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Jahresrückblick 2025 und Ausblick 2026 – 67 Mio. Euro in die Bundeswasserstraßen der Region Berlin-Brandenburg investiert

Das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin hat im Jahr 2025 rd. 67 Mio. Euro Bauausgaben in den Erhalt und den bedarfsgerechten sowie umweltverträglichen Ausbau der Bundeswasserstraßen in der Region Berlin-Brandenburg investiert.

Ohne Berücksichtigung der Finanzierungsanteile für den Ersatzneubau des Schiffshebewerkes Niederfinow handelt es sich dabei um die höchste Jahresrate an umgesetzten Investitionsmitteln seit über 15 Jahren.

„Die Bauvorhaben im Projektpool des WNA Berlin zählen ausschließlich zur Netzkategorie C bzw. den Freizeitwasserstraßen des Bundes und unterliegen daher bereits seit über 10 Jahren einer strengen Priorisierung. In der Folge werden hier ausschließlich Bauvorhaben bearbeitet, die für den Erhalt der Stand- und Verkehrssicherheit sowie der Betriebsbereitschaft der wasserbaulichen Anlagen und Ufereinfassungen an den Bundeswasserstraßen in Berlin-Brandenburg indisponibel sind. Auswirkungen der aktuellen Unterfinanzierung von Investitionsmitteln im Kapitel 1203 des Bundeshaushaltes auf die Realisierung baureifer Bauvorhaben des WNA Berlin erwarte ich daher nicht“, erläutert Rolf Dietrich.

Mit der Bestandskraft der Planfeststellungsbeschlüsse für die Fahrrinnenanpassung an der Flusshavel zwischen Brandenburg an der Havel und Ketzin/Havel (Teilprojekt des VDE 17) und den Ersatzneubau des Großen Wehres Sachsenhausen (Baujahr 1892) in Oranienburg konnte das WNA Berlin im Jahr 2025 zwei außerordentliche Langläufer in der Projektentwicklung bis zur Baureife bringen. Die erste Projektinitiative für diese Bauvorhaben ging bereits auf die Jahre 1992 bzw. 1974 zurück.

Den Ersatzneubau systemkritischer Wehre realisieren wir in der Regel als notwendige Folgemaßnahme zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit der betroffenen Staustufen und können so das Instrument der wasserwegerechtlich begründeten Planfeststellung für die ergebnisorientierte Bau- und Genehmigungsplanung einsetzen. In der Folge bildet das WNA Berlin inzwischen auch den bundesweiten Benchmark bei der Umsetzung der Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit. Aktuell befindet sich eine Anlage in der Bauausführung (Staustufe Mühlendamm), drei weitere befinden sich in der Bauvorbereitung (Staustufe Neue Mühle in Königs Wusterhausen und zwei an der Staustufe Sachsenhausen in Oranienburg). Im November 2024 wurde die neue Fischaufstiegsanlage Steinhavel in Fürstenberg/Havel in Betrieb genommen und im Zuge von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für das VDE 17 hatte das WNA Berlin zudem bereits neue Fischaufstiegsanlagen an den Staustufen Brandenburg an der Havel (2006) und Bahnitz (2011) errichtet.

Im Laufe des Jahres 2026 soll mit der Ausschreibung bzw. Bauausführung für folgende neue Bauaufträge begonnen werden:

Baulos 2 zur Grundinstandsetzung der Ufer des Charlottenburger Verbindungskanals (Auftrag vergeben)

Baulos 2 zur Fahrinnenanpassung an der Berliner Nordtrasse (Spandauer Havel, Teilprojekt VDE 17, Angebote submittiert)

Baulos 1 zur Fahrrinnenanpassung an der Flusshavel (Dammgraben bei Ketzin/Havel, Teilprojekt VDE 17)

Ersatzneubau des Wehres Neue Mühle an der Dahme-Wasserstraße (inclusive einer Fischauf- und -abstiegsanlage, Rückbau der vorhandenen drei Einzelwehranlagen, Ersatzneubau der Mühlengrabenbrücke und Wiederaufbau einer Bootsschleppe)

Ersatzneubauten für die über den Teltowkanal führenden Bäkebrücke und Techowbrücke sowie für die Schleusenbrücke Eisenhüttenstadt

Die laufenden Bauvorhaben für den Ersatz der Marggraffbrücke über den Britzer Verbindungskanal und den Ersatz des Wehres Mühlendamm mit Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit in Berlin-Mitte befinden sich weiter gut im Bauzeiten- und Kostenplan.

Im Januar 2026 wird die Abnahme und Verkehrsfreigabe für den Umbau des so genannten „Spandauer Horns“ an der Spreemündung erfolgen.

Die Inbetriebnahme der neuen Leitzentrale Berlin-Grünau soll mit Beginn des Regelbetriebs für die Fernbedienung der ersten von dort fernbedienten Anlagen beginnen, voraussichtlich im Frühjahr 2026.

Fotomotiv: Schubverband Köln 1 & 2 (teilabgeladen mit Abmessungen von 172 m Länge und 9,60 m Breite) am 29.12.2025 auf der Mittleren Havel bei der Passage der Liegestelle Ketzin/Havel in Richtung Berlin / Wasserstraßen-Neubauamt Berlin