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Corona: Omikron-Variante dominiert in Berlin

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist in Berlin nun die dominierende Variante. Der Senat plant deshalb weitere Impfangebote, die Schulen sollen offen bleiben.

In Berlin ist die Omikron-Variante des Coronavirus laut Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) inzwischen vorherrschend. Die Labore hätten einen Anteil von 43,5 Prozent an Omikron-Infektionen und damit etwas mehr als mit der bislang dominanten Delta-Variante ermittelt.

Damit die geplante Impfquote von 80 Prozent noch bis Ende Januar erreicht werden kann, will der Senat nun seine Impfangebote gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) erweitern. Dafür soll eine Koordination erarbeitet werden, um in sozialen Brennpunkten und Familienzentren entsprechende Anlaufstellen zu schaffen. „ Wir müssen erkennen, dass es Menschen gibt, die wir nicht erreichen. Viele Menschen sind keine Impfgegner, die haben es einfach verpasst, zu den Impfzentren zu gehen“, so die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD).

Derzeit sind in der Hauptstadt laut Senat 71,8 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft, 75,3 Prozent haben eine Erstimpfung erhalten. Giffey sprach zudem von einer „integrationspolitischen Aufgabe“, um weitere Menschen vom Impfen zu überzeugen: In bestimmten Communities gebe es große Vorbehalte und mangelnde Aufklärung.

Gezielte Impfangebote für systemrelevante Bereichen

Da in den kommenden Tagen und Wochen mit einem starken Anstieg von Corona-Infektionen durch die Omikron-Variante zu rechnen sei, diskutierte der Senat auf seiner Sitzung am Dienstag auch darüber, wie die kritische, also systemrelevante, Infrastruktur aufrechterhalten werden kann. Derzeit seien rund zehn Prozent der Berliner infiziert, die bei Polizei, Feuerwehr oder in der Grundversorgung mit Wasser oder Energie arbeiten. In Kürze sollen für diese Bereiche „Impfstraßen“ eingerichtet werden, um etwa möglichst viele der insgesamt 18.000 Polizeibeamten zu impfen, sagte Giffey. Auch für die Berliner Wasserbetriebe und die Feuerwehr soll es ähnliche Angebote geben.

Schulen sollen offen bleiben

Unterdessen sieht sich der Senat für ansteigende Omikron-Infektionen gut aufgestellt. Giffey sprach sich deuttich gegen Schulschließungen aus, da mittlerweile auf andere Möglichkeiten zurückgegriffen werden könne als im Vorjahr: 95 Prozent der Lehrer seien inzwischen geimpft, zudem werde in der kommenden Woche 3-mal wöchentlich getestet. Auch die Kindergärten würden über eine ausreichende Testkapazität verfügen. Ab Ende Januar soll hier 3-mal pro Woche mit Speichel- und Lollitests getestet werden. Allerdings bestünden unter den Erzieherinnen und Erziehern größere Vorbehalte gegen das Impfen, die Quote sei niedriger als bei den Lehrern.

Überbrückungshilfen für Gastronomie und Einzelhandel

Auf seiner Sitzung am Dienstag äußerte sich der Senat auch zu möglichen Überbrückungshilfen für Berliner Unternehmen. Wirtschaftssenator Stephan Schwarz (parteilos) werde einen runden Tisch einberufen um mit besonders betroffenen Branchen zusammenzukommen. Gemeinsam solle über Unterstützungsmöglichkeiten beraten werden. Viele Unternehmen hätten sich mit ihren Anliegen an den Senat gewandt, beispielsweise ob auch die Kosten für die Eingangskontrollen in die Überbrückungshilfe einbezogen werden können, so Giffey. Der Bund habe sich diesbezüglich bereits positiv geäußert. Auch in Berlin werde man eine Möglichkeit diskutieren, die Gastronomie und den Einzelhandel bei den finanziellen Aufwendungen durch die Kontrollen zu utnerstützen.

FFP2-Pflicht in Nahverkehr und Einzelhandel wieder wahrscheinlich

Aufgrund der schnellen Omikron-Ausbreitung sei die erneute Einführung der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel wahrscheinlich, erklärten Giffey und Gote. Darüber werde am kommenden Dienstag nach den Bund-Länder-Beratungen am Freitag (07. Januar) im Berliner Abgeordnetenhaus beraten. Zudem kündigte Gote an, dass die derzeit geltende Infektionsschutzverordnung nach der kommenden Senatssitzung in der kommenden Woche voraussichtlich verlängert werde. Derzeit dürfen sich im privaten Rahmen maximal zehn Personen treffen; nimmt ein Ungeimpfter daran teil, sind Treffen auf den eigenen Haushalt und zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Bei einer Verlängerung könnten überregionale Großveranstaltungen weiterhin ohne Zuschauer stattfinden, Clubs und Diskotheken blieben geschlossen. ph