Teltow: Kostenloses Schülerticket scheitert an Bürokratie

Eigentlich wollte die Stadt allen in Teltow lebenden Schülern den Bus spendieren. Das hatten die Stadtverordneten einstimmig beschlossen und am 04. September der Verwaltung den Auftrag für ein Konzept zur Umsetzung dieses hehren Zieles erteilt. Und zwar möglichst bis zum Jahreswechsel 2019/2020. Doch daraus wird nun erst einmal nichts, denn „wir können nicht fristgerecht liefern“, wie Bürgermeister Thomas Schmidt in der Sitzung des Sozialausschusses Anfang Januar zugeben musste.

Etwas überrascht erfuhren die Ausschussmitglieder, dass die Befreiung der Teltower Schüler von den Transportgebühren eine komplizierte Sache sei. Denn „eine Mikrolösung für Teltow ist wesentlich aufwendiger als eine landesweite Lösung“, wie Hans-Jürgen Hennig, der eigens zur Sitzung angereiste Geschäftsführer der Regiobus Potsdam-Mittelmark erklärte. Das kostenlose Schülerticket in Berlin etwa, sei insofern einfacher, da es klar umrissen ist: Es gilt im gesamten Tarifbereich AB für jeden Schüler. Auch das 1-Euro-Ticket für Azubis im Land Brandenburg sei einfacher zu verwalten als die „Mikrolösung“ für Teltow. Das Problem hier sei der Ortslinientarif für mehrere Orte, wenn also ein Schüler die Tarifzonen überschreitet.

Um dem Ziel eines kostenlosen Schülertickets näherzukommen, schlägt Schmidt die Initiierung eines Pilotprojekts mit mehreren Partnern vor: der Regiobus, dem Landkreis und dem Brandenburg. Letztlich müsse der ÖPNV für Schüler in ganz Brandenburg kostenlos werden. „Klimaschutzziele gehen auch das Land an“, so Schmidt.

Problematisch könnten allerdings auch die Kosten werden. Momentan erhalten 1.017 Schüler, die etwas weiter von ihrer Schule entfernt wohnen, ohnehin ein kostenloses Schülerticket. Das wird allerdings vom Landkreis finanziert, nicht von der Stadt. Damit alle anderen der insgesamt 3.250 Schüler ebenfalls in den Genuss einer solchen Begünstigung kommen, müsste die Stadt 500.000 Euro im Jahr bereitstellen. Hinzu käme die Unwägbarkeit, dass der Landkreis seinen Zuschuss für die erste Schülergruppe zurückziehen könnte, da dieser eine freiwillige Leistung ist.