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29-Euro-Abo: Nur für Berlin, ohne Tarifbereich C?

Berlins Senat will die Bürger angesichts hoher Energiepreise entlasten und erwägt ein befristetes 29-Euro-Abo bis Ende Dezember für das Stadtgebiet. Brandenburg und damit der Tarifbereich C bleiben wohl außen vor.

Notfalls will der Berliner Senat eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auch im Alleingang für das Stadtgebiet einführen. Angesichts der Zurückhaltung des Landes Brandenburg arbeitet die Hauptstadt nun an einer Insellösung.

Damit würde ein auf Berlin zugeschnittenes Angebot nur in den Tarifbereichen A und B gelten, nicht jedoch in der Tarifzone C oder im gesamten Gebiet des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Laut Verkehrsverwaltung des Abgeordnetenhauses wird nun an der Einführung eines monatlichen 29-Euro-Tickets zwischen 01. Oktober und 31. Dezember gearbeitet. Dieses soll im Tarifgebiet AB als Abonnement erhältlich sein.

Die Umsetzung als Abonnement soll Umsetzungsprobleme oder finanzielle Nachteile vermeiden. Dazu habe das Bundesverkehrsministerium gerate, heißt es seitens der Verkehrsverwaltung. Anderenfalls hätten Rückzahlungen von Mitteln aus dem ÖPNV-Rettungsschirm gedroht.

Nach jetziger (Mittwoch, 14. September) Sachlage profitieren Inhaber eines AB-Abonnements von Oktober bis Dezember von der geplanten Vergünstigung. Wer ein AB-Abo neu abschließt, soll diese Vergünstigung ebenfalls erhalten. Ein monatlicher Kauf des Tickets soll dagegen nicht möglich sein.

Mit dem Auslaufen des geplanten 29-Euro-Tickets sollen die Kunden ein Sonderkündigungsrecht erhalten und entscheiden können, das Abonnement zu beenden oder fortzuführen – dann entweder zu den normalen Bedingungen oder Preisen oder bereits für einen bundesweiten Nachfolger des Neun-Euro-Tickets.

Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hat wiederholt unterstrichen, das mögliche 29-Euro-Ticket sei eine Übergangslösung bis zum bundesweiten Start eines neuen Nahverkehrstickets. Auch bei einem Berliner Alleingang ist zumindest die Duldung durch das Nachbarland Brandenburg erforderlich. Am Donnerstag (15. September) kommt regulär der VBB-Aufsichtsrat zusammen. Hier haben Brandenburgs Landesregierung, Landkreise und Kommunen die Mehrheit; hier war bisher eindeutige Ablehnung gegenüber den Berliner Plänen zu vernehmen. ph

Bild: Redaktion