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Helios-Klinikum Ernst von Behring: Zertifizierung als Mitralklappen-Zentrum

In Deutschland leiden schätzungsweise etwa eine Million Menschen an einer undichten Mitralklappe. Diese sogenannte Mitralklappeninsuffizienz konnte lange Zeit nur durch eine offene Herzoperation behandelt werden. Inzwischen können viele Klappen über einen Katheter von der Leiste aus „repariert“ werden, wie in der Klinik für Kardiologie am Helios-Klinikum Emil von Behring. Für die ausgezeichnete Behandlungsqualität wurde der Fachbereich um Chefarzt Prof. Dr. med. Cemil Özcelik jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e.V. (DGK) als Mitralklappen-Zentrum zertifiziert.

Dr. med. Florian Pape, Oberarzt und Leiter der Herzkatheterlabore, Chefarzt Prof. Dr. med. Cemil Özcelik und der Leitende Oberarzt Dr. med. Sebastian Schattke (v.l.n.r.) freuen sich über die DGK-Zertifizierung zum zertifizierten Mitralklappen-Zentrum.

Die Mitralklappe gilt als „Einlassventil“ zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Mit jedem Herzschlag wird sie verschlossen, damit das Blut mit hohem Druck in die Aorta gepumpt werden kann. Jede Undichtigkeit der Klappe, die als Mitralklappeninsuffizienz bezeichnet wird, senkt die Leistung. Dies führt zu Luftnot bei Belastung und einer zunehmenden körperlichen Schwäche. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es dann in der Regel zu einer Herzschwäche.

An der Klinik für Kardiologie am Helios-Klinikum Emil von Behring werden seit 2019 minimalinvasive, katheter-interventionelle Verfahren zur Behandlung einer Mitralklappeninsuffizienz eingesetzt. Hierbei kommen unter anderem Mitralklappen-Clips zum Einsatz. Dabei wird unter Vollnarkose über die Leistenvene ein Katheter in das rechte Herz und mittels Punktion der Herzscheidewand in das linke Herz geschoben. An der Spitze des Katheters befindet sich der Clip, der unter Ultraschallkontrolle an der richtigen Stelle zwischen den Segeln der Mitralklappe platziert wird. Die Ultraschallkontrolle garantiert ein optimales Ergebnis.

Prof. Dr. med. Cemil Özcelik, Chefarzt der Kardiologie am Helios Klinikum Emil von Behring.
 

Chefarzt Prof. Dr. med. Cemil Özcelik: „Wir freuen uns, dass die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie von der Qualität unserer Behandlungen überzeugt ist und wir uns ab sofort zu dem ausgewählten Kreis von zertifizierten Mitralklappen-Zentren zählen dürfen.“ In Berlin gibt es erst vier vergleichbare Zentren, dabei ist das Zentrum am Helios Klinikum Emil von Behring das einzige im Südwesten der Stadt. Deutschlandweit gibt es nur 41 Mitralklappen-Zentren.

Der Mitralclip wird unter Vollnarkose über die Leistenvene ein Katheter in das rechte Herz und mittels Punktion der Herzscheidewand in das linke Herz geschoben.

Die DGK überzeugte sich von der optimalen Behandlungs-qualität, die ein kompetentes, interdisziplinäres Team aus interventionellen Kardiologen, Narkoseärzten und weiteren Spezialisten gewährleistet. Darüber hinaus waren die prüfenden Zertifizierer angetan von der exzellenten Organisation des Programmes, der hohen fachlichen Expertise, der Wachstumsgeschwindigkeit des Mitralklappen-Programms, der sehr guten Vernetzung mit Zuweisern sowie der hervorragenden Vorbereitung des Zertifizierungsprozesses. Dr. med. Sebastian Schattke, Leitender Oberarzt und Dr. med. Florian Pape, Oberarzt sowie Leiter der Herzkatheterlabore, in dem die Behandlungen durchgeführt werden, zeigen sich ebenfalls zufrieden: „Mit der Zertifizierung bekommen Patientinnen und Patienten die Bestätigung, dass sie sich bei Erkrankungen der Mitralklappe vertrauensvoll in unsere Hände begeben können, denn wir behandeln nachweislich nach den besten Standards.“

Lob und Gratulation kommt von Florian Kell, Klinikgeschäftsführer des Helios-Klinikums Emil von Behring: „Eine Zertifizierung durch eine medizinische Fachgesellschaft ist immer ein ehrenvoller wie herausfordernder Prozess, der bereits im normalen Klinikalltag sehr aufwändig ist. Diesen Prozess nun in Pandemiezeiten erfolgreich zu durchlaufen, zeigt – im wahrsten Sinne – mit wieviel Herz alle Kardiologinnen und Kardiologen an der Zertifizierung gearbeitet haben.“ PM

Bilder: Thomas Oberländer | Helios-Kliniken