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Ministerpräsident Woidke: Wassertourismus in Brandenburg ist ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland

Von Volkert Neef

Am 04. August lud Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zur traditionellen Sommer-Tourismus-Pressefahrt ein – dieses Jahr unter dem Motto „Wassertourismus in Brandenburg“.

Die Zahlen sprechen für den hohen Stellenwert des Tourismus in Brandenburg: 2019 gab es im gesamten Bundesland über 13,9 Millionen Übernachtungen, über 100.000 Arbeitskräfte sind im Tourismussektor beschäftigt.

Von der Staatskanzlei in Potsdam aus fuhr Woidke mit Medienvertretern zum Ziegeleipark Mildenberg. Dort wurden sie vom Landrat des Landkreises Oberhavel, Ludger Weskamp (SPD), Caroline Boehnke, Geschäftsführerin der Spree Marine GmbH, André Presch, dem Pächter des Alten und Neuen Hafens und Roy Lepschies, dem Leiter des Ziegeleiparks, begrüßt. Lepschies ist zugleich ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Stechlin. Der Landrat teilte mit, dass Brandenburg „das Bundesland der 3.000 Seen ist. Da kann kein anderes Bundesland mithalten.“

Unter anderem führt der internationale Radweg Berlin – Kopenhagen an Mildenberg vorbei. Einst stand der Ort für das größte Ziegeleirevier in Europa, in dem 5.000 Menschen arbeiteten. 1997 entstand der 47 Hektar große Ziegeleipark. Als gebürtiger Hamburger kennt sich André Presch mit Hafen und Schiffen bestens aus. Mit seiner Familie kam er einst als Urlaubsgast hierher und war so begeistert, dass er sich hier niederließ. Im „Alten Hafen“ sind 15 komplett ausgestattete Yachten vorhanden, die von wassersportbegeisterten Besuchern gemietet werden können. Im „Neuen Hafen“ baute man 55 Bootsliegeplätze zusätzlich auf. Andre Presch plante, dass in etwa zweieinhalb Jahren alle Liegeplätze verpachtet sein würden. Doch inder Pandemiezeit und einem verstärkten Trend zum Urlaub im eigenen Land waren alle Plätze schon nach vier Monaten an Freizeitkapitäne verpachtet. „Anfang 2020 hatte ich befürchtet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken zu müssen. Das war glücklicherweise nicht der Fall. Wir haben genug zu tun im Alten und Neuen Hafen“.  

Bootsvermietungen profitieren von Corona

Caroline Boehnke kann berichten, dass zahlreiche Wassersportler ihr mitgeteilt hatten, momentan könne man kaum spontan ein Freizeitboot in Deutschland kaufen. Werften hätten lange Wartezeiten im Programm für neue Schiffsbauten, und gebrauchte Boote würden den Verkäufern regelrecht aus den Händen gerissen „und lange Verkaufsverhandlungen der potentiellen Kunden, um den Preis zu senken, finden nicht mehr statt. Man ist froh, ein Boot kaufen zu können.“ Wie sehr der Urlaub auf den Brandenburgern Gewässern beliebt ist, kann die Geschäftsführerin auch mit diesen Zahlen belegen: „Wir bieten acht Luxusyachten an. Pro Woche wird ein Preis von 1.500 bis 4.000 Euro aufgerufen, das richtet sich nach der Größe der Yacht und der Jahreszeit. Alle Yachten sind vermietet. Dabei bin ich der teuerste Anbieter in Deutschland. Keiner fragt jetzt nach dem Preis. Die Gäste waren froh, dass sie eine Yacht mieten konnten.“ Das man jetzt so gute Buchungszahlen vorweisen könne, sei „natürlich auch der Corona-Pandemie geschuldet“.

Im Ziegeleipark können die Besucher sich auf See und an Land amtlich anerkannt weiterbilden. Wer keinen Bootsführerschein besitzt, wird mit einem Charterschein für einen führerscheinfreien Törn fitgemacht. Mit der parkeigenen Bahn fuhr Roy Lepschies die Gäste durch das Gelände. Mit seinem Team macht der Leiter des Ziegeleiparks auf Wunsch die Gäste mit einer sehr alten, rauchenden Dame bekannt: „Bei uns kann man den Charme der Dampflokzeit genießen. Man darf unsere alte Lady selber bewegen und erhält anschließend zur Erinnerung einen Dampfteller, ein T-Shirt sowie eine Urkunde, die den Gast als Ehrendampflokführer ausweist.“

An der ältesten künstlichen Wasserstraße Deutschlands

Der Ministerpräsident zeigte den Medienvertretern auch den Stadthafen Liebenwalde. Hier ist der seit 2016 auf seiner gesamten Länge von 42 km wieder durchgängig befahrbare Finowkanal eine der zahlreichen Attraktionen. Es ist die älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraße Deutschlands. Aus einem ehemaligen Industriehafen erschuf man in Liebenwalde einen wichtigen Standort für den Wassertourismus. Mit 32 Bootsanlegeplätzen und 11 Wohnmobilstellplätzen sowie einer Anlegemöglichkeit für Wasserwanderer ist Liebenwalde, die Stadt am Finowkanal, ein beliebter Ausflugsort.

Zum Abschluss der Tour ging es zum Schlosshafen Oranienburg. Hier liegen Entspannung und Erlebnis im Grünen nah beieinander. Ruhe und Idylle finden die Gäste hier ebenso wie Freizeitspaß und Kulturgenuss. 2009 fand in Oranienburg die Landesgartenschau statt. Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Brandenburg hat mit dem Wassertourismus ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. Kein anderes Bundesland bietet nahezu flächendeckend so eine Fülle von attraktiven Revieren und wassertouristischen Angeboten. Verstärkt wird dies noch durch die gute Zusammenarbeit mit den Highlights bei den Nachbarn. Dazu gehören die Mecklenburger Seenplatte, die im Norden bis nach Brandenburg hineinragt, die Berliner Gewässer bis hin zum brandenburgisch-sächsischen Lausitzer Seenland“.

Titelbild: Ministerpräsident Dietmar Woidke (re.) mit dem Landrat des Kreies Oberhavel, Ludger Weskamp.

Aufnahme: Volkert Neef