesetzt, um für sein Projekt „Bogenjagd“ doch noch eine Genehmigung zu erhalten. Dem hat Axel Vogel (B90/ Die Grünen) bei einem Gespräch mit Albers und Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) nun einen Riegel vorgeschoben. Für Brandenburgs neuen Umweltminister bleibt die Bogenjagd weiterhin tabu, weil Punkte wie das Abprallverhalten der Pfeile, die Akzeptanz in der Bevölkerung und die tatsächliche gesteigerte Effizienz bei der Bejagung nicht ausreichend geklärt seien.

Anderen Jagdmethoden gegenüber will sich Vogel aber öffnen. So soll durch den Einsatz energiereduzierter Munition die Möglichkeit geschaffen werden, auch in Gemeinde- oder Stadtgebiet zu jagen. Die oberste Jagdbehörde des Umweltministeriums lässt derzeit ein Gutachten erarbeiten. Es soll klären, ob die Spezialmunition tierschutzgerecht tötet. Ergebnisse der Untersuchung werden im Frühjahr erwartet. Was unter energiereduzierter Munition genau zu verstehen ist, wurde nicht näher benannt.

Auch die Jagd mit Fallen soll weiter ausgebaut werden. Die Wildökologische Forschungsstelle des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) soll die Jagdpächter dahingehend beraten. Als Fallen werden große Käfige bezeichnet, in die die Tiere mit Ködern gelockt werden. Dort werden sie dann aus nächster Nähe erlegt, ohne dass Kugeln oder Pfeile umherfliegen.

Bei dem Gespräch wurden noch weitere Mittel besprochen, um die Wildschweinpopulation zu reduzieren. So sollen die Ordnungsämter in den beiden Gemeinden stärker auf illegale Wildschweinfütterer Jagd machen und Grundstückseigentümer zu einer „schwarzwildsicheren“ Umzäunung anhalten. Sobald Bachen nicht mehr für die Jungenaufzucht gebraucht würden, müssten auch sie erlegt werden. Außerdem will die Jagdbehörde stärker mit angrenzenden Jagdbezirken kooperieren. Bernd Albers freut, dass Vogel weitere Jagdmethoden testen will und die innerörtliche Jagd durch alternative Munition gefahrloser machen will. Dennoch ist das Thema Bogenjagd für Stahnsdorfs Bürgermeister scheinbar noch nicht vom Tisch. In einer Pressemitteilung erklärt die Verwaltung, dass die Ablehnung der Bogenjagd nicht wissenschaftlich begründbar sei und dass man nie gesagt habe, dass allein die Bogenjagd das Wildschweinproblem in der Region lösen würde. Die Jagd mit ausgebildeten Bogenschützen und modernen Compoundbögen würde die Population von Schwarzwild in den Ortschaften aber auf ein erträgliches Maß reduzieren. Auch im Falle der Bogenjagd sollte ein Gutachten die ungeklärten Punkte beantworten. Anzunehmen ist, dass Albers nun die Erstellung eines solchen Gutachtens einfordern wird.