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Mit Herz und Verstand für Familien

Seit der Gründung des „Philantow“ wird das Mehrgenerationenhaus und Familienzentrum in Teltow von Nadine Ganzert geleitet. Nach 13 Jahren nimmt sie nun eine neue berufliche Herausforderung an und übergibt die Leitung an ihre Nachfolgerin.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Nadine Ganzert. „Denn ich habe es immer sehr genossen, für das ‚Philantow‘ und die Stadt Teltow aktiv zu sein.“ Doch um für sich „selbst agil zu bleiben, muss man auch mal etwas Neues ausprobieren.“ Die Sozialpädagogin leitet das Familienzentrum seit 2008. Ab Mai wird sie nun als Regionalkoordinatorin für den Landkreis Potsdam-Mittelmark tätig sein. In dieser Funktion ist Ganzert für die Vernetzung der verschiedenen sozialen Gremien in der Region um Bad Belzig, Brück, Niemegk, Treuenbrietzen und Wiesenburg verantwortlich. Ihr Ziel ist es, den dortigen Sozialraum weiter an den Bedürfnissen der Familien orientiert zu entwickeln. Auf ihre Erfahrungen aus der Arbeit im „Philantow“ hofft ­Ganzert dann zurückgreifen zu können. „Das ‚Philantow‘ ist mittlerweile fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur in Teltow“, sagt sie stolz. Auch sei Teltow der einzige Standort in ganz Brandenburg, an dem es so viele Eltern-Kind-Gruppen gebe. „Eine Instanz, die sehr wichtig für Familien ist.“

Dem pflichtet Julia Tannert bei. Die Mutter einer Tochter aus der Gemeinde Michendorf ist seit 2009 im Team des „Philantow“ und derzeit für die Angebotskoordination im Haus zuständig. Sie wird die Leitung von Ganzert übernehmen.

Als wichtigstes Anliegen des „Philantow“ sieht sie die Schaffung von Begegnungsräumen zum gegenseitigen Austausch von Familien und das vielfältige Beratungs- und Kursangebot. Viel verändern möchte Tannert nicht, eher an „vorhandene Ideen anknüpfen“. Die Familienarbeit habe sich in Corona-Zeiten verändert, sagt sie. Einige Angebote wurden in den digitalen Raum verlegt, um den Kontakt zu den Familien halten zu können. Zwar ermöglichten Eltern-Themen-Runden per Videokonferenz am Abend einigen Familien, oft auch Vätern, eine bessere Möglichkeit, am Erfahrungsaustausch teilzunehmen. Allerdings könnten nicht alle Familien digital erreicht werden, beobachtet Tannert und erklärt: „Das ‚Philantow‘ lebt nun einmal von der persönlichen Begegnung.“ Dennoch zeigen sich die beiden Sozialpädagoginnen optimistisch: „Vieles, was in unserem Haus entstanden ist, war anfangs nicht leicht umzusetzen“, erinnert sich Nadine Ganzert. „Wir arbeiten überwiegend projektfinanziert, da braucht es manchmal einen langen Atem.“    map

Bild: Redaktion/map