Prozessauftakt: Serienvergewaltiger gesteht Taten

Im Juni und Juli 2020 versetzte ein Vergewaltiger Berlin und das Umland in Schrecken: Sieben Übergriffe gingen auf das Konto des 30-jährigen Siniša K., unter anderem in Kleinmachnow. Zum Prozessauftakt am Mittwoch gestand er die Taten.

Eine Serie aus sechs Vergewaltigungen und einem weiteren versuchten Übergriff bestimmten im Sommer 2020 die Schlagzeilen in Berlin und Brandenburg – erst die Festnahme des Tatverdächtigen, des 30-jährigen serbischen Staatsbürgers Siniša K., ließ die Region aufatmen. Zum Prozessauftakt am Mittwoch gestand der Angeklagte die ihm angelasteten Vergehen.

Bereits der erste Verhandlungstag brachte schockierende Einzelheiten an das Licht der Öffentlichkeit: So habe er vor dem Übergriff gegen eine 14-Jährige diese mit einem Schraubendreher bedroht – nach der Tat soll Siniša K. sie angehalten haben, ihm innerhalb von zehn Tagen 2.000 Euro auszuhändigen. Ein anderes Opfer habe er laut Staatsanwaltschaft mit einem Messer bedroht. Eine 18-Jährige habe er gewürgt, trotz seines Versprechens, „sie nicht anzufassen“. Erst nach einer handfesten Auseinandersetzung habe K. von ihr abgelassen; hier sei es „nur“ bei einer versuchten Vergewaltigung geblieben. Nur wenige Stunden habe sich K. an einer Kleinmachnower Joggerin vergangen und deren Kopf in einem Wutanfall mehrere Male gegen einen Baumstamm geschlagen – anschließend habe er ihr für den Heimweg sein Fahrrad überlassen und ein erneutes Treffen für den nächsten Tag vereinbart.

Diese und alle weiteren Opfer hätten Momente der Todesangst erlebt, so die Staatsanwaltschaft. Mehrfache Vergewaltigungen, Würgemale und Blutergüsse hätten von besonderer Brutalität gezeugt; nach den Taten habe er die Opfer mit dem Tode bedroht, falls sie die Taten gegenüber der Polizei erwähnten. Die Festnahme erfolgte schließlich am 16. Juli 2020: Nach seiner letzten Tat am 16. Juli zwischen Dreilinden und Potsdam-Babelsberg sichtete ihn die Polizei in der Nähe des Tatorts und nahm ihn nach einer Verfolgungsjagd Stunden später in Berlin-Wannsee fest.

Bereits in Serbien hatte K. eine fünfjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung verbüßt – der Anwalt einer Nebenklägerin aus Kleinmachnow sieht darin ein Indiz für die Gefahr, die von K. ausgehe. Dieser hat am ersten Prozesstag über seinen Anwalt die Taten eingeräumt. Die Urteilsverkündung ist nach 15 Prozesstagen für den 17. Mai vorgesehen. Diese wird er dann als Vater eines Kleinkindes vernehmen: Wenige Wochen nach seinen Taten hatte K.s Partnerin in Serbien eine Tochter zur Welt gebracht. ph

Bild: Polizei Berlin