Eine außergewöhnliche Gründergeschichte – Betriebsbesuch bei Bootsbauermeister Melke in Teltow
Wie kann ein Handwerksbetrieb wachsen, wenn Investitionen zwingend erforderlich sind, die Finanzierung und Förderlogik für KMU und Einzelunternehmen jedoch nach wie vor eine Hürde darstellen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Betriebsbesuchs am 17. Februar von Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, bei Bootsbauermeister Norman Julien Melke in Teltow.
Beim Erfahrungsaustausch mit der Handwerkskammer ging es um konkrete Investitionsschritte, die Anforderungen an Gründer in kapitalintensiven Gewerken und die Praxis von Fördermitteln und Finanzierung sowie um typische Gründungsprobleme, wenn Wachstum auf Finanzierungsvoraussetzungen trifft.

Melkes Werdegang erzählt eine außergewöhnliche Gründergeschichte und gibt gleichzeitig einen realistischen Blick auf die Probleme, die viele Gründungen im Handwerk bremsen. Nach seiner Ausbildung zum Bootsbauer 2015 und dem Meistertitel 2018 gründete er zunächst einen mobilen Bootsbau und arbeitete direkt bei den Kunden vor Ort. Ein Existenzgründerkredit und viel Eigenleistung machten aus einem umgebauten Feuerwehr Werkstattwagen eine rollende Werkstatt, die bis heute al Firmenmaskottchen im Einsatz ist


Heute führt Melke einen Bootsbau Meisterbetrieb am Stadthafen Teltow mit einer modernen Werfthalle von rund 1.600 Quadratmetern. Der Betrieb bietet Reparaturen, Restaurierungen und Winterlager an und ist in wenigen Jahren von der Ein-Mann-Gründung auf 17 Beschäftigte gewachsen. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Ausbildung: Auf ausgeschriebene Lehrstellen zählte er rund 90 Bewerbungen. Aktuell werden fünf Lehrlinge in dem Teltower Handwerksbetrieb ausgebildet. Norman Julien Melke engagiert sich zudem als Botschafter des Bootsbauerhandwerks im Zentralverband des Deutschen Handwerks und setzt sich aktiv für Nachwuchsgewinnung ein.


Fotos: Redaktion
