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Frank Bommert im Gespräch

Von Volkert Neef

Der CDU-Politiker Frank Bommert aus Hennigsdorf gehört dem Brandenburger Landtag seit 2009 an. Bommert, der 1990 mit einem Metallbaubetrieb sein eigenes Unternehmen gegründet hatte, ist seit 2019 stellvertretender  der CDU Brandenburg. Ebenfalls seit 2019 leitet der Parlamentarier den Landtagsausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Energie.

Am 26. November konnte er beim „16. Kremmener Gespräch“  im Spargelhof Kremmen zwei Fraktionsvorsitzende aus dem Brandenburger Landtag begrüßen. Die Gästeliste führte mit Sebastian Walter (Die Linke) einen „roten“ und mit Jan Redmann (CDU) einen „schwarzen“ Fraktionsvorsitzenden“ auf. Das Gesprächsmotto:  „Redmann versus Walter“. Seit 2019 ist die CDU im Kabinett von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als Partner am Regierungstisch vertreten. Zwei Jahre sind Zeit genug, eine Zwischenbilanz zu ziehen: Was hat man bisher bewirken können, und was will man noch schaffen? Wo kann Kritik geübt werden, und wo sind die Unterschiede im Vergleich zur rot-roten Vorgängerregierung?

Auf der sehr gut besuchten Veranstaltung waren sowohl Mitglieder der noch amtierenden Bundesregierung sowie Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker anzutreffen. Uwe Feiler (CDU), Geschäftsführender Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Oberhavel-Havelland II, war ebenso Gast wie der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, der Potsdamer CDU-Landtagsabgeordnete Steeven Bretz sowie dessen Fraktionskollege Andre Schaller aus Rüdersdorf. Gastgeber Ernst-August Winkelmann, Inhaber des Spargelhofs Winkelmann, und der Kremmener Betriebsleiter Malte Voigts zeigten sich sichtlich erfreut, dass Frank Bommert zahlreiche Gäste an den Tisch zu bringen vermochte. Der Politiker erwiderte: „Ich finde es auch sehr gut, dass man sich außerhalb des Plenarsaals einmal zu guten Gesprächen zusammensetzen kann.“


Im Gespräch betonte Sebastian Walter: „Es muss unter Demokraten möglich sein, hart und fair, um der Sache willen, zu streiten.“ Der Vorsitzende der Linken-Fraktion betonte sogleich: „Mit Frank Bommert kommt man sehr gut aus. Da weiß man, woran man ist. Niemals würde ich mich mit einem Mitglied der AfD zu so einer Veranstaltung überreden lassen“. Was die AfD im Landtag betreffe, so konnte Jan Redmann berichten: „Die AfD ist ein Totalausfall. Kein Vorschlag aus den Reihen dieser Fraktion ist nach vorne gedacht“. An seinem Linken-Kollegen schätzt Jan Redmann: „Man kann sich auf ihn verlassen. Er hält immer sein Wort, selbst wenn er einem etwas nur unter vier Augen zugestanden hat. Mir missfällt: Manchmal, besonders am Mikrofon des Landtags, redet er sich in Rage.“ Frank Bommert meinte: „Man kann es ja auch so betrachten: Das In-Rage-Reden hat immer einen großen Unterhaltungswert. Dass man sich auf den standhaften Sebastian Walter verlassen kann, erinnert mich als jemanden, der vom Lande kommt, an alte Bauerntraditionen. Der gegebene Handschlag, das ausgesprochene Wort, benötigten keinen Vertrag. Da galten das Wort und der Handschlag noch etwas. Oft ist es heute noch so.“

Sebastian Walter konnte in Richtung der Christdemokraten sogar Lob verteilen: „Dass man das Gesetz zum Mindestlohn umgesetzt hat, finden wir Linken sehr gut.“ Zum selben Punkt brachte er jedoch auch Kritik an: „Wer so ein gutes Gesetz beschließt, muss auch dafür Sorge tragen, dass es flächendeckend kontrolliert wird! Da ist längst noch nicht alles stimmig.“ Von Redmann kam der Hinweis: „Der Mindestlohn ist längst kein Thema mehr.“ Er wies darauf hin, dass der „US-Autobauer Tesla in Grünheide gar nicht vom Mindestlohn redet. Wenn Tesla nur Mindestlohn zahlen würde, bekäme er die vielen offenen Stellen gar nicht besetzt. Da zahlt man im Werk in Grünheide schon übertariflich und hat trotzdem noch Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden.“ Das wird, so erklärte es der CDU-Fraktionsvorsitzende, auch dazu führen, dass andere Unternehmen sich anpassen müssten. Wer nur Mindestlohn in Brandenburg zahle, werde es schwer haben, geeignetes Personal für sein Unternehmen zu finden.

Der Linken-Fraktionsvorsitzende Sebastian Walter übte besondere Kritik am Landesgesundheitsministerium, das in den Händen der Grünen liegt. „Natürlich gilt es, die Corona-Pandemie gemeinsam zu bekämpfen. Nur: Wir diskutieren heute das, was wir schon vor einem Jahr diskutiert haben.“ Er warf der Grünen-Ministerin Versäumnisse vor.

Viele Punkte kamen zur Sprache, andere aus Zeitgründen gar nicht oder nur am Rande. Bommerts Fazit: „Wir alle haben im Spargelhof Kremmen einen sehr interessanten Abend erleben dürfen. Dieses Gespräch zwischen Jan Redmann und Sebastian Walter verlangt regelrecht eine Fortsetzung“. Der lange und starke Applaus des Publikums bestätigten dessen.

Foto: Frank Pfuhl