Wirtschaft

Leeres Haus, leichte Beute? Tipps gegen Einbruch während des Urlaubs

Die Sommerferien sind nicht mehr fern und damit auch die Urlaubszeit. EinbrecherInnen haben zwar immer Saison, doch in der Urlaubszeit bieten sich ihnen besonders zahlreiche Gelegenheiten, weil so viele BewohnerInnen verreist sind. Umso wichtiger ist es, sein Zuhause zu schützen und die eigene Abwesenheit gut zu verbergen.

So ist wohl der zuverlässigste Beweis, dass die BewohnerInnen verreist sind, ein überfüllter Briefkasten. Auch den ganzen Tag heruntergelassene Rollläden wirken auf EinbrecherInnen einladend, denn sie signalisieren schon von Weitem: „Hier ist niemand zuhause.“ Ebenso informieren Abwesenheitsnotizen an der Haustür (z. B. Hinweise für Lieferdienste oder PaketzustellerInnen), auf dem Anrufbeantworter oder in öffentlichen sozialen Medien womöglich auch EinbrecherInnen über die Abwesenheit der BewohnerInnen.

Anwesenheit simulieren

Dabei muss die eigene Abwesenheit gar nicht sichtbar sein. UrlauberInnen können jemand Vertrauten bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren. Tägliche „Indizien“ wie die Tageszeitung können während des Urlaubs abbestellt werden.

Von Zeit zu Zeit das Licht per Zeitschaltuhr oder SmartHome angehen lassen, Gummistiefel oder Schuhe vor der Tür platzieren, Fernseh- oder Schattensimulatoren verwenden – all dies sind weitere Möglichkeiten, das eigene Heim bewohnt aussehen zu lassen.

Zudem ist es ratsam, für EinbrecherInnen keinerlei Anreize zu schaffen. Gut sichtbar zurückgelassene Wertgegenstände wie Laptops, Kameras, Schmuck oder Bargeld wirken sehr reizvoll. Besser ist es, diese Dinge außer Sichtweise von draußen, im besten Fall in einem Tresor oder Bankschließfach zu deponieren. Natürlich denken die meisten bei Wertgegenständen vor allem an teuren Schmuck, Gold oder Kunstgegenstände. Aber es kann auch einfach die schlichte Halskette der Großmutter sein, die durch ihren hohen individuellen Wert zur persönlichen Wertsache wird.

Foto: Pexels/Jakub Krystkiewicz

Mechanische Sicherheitstechnik hält EinbrecherInnen draußen

Fest steht: Ob nur für den Gang zur Bäckerei oder für mehrere Wochen Urlaub – wenn man sein Zuhause verlässt, zählt Einbruchschutz ab der 1. Minute. Durchschauen EinbrecherInnen die Tricks der Anwesenheitssimulation, ist es mechanische Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen, durch die 90 Prozent der Einbrüche verhindert werden können. Damit ist mechanische Sicherheitstechnik der Dreh- und Angelpunkt effektiven Einbruchschutzes. Denn mechanische Sicherheitstechnik stiehlt EinbrecherInnen etwas, wovon sie ganz besonders wenig haben – Zeit. Und so brechen die TäterInnen ihre Tat ab, der Einbruch bleibt im Versuch stecken.

Polizeiliche Beratung und Qualität der Sicherheitsprodukte

Die MitarbeiterInnen der polizeilichen Beratungsstellen informieren individuell und umfassend zum Einbruchschutz für das eigene Zuhause. Bei der Auswahl der Sicherheitstechnik und des Montagebetriebs rät die Polizei auf Qualität zu achten. Qualität können Sicherheitsprodukte durch eine entsprechende DIN-Prüfung nachweisen – und Fachbetriebe z. B. durch die Aufnahme auf den polizeilichen Adressennachweis.

Neue Fenster und Türen sollten nach DIN EN 1627 geprüft/zertifiziert sein und mindestens die Widerstandsklasse RC-2 besitzen. Rüstet man vorhandene Fenster und Türen mit Sicherheitstechnik nach, kann man z. B. Beschläge verwenden, die nach DIN 18104 Teil 2 geprüft sind, oder Aufschraubsicherungen montieren lassen, die die Prüfung nach DIN 18104 Teil 1 absolviert haben.

Ob an alles gedacht wurde, lässt sich ganz einfach mit der Checkliste „Bevor Sie das Haus verlassen“ vom Netzwerk „Zuhause sicher“ kontrollieren.

Seit über 20 Jahren vernetzt der gemeinnützige Netzwerk Zuhause sicher e. V. Institutionen aus Polizei, Fachhandwerk, Industrie und Versicherungswirtschaft. Das gemeinsame Ziel aller Partner: Die Verbesserung des Einbruch- und Brandschutzes. Im Zentrum der Bemühungen steht die Sensibilisierung der BürgerInnen für Einbruch- und Brandprävention, die Montage von geprüfter Sicherungstechnik gemäß der polizeilichen Empfehlungspraxis und die Ausstattung der Haushalte mit geprüften Rauchmeldern.      

Das Netzwerk „Zuhause sicher“ stellt eine bundesweit einmalige Kooperation dar. Es harmonisiert Beratungsinhalte, vernetzt Fachkompetenzen und kann damit MieterInnen und EigentümerInnen eine qualifizierte Begleitung auf dem Weg zum sicheren Zuhause anbieten. Dieser Weg kann mit der Präventionsplakette abgeschlossen werden, die das besondere Engagement um die Sicherheit zuhause auszeichnen möchte.       Für sein bürgerorientiertes Engagement trifft das Netzwerk „Zuhause sicher“ auf große Resonanz und Anerkennung. So wurde die Kooperation als Bestleistung im Rahmen der Kampagne „Germany at its best“ ausgezeichnet und erhielt sowohl das Diplom des European Public Sector Award als auch den Landespreis für Innere Sicherheit.

Fotos: Netzwerk „Zuhause sicher“