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Teltower Sabersky-Park: Stadtverordnete favorisieren Schaffung einer Parkanlage

Um den früheren Max-Sabersky-Park tobt seit Jahren eine Auseinandersetzung um Konzepte und mit den Eigentümern: Soll aus dem Areal ein Park, bewirtschafteter Wald oder Bauland werden? Am Mittwoch sprachen sich Teltows Stadtverordnete für eine „naturnahe Parkanlage“ aus.

Am Mittwoch (21. September) haben die Teltower Stadtverordneten den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan („B-Plan“) Nr. 75 („Ehemaliger Sabersky-Park an der Lichterfelder Allee/Jacobsonsteig“) abgesegnet. Das bedeutet: Der heutige Wald auf dem Areal soll nach Möglichkeit in eine öffentliche Grünfläche umgewandelt und für die Erholung durch die Allgemeinheit gesichert werden. Dies soll verhindern, dass durch Waldbewirtschaftung große Mengen Holz entnommen werden.

Die Stadt Teltow ist für dieses Ziel auch zum Kauf der Fläche bereit; nötigenfalls sei laut schriftlicher Darlegung für den Bebauungsplan auch die Enteignung eine Option. Darin heißt es unter anderem: „Bei vergeblichen Bemühungen zum freihändigen Erwerb zu angemessenen Bedingungen beabsichtigt die Stadt Teltow […] eine Enteignung aus zwingenden städtebaulichen Gründen nach den Bestimmungen des Baugesetzbuchs zu beantragen.“

Das Gelände blickt indessen auf eine turbulente Geschichte zurück. Es wurde nach der politischen Wende nach einem langwierigen Rückgabeverfahren an die Erben der jüdischen Familie Sabersky übergeben worden, nachdem diese ihre Grundstücke 1934 zwangsweise an die Stadt Teltow verkaufen musste. Heute versucht die Stadt Teltow, das Areal als Parkanlage zu bewahren – gegen den Willen der heutigen Besitzer, die eine Nutzung ihres Grundes als Bauland anstreben.

Um eine Nutzung als Park zu unterbinden, wurden im August seitens der Eigentümer Bauanträge eingereicht. Diese gehen selbst von einer Ablehnung aus und streben in der Folge eine juristische Klärung an. Ende 2018 hatten die Eigentümer auf dem Areal Bäume fällen lassen. Dagegen regte sich Protest von anderen Anwohnern und Bürgerinitiativen. Die Kontroverse um die Nutzung des Geländes setzte sich auch in den folgenden Jahren fort.

Laut Liegenschaftskataster ist das Gelände als Waldgebiet ausgewiesen. Die Stadt Teltow strebt an, hier eine Parkanlage zu schaffen. Dagegen streben die Eigentümer eine Entwicklung als Bauland an. Ein Sprecher der Sabersky-Erben erklärte 2020, es gehe der Stadt „gezielt darum, die Erbengemeinschaft an der vertragsgemäßen Nutzung ihres Grundstücks zu hindern“. Die Stadt führe mit ihrer Haltung eine „zweite Enteignung“ durch. Die Stadt Teltow ist bereit, das Grundstück für einen „angemessenen Preis“ aufzukaufen. ph

Bild: Redaktion