Kitaneubau verschoben

Die für den Spätsommer angekündigte Fertigstellung des Kitaneubaus in Großbeeren kann nicht gehalten werden. Das hat die Gemeinde gestern in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

Weil die Gemeindevertretung in der Sitzung am 19. Dezember des vergangenen Jahres den vorgelegten Nachtragshaushalt der Verwaltung abgelehnt habe, fehle der Gemeindeverwaltung unter anderem die Ermächtigung, die vorhandenen Gelder für den Kitaneubau abzurufen, heißt es dort. Der Bieter, der mit den Bauarbeiten beauftragt werden sollte, sei bereits über diesen Umstand informiert worden.

Handlungsfähig könne die Verwaltung nun erst mit Bestätigung und Veröffentlichung des neuen Haushaltes werden, also frühestens im Februar/März 2020. Durch diese Verzögerung sei der veröffentlichte Zeitplan mit Fertigstellung im Spätsommer dieses Jahres nicht mehr zu halten. „Es ist sogar mehr als fraglich, ob der Neubau überhaupt noch in diesem Jahr realisiert werden kann“, so Großbeerens Bürgermeister Tobias Borstel. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, die zugesagten Fördermittel in Höhe von 625.000 Euro zu verlieren.

Die Gemeindevertretung äußert nun Kritik an der Vorgehensweise der Verwaltung. „Es ist nicht zu verantworten, dass die GemeindevertreterInnen innerhalb von fünf Tagen drei verschiedene Unterlagen mit einer Kostensteigerung von 2,1 Millionen Euro auf 3,7,Millionen Euro (78 Prozent) ohne ausreichende Prüfmöglichkeit und ohne weitere Begründungen einfach hinnehmen und genehmigen“, heißt es in der Pressemitteilung von Dirk Steinhausen (Wir für Großbeeren). „Aufgrund fehlender Unterlagen und rechtzeitiger Einsichtnahme hatten die GemeindevertreterInnen keine Möglichkeit in der Sitzung vom 19. Dezember 2019 den Nachtrag somit zu beschließen.“ Mit einer Unterschriftenliste, die alle 18 Mitglieder der Gemeindevertretung unterzeichnet haben, soll Borstel nun zu schnellem Handeln bewegt werden. „Wir GemeindevertreterInnen fordern daher den Bürgermeister Tobias Borstel auf, unverzüglich den Haushalt 2020 auf Grundlage des beschlossenen Haushalts 2019 vorzulegen, um den Neubau der KITA in der Bahnhofstraße nicht zu gefährden und die Mehrkosten des Neubaus sicherzustellen.

Die neue Kita auf dem Gelände des alten Hortgebäudes in der Bahnhofstraße soll mit den beplanten ca. 100 Kita-Plätzen die aktuelle Betreuungslücke schließen und Kapazitäten für weitere Zuziehende schaffen.

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