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Berlin feiert die „Fête de la Musique“

Weltweit wird der längste Tag des Jahres mit der „Fête de la Musique“ gefeiert: Amateur- und Profimusiker treten honorarfrei auf öffentlichen Plätzen auf und sorgen für ein besonderes kulturelles Highlight im Sommer. Berlin feiert das Fest seit 1995, und es wird immer beliebter.

Bonjour au Soleil!Ein Gruß an die Sonne! Frankreichs Kulturminister Jack Lang hatte 1981 die Idee, den längsten Tag des Jahres mit Musik und Kultur zu feiern. Ein Jahr später war es in Paris soweit: Musiker, DJs und Orchester begeisterten Passanten auf den Straßen mit ihrem Programm, und seitdem wurde das Fest immer beliebter. 1985 feierte mit München die erste deutsche Stadt das Festival, und 1995 folgte Berlin. Heute wird die Fête de la Musique in über 540 Städten weltweit gefeiert; in Deutschland beteiligen sich mittlerweile über 50 Städte. Oft gibt es lokale Ansprechpartner, die die Auftritte und Shows koordinieren und mit den örtlichen Behörden abstimmen.

In Berlin feiert das Fest nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause mit 329 Veranstaltungen in allen Bezirken sein Comeback. Dank einer Ausnahmegenehmigung für Straßenmusik kann am 21. Juni zwischen 16:00 und 22:00 Uhr in der ganzen Stadt auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Grünanlagen musiziert werden, sofern Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen oder Gedenkstätten nicht beeinträchtigt werden.

Während die meisten Veranstaltungen in Prenzlauer Berg und Friedrichshain stattfinden, gibt es auch Events im Berliner Südwesten: In der Schwartzschen Viilla in Berlin-Steglitz (Grundwaldstraße 55) beginnt um 16:30 Uhr ein Konzertprogramm mit Pop- und Rockbands, und im Jugendzentrum JFE Schottenburg (Brittendorfer Weg 16 b) beginnt ebenfalls um 16:00 Uhr ein abwechslungsreiches Programm mit Rap, Jazz und einem Tanzworkshop. Im Stadtpark Steglitz zeigen ab 16:40 Uhr Mitglieder der Leo-Borchard-Musikschule im Musikpavillon ihr Können, und danach feiern die Jüngsten den besonderen Tag: Auf der Bühne stehen Kinder aus dem „Stepping Stones“-Kindergarten, der besonderen Wert auf musikalische Bildung legt.

Das vollständige Programm der diesjährigen Fête de la Musique kann hier eingesehen werden. Besonders nach der Corona-Pause will das Festival auch in diesem Jahr die regionale Musikszene stärken und Musikern durch öffentliche Auftritte zu mehr Bekanntheit verhelfen. Der Zugang soll auch 2022 überall kostenfrei möglich sein.

Mit dem Musikfestival wird neben musikalischer Vielfalt der längste Tag des Jahres gefeiert; die Sommersonnenwende markierte bereits für prähistorische Kulturen einen besonderen Höhepunkt im Jahr: Die Sonne als Lebensspenderin erreichte am Mittag ihren höchsten Horizont. Der Tag wird in vielen Ländern als Beginn des Sommers angesehen, andernorts, etwa in Irland, gilt traditionell der Zeitraum zwischen 01. Mai und 31. Juli als „Sommer“. In vielen Ländern, in denen heutzutage der kalendarische Sommer am 21. Juni beginnt, wird der Tag der Sommersonnenwende trotzdem als Mittsommer bezeichnet.

Vielen Menschen gilt der Tag als mystisch und wird mit weltlichen oder religiösen Feiern verknüpft. Sonnenwendfeiern hatten vor allem in den germanischen, keltischen, baltischen und slawischen Religionen einen besonderen Platz. Heute findet die größte Sommersonnwendfeier im britischen Stonehenge statt.

Symbolbild: Pixabay.com