Industriemuseum in Teltow wird 15 Jahre

Das Industriemuseum der Region Teltow feiert am 14. März mit einem Festakt sein 15-jähriges Bestehen und blickt dabei auf eine bewegte Geschichte zurück, wie Museumsleiter Lothar Starke erklärt. Mehrmals hat der Trägerverein seit 2005 das Konzept erweitert, um seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Ausgesprochene Zielsetzung ist es, junge Menschen für technische Themen und Berufe zu begeistern. Deshalb kam bereits ein Jahr  nach Gründung des Museums das Informationszentrum Berufs- und Studienorientierung (IZB) hinzu. Dies pflegt eine enge Zusammenarbeit mit über 20 Schulen und 200 Unternehmen der Region und bietet Schülern lehrreiche Einblicke in die technischen Berufe von Morgen.

Aufgeteilt ist das Museum in vier Bereiche, welche die vier industriellen Revolutionen dokumentieren: 1. die Industrialisierung nach der Erfindung der Dampfmaschine, 2. die Elektrifizierung nach Entdeckung des Dynamo-Elektrischen Prinzips durch Werner von Siemens, 3. der Übergang von analoger zu digitaler Technik mit Erfindung der Computer und Mikroprozessoren und schließlich die 4. Industrielle Revolution durch die weitgehende Digitalisierung aller Produktionsprozesse. Insofern ist das Museum kein Ort, das in Nostalgie verharrt und lediglich die ­Technik und Industriekultur der vergangenen 150 Jahre präsentiert. Das tut es auch und zeigt beeindruckende Exponate wie Dampfmaschinen, Telefone oder Radios zurückliegender Epochen.

Industriemuseum Teltow_2020

Gleichzeitig zeigt es aber auch die modernen Pendants und die Entwicklungen, die maßgeblich zur Modernisierung beigetragen haben. „Wir schauen nicht nur in die Vergangenheit sondern auch in Gegenwart und Zukunft“, erläutert der 83-Jährige, der als Diplom-Ingenieur für Automatisierungstechnik technikbegeistert ist und dies zu vermitteln weiß. Vor allem schmerzt ihn aber das, wie er sagt: „Missverhältnis“ zwischen der Nachfrage nach Dienstleistungs- und Industrieberufen. Und er warnt davor, dass das technische Know-how, das in der Industrie schon heute nachgefragt wird, in den Schulen noch immer nicht vermittelt wird. „Die zukünftigen Arbeitsplätze“, mahnt er, „erfordern ein höheres Wissen und damit eine höhere Qualifikation“.

Text/ Foto: Rosa Ortega