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Christina Schwarzer: Aus Neukölln für Neukölln

Mit Fug und Recht handelt es sich bei Christina Schwarzer um eine Neuköllnerin. Sie kam 1976 in Neukölln zur Welt und trat 1996 in die dortige CDU und deren Nachwuchsorganisation JUNGE UNION (JU) ein. Von 2003 bis 2005 war Christina Schwarzer Neuköllner JU-Vorsitzende. Der Neuköllner BVV gehörte sie von 1999 bis 2013 an, zuletzt sogar als Fraktionsvorsitzende. Seit Januar 2015 ist sie Stellvertretende Kreisvorsitzende der Neuköllner CDU. Im Herbst 2013 wurde sie in den Deutschen Bundestag gewählt. Im Hohen Haus ist die Neuköllnerin Schriftführerin und Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Digitale Agenda. Der Teltower Stadtblatt-Verlag sprach mit der Parlamentarierin. Natürlich fand das Gespräch in Neukölln statt, auf dem Gelände des Gutshofes vom Schloss Britz. „In Neukölln fühle ich mich sehr wohl. Das ist mein Wohnort und mein Wahlkreis. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, von hier wegzuziehen. Neukölln steht wie kaum ein anderer Ort für Vielfalt, Tradition und Moderne. Sehen Sie sich diesen Gutshof an. Vor knapp 10 Jahren noch wurde er nicht bewirtschaftet. Nunmehr findet hier ein buntes Treiben statt.“ Man sieht Pferde und Ziegen sowie Federvieh, der Ort ist Kulturstandort und ein gastronomischer Betrieb ist auch angeschlossen. „Hier können Kinder Tiere streicheln. Jedes Jahr findet auch der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Britz statt. Bis zum Hermannplatz sind es vom Gutshof Britz aus gerade einmal 10 Minuten Fahrt mit dem Auto.“ Mit einem Lachen berichtet Christina Schwarzer: „Einmal habe ich weitangereiste Freunde, die mich besuchen kamen, zum Essen eingeladen. Die dachten, wir fahren von Neukölln aus zum Kudamm oder sonst wo hin. In Neukölln Essen gehen? Das war die skeptische Frage meiner Freunde. Umso erstaunter waren sie, auf welch hohem Niveau wir Neuköllner deutsche sowie internationale Küche anbieten können. In unserem Bezirk können wir vom Imbissbetrieb über das Restaurant bis hin zum prämierten Sternekoch alles aufweisen.“ Mit rund 330.000 Einwohnern kommt Neukölln spielend an die Einwohnerzahl von Bonn oder Bielefeld heran. „Der Bezirk hat sich in den letzten acht Jahren sehr positiv entwickelt. Die allermeisten Häuser sind mittlerweile saniert, ein Leerstand ist kaum noch zu verzeichnen. Dafür hat dankenswerterweise die Zwischennutzungsagentur gesorgt. Heute hat Neukölln einen Zuzug von Mietern aus aller Welt.“ Die Bundestagsabgeordnete berichtet, früher habe man außer der deutschen Sprache auf den Straßen Neuköllns auch Türkisch und Arabisch gehört. „Immer mehr wird jetzt hier Englisch und Spanisch gesprochen.“ Wirtschaftlich steht Neukölln auch sehr gut da. Im Bezirk gibt es einige sehr große Kaffeeröstereien, die ihre Röstbohnen sogar mit einer eigenen Betriebsbahn transportieren. Ein Unternehmen der Tabakbranche hat ebenso hier seinen Sitz wie das Unternehmen BIOTRONIK. Das Werk produziert Herzschrittmacher und beschäftigt weltweit 5.500 Mitarbeiter. Es heißt zwar Lübecker Marzipan, aber die Rohmasse für die gesamte deutsche Marzipanherstellung kommt größtenteils aus Neukölln. Selbst das ehemalige Zentralorgan der SED, die Zeitung „Neues Deutschland“, wird in Neukölln gedruckt. „Der Kulturbereich des Bezirks kann sich sehen lassen. Er lockt auch Touristen aus Nah und Fern an. Da möchte ich die Neuköllner Oper erwähnen, den Heimathafen Neukölln mit zahlreichen Aufführungen, den Kulturstall in Britz und auf eine herausragende offene Theaterszene hinweisen. Die ehemalige Kindl-Brauerei am Rollberg hat sich zu einem Zentrum für zeitgenössische Kultur entwickelt.“ Was das Bier angeht, kann Neukölln immer noch gut mithalten. Aus dem ehemals klassischen Arbeiterbezirk Neukölln ist ein Standort von Start Up-Gründern geworden. Dazu zählen auch Hausbrauereien. Eine von ihnen stellt hier das „Rollberg Bier“ her. Landwirtschaftlich geht es auch im Bezirk durchaus noch zu. In Neukölln gibt es zwei Bauernhöfe und die Inhaber der Höfe leben von Ackerbau und Viehzucht. „Man kann so viel und so viele Geschichten über Neukölln erzählen. Eines muss immer wieder gesagt werden: Neukölln ist auch ein Ort zum Wohlfühlen. Natürlich sind wir kein Kurstandort, aber welche Kurstadt gibt es überhaupt in Deutschland mit 330.000 Einwohnern und so einer herausragenden Vielfalt?“

An dieser Stelle bedankt sich der Teltower Stadtblatt-Verlag bei der Bundestagsabgeordneten Christina Schwarzer für das Gespräch. Mehr Informationen über die Arbeit von Christina Schwarzer (CDU) erhalten Sie im Internet unter www.christina-schwarzer.de oder telefonisch unter 030 / 22 77 26 09 (zum Ortstarif, Mobilfunkkosten können höher ausfallen

 

Text/Foto: VTN