BER erreicht als erster Flughafen in Deutschland Level 4 der Airport Carbon Accreditation
Der Flughafen Berlin Brandenburg wurde erneut für sein CO₂-Management ausgezeichnet. Als erster Flughafen in Deutschland erreicht der BER das Level 4 der Airport Carbon Accreditation (ACA). Das stellt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem CO₂-neutralen Flughafenbetrieb dar. Die Auszeichnung wurde heute gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, im Roten Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Airport Carbon Accreditation ist ein weltweit anerkanntes Zertifizierungsprogramm des Airport Council International (ACI) EUROPE. Das Programm wird in enger Zusammenarbeit mit den vier ACI Regionen umgesetzt und dabei von ACI World unterstützt. Es bewertet und würdigt die Aktivitäten von Flughäfen zur strukturierten Erfassung, Steuerung und Reduzierung ihrer Kohlenstoffemissionen. Die Teilnahme ist freiwillig, die Auditierung erfolgt durch unabhängige, externe Gutachter.
Was bedeutet Level 4?
Mit dem Aufstieg auf Level 4 erfüllt die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) deutlich umfangreichere Anforderungen als auf dem bisherigen Level 3:
• Mit ihrer CO₂-Roadmap hat die FBB einen strategischen Carbon-Management-Plan mit klaren Meilensteinen und langfristiger Planung erarbeitet.
• Es gilt der Grundsatz der absoluten CO₂-Reduktion, nicht nur relativer Verbesserungen, im Einklang mit den globalen Klimazielen des Weltklimarates.
• Die FBB geht partnerschaftliche Verpflichtungen mit Unternehmen am Standort ein, um gemeinsam konkrete Emissionsreduzierungen zu erreichen.
• Die FBB erfasst nicht nur alle eigenen Emissionen (Scope 1 und 2), sondern bezieht zusätzlich relevante vor- und nachgelagerte Emissionen (Scope 3) in ihr CO2-Management ein, darunter auch gebundene Emissionen entlang der Lieferkette.
Was die FBB bereits umgesetzt hat
Zur Reduzierung ihrer Emissionen setzt die FBB auf den Ausbau erneuerbarer Energien und mehr Energieeffizienz. Seit Anfang 2025 sind am BER auf mehreren Parkhausdächern Photovoltaikanlagen in Betrieb. Weitere Anlagen folgen bis 2030, u.a. auf den Freiflächen neben den Flugbetriebsflächen. Auch bei der Energieeinsparung wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Durch die Umrüstung der Beleuchtung im Terminal 1 auf LED, die nächtliche Dimmung oder Abschaltung der sogenannten Befeuerung der Flugbetriebsflächen sowie die Optimierung technischer Anlagen konnten im letzten Jahr bereits 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom eingespart werden. Auf dem Vorfeld setzt der Flughafen BER zudem verstärkt auf Elektromobilität. Seit 2022 gelten für Bodenverkehrsdienstleister gerätespezifische E-Quoten, die Mitte des kommenden Jahres erhöht werden. Aktuell stehen auf den Vorfeldern über 120 Ladepunkte zur Verfügung.
Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH:
„Die Auszeichnung mit Level 4 der Airport Carbon Accreditation ist ein starkes Signal für unsere Ambitionen beim Klimaschutz. Im Schulterschluss mit unseren Partnern am BER übernehmen wir Verantwortung für die konsequente Reduzierung von CO2-Emissionen im Flughafenbetrieb. Das gemeinsame Ziel aller deutschen Verkehrsflughäfen ist klar: ein CO₂-neutraler Flughafenbetrieb bis spätestens 2045.“
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin:
„Der Flughafen BER nimmt den Klimaschutz sehr ernst und zeigt, dass moderne Mobilität und konsequenter Klimaschutz kein Widerspruch sind, sondern gemeinsam umgesetzt werden können. Wir wollen den BER weiter stärken und brauchen mehr internationale Flugverbindungen, um die Metropolregion und Ostdeutschland besser anzubinden und damit auch unsere Wirtschaft zu stärken. Die Auszeichnung unterstreicht Berlins Rolle als zukunftsorientierter, international wettbewerbsfähiger Standort.”
Anton Förtsch, Nachhaltigkeitsmanager der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH:
„Level 4 der Airport Carbon Accreditation ist das Ergebnis intensiver fachlicher Arbeit und umfassender Datenaufbereitung. Besonders wichtig war uns, neben Scope 1 und Scope 2 auch alle relevanten Scope-3-Emissionen zu erfassen und gemeinsam mit unseren Partnern konkrete Maßnahmen zu vereinbaren. Wir wollen nicht nur Emissionen zählen, sondern sie wirksam und dauerhaft senken, gemeinsam mit unseren Partnern, vertraglich abgesichert und wissenschaftlich fundiert. Mit unserer CO₂-Roadmap haben wir dafür einen klaren Pfad definiert, um unsere Ziele zu erreichen. Die neue Akkreditierung unterstreicht: Wir meinen es ernst.“
Olivier Jankovec, Director General bei ACI EUROPE:
„Das Erreichen von Level 4 der Airport Carbon Accreditation am Flughafen Berlin Brandenburg spiegelt ein klares Bekenntnis wider, den Flughafenbetrieb vollständig im Einklang mit den europäischen Klimazielen und dem Pariser Abkommen zu transformieren. Mit dem Ziel, bis 2045 Netto Null zu erreichen, verankert der Flughafen das CO2-Management in seiner langfristigen Strategie. Dazu investiert er in erneuerbare Energien, elektrifiziert den Bodenverkehr, unterstützt nachhaltige Flugkraftstoffe und stärkt die Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften und weiteren Partnern. Glückwunsch an das gesamte Team des BER zu diesem wichtigen Meilenstein als erster Flughafen in Deutschland, der dieses Niveau an CO2-Management erreicht hat.“
Ausblick
Die FBB verfolgt das Ziel, ihre CO₂-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 2010 zu reduzieren und spätestens bis 2045 einen CO₂-neutralen Betrieb am BER zu erreichen. Die Airport Carbon Accreditation bietet dafür einen transparenten, internationalen Rahmen mit klaren Standards und macht Fortschritte vergleichbar und überprüfbar. Das fünfte und somit höchste Level der Akkreditierung fordert u.a. das Erreichen und Aufrechterhalten von Reduzierungen der absoluten CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) um mindestens 90 Prozent.
Foto: v.l.n.r. Dr. Arne Diedrich, Nachhaltigkeitsmanager der FBB; Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der FBB; Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin; Anna Panckow, Expertin Kommunikation Nachhaltigkeit der FBB; Anton Förtsch, Nachhaltigkeitsmanager der FBB / Foto: FBB
