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Früheres Bushido-Anwesen in Kleinmachnow: Geldwäsche im Spiel?

Am 15. Juni war das frühere Anwesen des Rappers Bushido in Kleinmachnow versteigert worden: Ein Sohn seines Ex-Geschäftspartners Arafat Abou-Chaker erwarb das Ensemble für 7,4 Millionen Euro. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Geldwäsche.

Nach der am 15. Juni erfolgten Zwangsversteigerung des früheren Kleinmachnower Anwesens von Rapper Bushido, amtlich Anis Ferchichi, und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker ermittelt nun die Bochumer Staatsanwaltschaft wegen Geldwäscheverdachts. Laut Oberstaatsanwaltschaft laufe „ein Ermittlungsverfahren gegen eine Person aus Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen)“. Die „Welt am Sonntag“ hatte zuerst berichtet.

Es gelte nun, den möglichen Einsatz von Geld aus Straftaten beim Kauf der Immobilie zu prüfen. Ebenso untersuchen Brandenburger Staatsanwälteden Fall. Die auf dem Grundstück befindlichen Gebäude hatten zuvor dem Rapper Bushido und Arafat Abou-Chaker gehört. Abou-Chaker gilt als Kopf des in Berlin agierenden Abou-Chaker-Clans, dem organisierte Kriminalität zur Last gelegt wird.

Villen und Grundstück, die sich auf 16.000 Quadratmeter erstrecken, waren beim Amtsgericht Potsdam für 7,4 Millionen Euro versteigert worden; einziger Bieter war Ahmed Abou-Chaker, ein 21-jähriger Sohn des Clanchefs. Zuvor war der Verkehrswert der Immobilie mit 14,8 Millionen Euro angegeben worden. Ahmed Abou-Chaker hatte die erforderliche Mindestsumme geboten und anschließend den Zuschlag erhalten.

Hintergrund ist die Trennung der einstigen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker und Bushido. Seit 2020 ist auch das Landgericht Berlin in einem Strafprozess mit dem Vorgang befasst. Bushido alias Ferchichi tritt dabei als Nebenkläger und Zeuge auf. Angeklagt sind neben Abou-Chaker auch drei Brüder des Clanchefs. Die Anklage lautet auf versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Beleidigung und Untreue. ph

Bild: Redaktion