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Wie sicher ist mein Corona-Schnelltest?

Nach anfänglicher Knappheit sind Corona-Schnelltests gut verfügbar. Doch ihre Treffsicherheit ist unterschiedlich. Eine App sorgt nun schon nach wenigen Sekunden für mehr Klarheit.

Das Berliner IT-Kollektiv „Zerforschung“ hat eine Online-App entwickelt, mit der die Genauigkeit von Corona-Schnelltests schon beim Kauf überprüft werden kann. So können Kunden vermeiden, Tests mit mangelnder Treffsicherheit zu kaufen. Unter https://schnelltesttest.de/ können Kunden den Barcode eines Tests scannen oder die Ziffern des Barcodes manuell eingeben. Hierfür muss der Webseite gestattet werden, die Kamera des Handys zu nutzen. Wenn der Barcode bereits in der Datenbank der App hinterlegt ist, erhalten Kunden sofort genaue Angaben zur Zuverlässigkeit des Tests.

Die Angaben der App basieren auf der Arbeit des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das Ende 2021 die Qualität zahlreicher Tests ermittelt und veröffentlicht hat. Dabei fielen etwa 20 Prozent aller im Handel verfügbaren bei der Genauigkeit komplett durch. Und auch bei Schnelltests, die eine hohe Virenlast zuverlässig erkannten, schwankten die Ergebnisse bei abnehmender Virenmenge stark. Demnach erkennen viele Tests eine Infektion nicht, wenn nicht genügend Erreger nachgewiesen werden können.

Die Erstellung der App ging auf persönliche Erfahrungen des „Zerforschungs“-Kollektivs zurück: Unter Mitgliedern des Teams war es öfter zu Fehlkäufen gekommen; die Überprüfung der Tests anhand der vom PEI in Form einer Tabelle zur Verfügung gestellten Forschungsergebnisse erwies sich auf dem Smartphone und beim Einkaufen als zu kompliziert. Leider habe das PEI auch auf Nachfrage keinen vereinfachten Zugang zur Verfügung gestellt, weshalb sie die App schließlich auf eigene Initiative entwickelt hätten, schildern die Informatiker auf ihrer Homepage.

„Wir haben ein Problem gesehen und dafür eine Lösung gebaut. Für uns ist klar: Dass wir überhaupt eine Web-App bauen können, ist schon ein Privileg. Deshalb war es uns wichtig, den Quellcode von schnelltesttest.de für alle zugänglich zu machen und auch die Web-App für alle zu öffnen“, heißt es weiter. Die Arbeit sei jedoch ehrenamtlich geschehen; vergleichbare Initiativen von Bürgern sollten nicht zur Normalität werden: „Wir sind nur eine Gruppe von ehrenamtlichen Menschen. […] Solche Tools [dürfen] nicht davon abhängen, ob wir gerade Zeit haben oder nicht. Im Jahr 2022 muss Digitalisierung als ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge gedacht werden – erst recht, wenn es um die Bekämpfung einer seit 2 Jahren andauernden, globalen Pandemie geht. Deshalb finden wir schon ein wenig komisch: schnelltesttest wurde zwar mehrfach von öffentlichen Stellen empfohlen, allerdings hat sich bisher noch keine staatliche Institution bei uns gemeldet, um die Web-App und den damit verbundenen Betreuungsaufwand langfristig zu übernehmen. Das ist schade, denn auf Dauer können wir uns neben Studium, Job und anderen Ehrenämtern nicht darum kümmern. Und nein: Auch uns mit Geld zu bewerfen ist hier keine Lösung – wir finden, dass staatliche Stellen in der Lage sein müssen, solche Web-Apps selbst zu bauen, zu betreiben und zu betreuen“, erklärt die Gruppe weiter.

„Auch wenn wir enttäuscht sind von staatlicher Infrastruktur, die auch in diesem Bereich nicht ausreichend entwickelt ist – wir sind auch sehr glücklich, dass uns so viele Menschen geholfen haben, schnelltesttest erst überhaupt möglich und dann immer besser zu machen. Wir sind super dankbar, dass uns mittlerweile 5000 Menschen Fotos von ihren Tests gesendet und einige Menschen uns sogar auf GitHub geholfen haben, die Seite zu verbessern“, so die Informatiker abschließend. ph

Symbolbild: Redaktion