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Corona: Berlin und Brandenburg verkürzen Isolationszeit

Berlin und Brandenburg haben die verkürzte Corona-Isolation auf den Weg gebracht. Zunächst hatte der Berliner Senat die Quarantänezeit verkürzt, anschließend zog das Potsdamer Gesundheitsministerium nach.

Am Dienstag hat der Berliner Senat eine kürzere Isolationszeit für Corona-Infizierte beschlossen. Demnach müssen sich Personen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, nur noch für mindestens fünf Tage in Isolation begeben. Voraussetzung ist neben einer 48-stündigen Symptomfreiheit ein zertifizierter negativer Test. Ein Selbsttest genügt demnach nicht. Bisher galten auf Grundlage verschiedener Kriterien Isolationszeiten zwischen sieben und zehn Tagen.

Brandenburg verkürzt ebenfalls

Das Land Brandenburg hat die Isolationszeit nach einem positiven Corona-Test ebenfalls auf fünf Tage verkürzt. Laut Potsdamer Gesundheitsministerium wird ein abschließendes Freitesten künftig nicht mehr benötigt, wird aber dringend empfohlen. In beiden Bundesländern ist eine 48-stündige Symptomfreiheit Voraussetzung für die verkürzte Quarantäne. Bestehen am fünften Tag weiterhin Symptome, verlängert sich die Isolation, bis 48 Stunden Symptomfreiheit erreicht sind, längstens jedoch auf zehn Tage. Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg entfällt zudem die Quarantäne für Kontaktpersonen vollständig. Allerdings wird bei Kontakt mit Corona-Infizierten ein Test dringend empfohlen.

Die Corona-Lage habe sich in den vergangenen Wochen deutlich entspannt, und mit Ende der kalten Jahreszeit und mehr Aufenthalten im Freien sinke das Risiko für Atemwegsinfektionen, begründete Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Zudem sei die Krankenhausbelastung stabil. In beiden Ländern sollen die neuen Fristen ab Freitag (06. Mai) in Kraft treten.

Symptomfreiheit als Voraussetzung

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Berliner Senat eine Fristverkürzung ins Spiel gebracht, eine Entscheidung wegen offener Fragen jedoch vertagt. Zuletzt hatten auch die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über die Fristverkürzung beraten und sich grundsätzlich darauf verständigt. Zur Begründung hatten sie am vergangenen Donnerstag auf die zunehmende Immunität in der Bevölkerung und mildere Corona-Verläufe mit der Omikron-Variante hingewiesen. Bei einer Sitzung des Hygienebeirats sei allerdings, so Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), deutlich geworden, dass von Seiten der Eltern weiterhin Tests an Schulen gewünscht seien. Daher werden Schüler zunächst bis Pfingsten wie bisher zweimal wöchentlich auf eine Corona-Infektion getestet. In Brandenburg besteht bereits seit Montag vergangener Woche keine Testpflicht in Schulen und Kindergärten mehr.

Weniger Coronapatienten auf den Intensivstationen

Unterdessen hat sich die Corona-Situation auf den Intensivstationen der Berliner Krankenhäuser weiter entspannt. Derzeit (Dienstag, 03. Mai) seien 4,8 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, teilte der Senat mit. Aktuell würden dort 52 Menschen behandelt, 36 von ihnen müssten beatmet werden. Zum ersten mal seit dem vergangenen Sommer ist die Corona-Warnampel des Senats wieder auf Grün gesprungen. Dies ist der Fall, wenn weniger als fünf Prozent der Berliner Intensivbetten von Corona-Patienten in Anspruch genommen werden müssen.

Die Lage in Brandenburger Kliniken gestaltet sich ähnlich. Hier befindet sich die Warnampel für den Anteil von Corona-Intensivpatienten mit 5,5 Prozent ebenfalls im grünen Bereich. Am Montag (02. Mai) wurden landesweit 375 Patienten mit einer Corona-Erkrankung in den Krankenhäusern behandelt. 39 davon befinden sich auf Intensivstationen, von ihnen müssen 26 beatmet werden. ph

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