Covid-Ausbrüche in Teltow und Kleinmachnow

In der Teltower Senioreneinrichtung „Lavendel-Residenz“ sowie in der Kleinmachnower Kindertagesstätte „St. Thomas Morus“ ist es zu Corona-Infektionen gekommen, wie der Landkreis Potsdam-MIttelmark mitteilte. In der Lavendel-Residenz wird eine mangelhafte Kommunikation mit dem Gesundheitsamt beklagt.

In der Teltower „Lavendel-Residenz“ wurden insgesamt 25 Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Laut Kreissprecherin Andrea Metzler hat das Gesundheitsamt einen Aufnahme- und Verlegungsstopp sowie eine „Kohortenisolierung“ für die Einrichtung angeordnet, die 120 Bewohner Platz bietet und in der 70 Mitarbeiter tätig sind. Es gelte jetzt zudem ein Besuchsverbot. „Die Pflege erfolgt in festen, zugewiesenen Pflegteams“, so der Landkreis mit.

Roland Lange, Leiter der Einrichtung, bemängelt derweil die Kommunikation mit dem Gesundheitsamt. Dieses sei tagelang nicht erreichbar gewesen, obwohl er Klarheit über das weitere Vorgehen benötige. Inzwischen sei die erste Corona-infizierte Bewohnerin verstorben – diese habe unter starken Vorerkrankungen gelitten. Eine weitere Seniorin sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, alle weiteren Bewohnerinnen und Bewohner zeigten dagegen keine Symptome. Ende vergangener Woche hatten Schnelltests bei 17 von rund 50 Bewohnern sowie zwei von etwa 20 Mitarbeitenden Covid-Infektionen nachgewiesen. Lange sperrte die Einrichtung, die Mitarbeiter erhielten Schutzkleidung.

Das Gesundheitsamt ordnete daraufhin PCR-Tests an – am Samstag erhielt Lange die Bestätigung per Kurznachricht: 17 Bewohner, fünf Mitarbeiter und drei Leasingkräfte waren nachweislich infiziert.  Dies sei der letzte Kontakt mit dem Gesundheitsamt gewesen, so Lange. Nun sei unklar, wie es mit der Pflege weitergehen solle; symptomfreie, aber positiv getestete Mitarbeiter bräuchten Ausnahmegenehmigungen. Einige Firmen würden zudem kein Personal mehr schicken.

Unterdessen sei das Gesundheitsamt nicht erreichbar gewesen – weder er selbst noch die Pflegedienstleitung seien über die nächsten Schritte informiert worden, so Lange. Nur aus den Medien habe er zu Wochenbeginn von Auflagen für die Lavendel-Residenz erfahren: keine Aufnahme  und Verlegung, „Kohortenisolierung“, Besuchsverbot und Pflege in festen, zugewiesenen Pflegeteams.

Landkreis: „Nicht glaubwürdige Vorwürfe“

Der Landkreis wehrt sich: Die Maßnahmen des Gesundheitsamtes seien vor Ort erläutert und der Einrichtungsleiter über die nächsten Schritte unterrichtet worden. „Die Einlassung des Betreffenden sind also nicht nachvollziehbar!“, so Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert. Langes Ausführungen seien „nicht glaubwürdig“ – allerdings könne er nicht darlegen, wann die Gesundheitsaufseherin die Lavendel-Residenz aufgesucht habe. Wer außerdem dringende Anliegen habe, schaffe es in diesem Fall auch, das Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Kleinmachnow: Kita blieb vorübergehend geschlossen

In der katholischen Kindertagesstätte „St. Thomas Morus“ in Kleinmachnow ist indessen nach Kreisangaben unter dem pädagogischen Personal ein Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden, der zu allen Kindern und Erzieherinnen der Einrichtung Kontakt gehabt haben soll. Auf ärztlichen Rat wurde die Kita bis einschließlich 24. November geschlossen. Der Corona-Fall war wegen der hohen Zahl täglicher Neuinfektionen erst mit Zeitverzug bekannt geworden. Die angeordnete Quarantäne für Kinder und Erzieher wurde nach deren Ablauf nicht verlängert. PM

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