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„Ohne Disziplin geht gar nichts“ – Besuch bei „Miss Berlin-Brandenburg 2026”

„Ich habe schon einges erreicht, habe aber noch sehr viel vor“, sagt Helena Schubert zur Begrüßung, als wir sie in ihrem Haus in Kleinmachnow besuchen. Am 05. Januar hatte sie im HKK Hotel Wernigerode an der Wahl zur Miss und Mrs. Deutschland teilgenommen. Dort belegte sie den sechsten Platz und wurde mit dem Mrs. Best Body Award ausgezeichnet. „Außerdem trage ich zurzeit den Titel Miss Berlin-­Brandenburg 2026, ergänzt sie. Die zweifache Mutter hat gerade die Geschirrspülmaschine eingeschaltet, die Kinder sind in der Schule. „Mein Alltag ist gar nicht so glamourös, wie viele vielleicht denken“, sagt Helena. „Aber ich bin sehr diszipliniert und schaffe es, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen.“

Geboren wurde Helena Schubert in ­Sibirien. 1995 zog sie im Alter von knapp neun Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. „Mein Großvater hatte einen großen Bauernhof mit sehr vielen Tieren. Dann wanderte sein bester Freund nach Deutschland aus – und kurz darauf packten auch wir unsere Koffer. Für mich war dieser Umzug ein großes Abenteuer.“

Zunächst ließ sich die Familie im sächsischen Torgau nieder, später zog sie nach Offenburg im Westen Baden-­Württembergs. Dort ging Helena zur Schule und absolvierte anschließend eine Ausbildung zur Friseurin. „Ich war damals sehr schüchtern und unsicher“, erinnert sie sich. „In der Schule wurde ich wegen meines Aussehens gehänselt, besonders wegen meiner Augen.“ Eine entscheidende Wendung kam, als ­Helena mit 15 Jahren eines Nachmittags mit einer Freundin in einem Eiscafé saß. Ein fremder Mann sprach sie an und fragte, ob sie sich vorstellen könne, als Model zu arbeiten. In den folgenden Jahren wurde sie das offizielle Gesicht einer bekannten Modemarke. Die Bezahlung sei gut gewesen, sagt Helena, doch noch wichtiger sei für sie gewesen, dass sie dadurch deutlich selbstbewusster wurde. „Es war harte Arbeit. Manchmal wurde ich an einem einzigen Tag in bis zu 200 Outfits fotografiert. Einige davon mussten mit Wäscheklammern zusammengehalten werden, weil ich eher der schmale Typ bin.“

Foto: Maximilian / Helena Schubert

Nach mehreren Jahren, in denen sie auf Teneriffa und in den USA gearbeitet hatte, zog es Helena zurück nach Deutschland. In Kleinmachnow war sie zunächst über längere Zeit als Friseurin tätig, begann sich aber parallel immer stärker für die Schauspielerei zu interessieren. In den Filmstudios Babelsberg übernahm sie kleinere Rollen in Serien wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Um mehr über dieses Handwerk zu lernen, belegte sie einen Workshop an der Berliner Schauspielschule Actors Space. „Plötzlich hatte ich eine vollkommen neue Welt entdeckt“, schwärmt Helena. „Meine Welt!“ Inzwischen ist sie Kursteilnehmerin dieser Schule und arbeitet täglich daran, in ihrem Traumberuf als Schauspielerin Fuß zu fassen. „Ich kann mir Texte schnell merken und mit meinem Auftreten überzeugen“, sagt sie. „Schauspiel ist das wahrhaftige Leben unter imaginären Gegebenheiten. Es geht nicht um Vortäuschen oder Künstlichkeit, sondern darum, echte Gefühle in einer künstlichen Situation zu erleben.“ Würde sie sich selbst beschreiben, sei sie „eine temperamentvolle russische Latina“, sagt sie lachend. Zu den Serien, in denen sie gern einmal mitspielen würde, zählen „Traumschiff“ und „Rosamunde Pilcher“.

Parallel dazu ist Helena Schubert weiterhin als Model tätig. Aus mehr als 400 Bewerberinnen wurde sie zur Miss Brandenburg 2026 gewählt. „Ich bin zum Glück sehr bodenständig und diszipliniert“, sagt sie. „Viele Models sind so nervös, dass sie vergessen zu essen oder zu trinken – oder sie lassen es bewusst, um einer vermeintlichen Traumfigur zu entsprechen. Dann werden sie plötzlich ohnmächtig. Das ist weder gesund noch vernünftig.“ Sie selbst habe schon als Kind gelernt, sich Zeit fürs Essen zu nehmen.

Foto: Maximilian / Helena Schubert

Auch sonst führt Helena ein bewusstes Leben: Sie hat nie geraucht, trinkt keinen Alkohol, schützt ihre Haut mit Sonnencreme vor UV-Strahlung und geht früh zu Bett. Mehrmals pro Woche trainiert sie mit ihrem Trainer Jan Düerkop und achtet auf ihre Ernährung. Schönheitsoperationen steht sie eher kritisch gegenüber. „Ich glaube, dass Vielfalt die wahre Schönheit ist“, sagt sie. „Es sind die vielen kleinen Dinge, die uns ausmachen – eine markante Nase, Kulleraugen oder schmale Lippen. Das kann alles sehr attraktiv sein.“ Einen Grund dafür, dass viele junge Frauen ihr Aussehen durch Operationen verändern lassen, sieht ­Helena in den sozialen Medien. Sie selbst ist nur selten auf Instagram und Co. unterwegs und nutzt diese hauptsächlich beruflich. „Ich habe immer die Frauen der 60er, 70er und 80er Jahre bewundert“, sagt sie. „Weil sie alle so individuell aussahen. Heute entstehen in den sozialen Medien oft Trends durch manipulierte Bilder, die viele junge Mädchen beeinflussen, ohne dass sie erkennen, wie wenig das mit dem wirklichen Leben zu tun hat.“ Auch deshalb zieht es Helena zum Schauspiel. „Beim Modeln geht es vorrangig um das Äußere. Beim Schauspiel hingegen um die Darstellung innerer Gefühle, Emotionen und Charaktere.“

Coverfoto: Redaktion