Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge steigen um 5,9 Prozent
Die aktuellen Ausbildungszahlen der Handwerkskammer Potsdam zeigen eine erfreuliche Entwicklung: Mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk. Bis zum 30. Juni 2026 wurden im Kammerbezirk 473 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 26 mehr als im Vorjahreszeitraum und ein Plus von 5,9 Prozent. Auch die Gesamtzahl aller Ausbildungsverhältnisse stieg auf 3.519.
Die Zahlen machen deutlich, dass sich wieder mehr junge Menschen bewusst für den Weg ins Handwerk entscheiden. Gerade in einer Zeit, in der viele Familien neu über berufliche Sicherheit, Zukunftsperspektiven und den Wert praktischer Fähigkeiten nachdenken, gewinnt die duale Ausbildung wieder an Bedeutung. Digitale Technologien und künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt. Umso wichtiger werden Berufe, in denen technisches Verständnis, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und praktisches Können zusammenkommen. Steffi Amelung, Abteilungsleiterin Berufsbildung der Handwerkskammer Potsdam, sagt dazu: „Wir freuen uns über die positive Entwicklung. Sie zeigt, dass sich viele junge Menschen bewusst für die Chancen entscheiden, die das Handwerk bietet. Gleichzeitig möchten wir die Sommerferien nutzen, um auch Eltern zu ermutigen, gemeinsam mit ihren Kindern einen Blick auf die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu werfen. Künstliche Intelligenz wird unsere Betriebe künftig in vielen Bereichen unterstützen und Arbeitsabläufe erleichtern. Sie kann Informationen auswerten oder Prozesse optimieren. Sie ersetzt aber keine Menschen, die intelligente Gebäude vernetzen, moderne Energie und Wärmesysteme fachgerecht installieren, Präzisionsarbeit an hochkomplexen Fahrzeugen leisten oder mit handwerklichem Können dazu beitragen, dass Menschen besser sehen, hören oder sich bewegen können. Genau dafür braucht es qualifizierte Fachkräfte. Das Handwerk verbindet Innovation mit Praxis und bietet jungen Menschen hervorragende Zukunftsperspektiven.“
Auch der Blick in die Regionen zeigt Bewegung. Die größten Zuwächse bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen verzeichneten das Havelland (+11), die Prignitz (+8), Oberhavel (+7) und Potsdam-Mittelmark (+6). Auch Potsdam (+1) und Brandenburg an der Havel (+3) konnten ihre Ausbildungszahlen steigern.
Leichte Rückgänge gab es in Teltow-Fläming und Ostprignitz-Ruppin (jeweils -8). Insgesamt unterstreichen die Zahlen das wachsende Interesse junger Menschen an einer Ausbildung im Handwerk. Aktuell sind in der Ausbildungsbörse der Handwerkskammer Potsdam noch rund 900 freie Ausbildungsplätze und fast 800 Praktikumsplätze gemeldet. Wer sich in den Sommerferien für eine Ausbildung entscheidet, hat deshalb gute Chancen, den passenden Betrieb zu finden. Das Team Fachkräftesicherung der Handwerkskammer Potsdam unterstützt Jugendliche und ihre Eltern kostenfrei: von der Berufsorientierung über die Suche nach einem Ausbildungsbetrieb bis zum Matching mit Unternehmen und Fragen rund um die Bewerbung.
Auch wenn die Entwicklung bei den Ausbildungszahlen positiv stimmt, darf sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Handwerk weiterhin bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen braucht. Viele Betriebe stehen unter erheblichem Druck. Hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten, Bürokratie und die anhaltend schwache Konjunktur belasten den Betriebsalltag. Gleichzeitig wird das Handwerk für die großen Zukunftsaufgaben unseres Landes wichtiger denn je. Wer ausbildet, investiert Zeit, Geld und Personal. Damit Betriebe das weiter leisten können, brauchen sie Entlastung und Planungssicherheit.
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