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Siebter Abschnitt vom Japaneck bis Lichterfelder Allee fertiggestellt

Am 29. Juni besuchten die Staatssekretäre Andreas Kraus (Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt) und Dr. Severin Fischer (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe) den Berliner Mauerweg. Gemeinsam mit dem Teltower Bürgermeister Andre Freymuth und Irina de Cuveland, Bereichsleiterin der landeseigenen Grün Berlin GmbH, besichtigten sie den siebten fertiggestellten Abschnitt des historischen Rundwegs.

Die nun ertüchtigte rund zwei Kilometer lange Strecke zwischen Japaneck und Lichterfelder Allee verläuft entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und verbindet heute den Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit der Stadt Teltow. Als Teil des Berliner Mauerwegs macht der Abschnitt Geschichte im Stadtraum für Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste erlebbar und schafft zugleich einen lebendigen Freiraum für Erholung und Begegnung – etwa entlang der bekannten Kirschblütenallee. Mit der Fertigstellung ist ein wichtiger Meilenstein im Gesamtprojekt erreicht: Mehr als die Hälfte von insgesamt rund 16 Kilometern wurden damit erfolgreich ertüchtigt. Andreas Kraus, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Der Berliner Mauerweg ist mehr als ein Weg – er ist ein Symbol für Teilung und Einheit, ein lebendiges Geschichtsbuch und ein Ort der Begegnung. Mit der Fertigstellung des Teilabschnitts an der Lichterfelder Allee machen wir diesen einzigartigen Erinnerungsort noch besser zugänglich. Gemeinsam mit Brandenburg haben wir hier gezeigt, wie Geschichte bewahrt und zugleich Zukunft gestaltet werden kann. Dieser Weg verbindet nicht nur Berlin und Brandenburg, sondern auch Vergangenheit und Gegenwart – für alle, die ihn nutzen.“

Orientierungstafel Foto:Konstantin Börner
Infostele Foto:Konstantin Börner

Für den Wegebelag des neu fertiggestellten Abschnitts kam – wo möglich – vorhandenes Material direkt vor Ort wieder zum Einsatz. Die Aufbereitung erfolgte nachhaltig und ressourcenschonend; so wurden der Entsorgungsaufwand und der Baustellenverkehr deutlich geringer gehalten. Die historischen Betonrandsteine konnten zur Hälfte in ihrer ursprünglichen Form erhalten und weiterverwendet werden. Elf neu gepflanzte einheimische Gehölze ergänzen den Abschnitt und stärken die ökologische Qualität sowie die Biodiversität vor Ort. Dr. Severin Fischer, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Der Mauerweg hält für die Berlinerinnen und Berliner genauso wie für Gäste unserer Stadt die besondere Geschichte Berlins als einst geteilte Stadt lebendig. Er ist ein wichtiger Erinnerungsort und vermittelt vor allem auch unseren Gästen hautnah einen Eindruck der Teilung. Mit rund 11 Millionen Euro GRW-Mitteln stärkt die Senatswirtschaftsverwaltung daher gezielt den Berliner Mauerweg als erinnerungsgeschichtlichen Standort für den Tourismus und schafft gleichermaßen einen attraktiven Ort der Naherholung direkt vor der Haustür vieler Berlinerinnen und Berliner.“

Mit der grundhaften Sanierung steigt zugleich die Aufenthaltsqualität für alle Besucherinnen und Besucher: Entlang des Abschnitts stehen 20 neue Holzbänke mit Sitzauflagen aus verzinktem Stahl sowie neue Abfallbehälter zur Verfügung. Sechs Informationsstelen vermitteln mit historischem Bildmaterial und mehrsprachigen Texten die Geschichte der Berliner Mauer und stärken das Bewusstsein für die deutsch-deutsche Vergangenheit. Andre Freymuth, Bürgermeister Stadt Teltow: „Ein Projekt, das vor vielen Jahren unter meinem Vor-Vorgänger Siegfried Kluge mit Weitblick und Engagement auf den Weg gebracht wurde, wird nun mit der Sanierung des Mauerwegs durch das Land Berlin wieder vollständig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es steht beispielhaft für das, was möglich ist, wenn Brandenburg und Berlin nicht nebeneinander, sondern miteinander handeln – partnerschaftlich, verantwortungsvoll und mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen.“

Entlang des Abschnitts stehen 20 neue Holzbänke mit Sitzauflagen aus verzinktem Stahl sowie neue Abfallbehälter zur Verfügung. Foto: Konstantin Börner

Der fertiggestellte Abschnitt zwischen Japaneck und Lichterfelder Allee schließt unmittelbar an den bereits ausgebauten Bereich am Jenbacher Weg an. Damit entsteht ein zusammenhängendes Wegenetz von nunmehr fast acht Kilometern, das den Mauerweg in diesem Bereich lückenlos erlebbar macht. Insgesamt ist inzwischen mehr als die Hälfte der geplanten Teilstücke im Rahmen des Gesamtprojekts umgesetzt. Bis 2028 sollen mindestens drei weitere Streckenabschnitte folgen. Christoph Schmidt, Geschäftsführer Grün Berlin: „Mit dem neuen Abschnitt wird der Berliner Mauerweg als durchgängige und gut nutzbare Wegeverbindung weiter gestärkt. Gleichzeitig bleibt die Geschichte des Ortes sichtbar und wird für Nutzerinnen und Nutzer im Alltag erfahrbar.“

Über das Gesamtprojekt Qualifizierung des Berliner Mauerwegs
Der Berliner Mauerweg ist ein Erinnerungsweg zur deutsch-deutschen Geschichte. Er führt entlang der ehemaligen Grenzanlagen rund um West-Berlin und erstreckt sich über 160 Kilometer auf Berliner und Brandenburger Gebiet. Ziel ist es, den ehemaligen Grenzraum mit seinen Relikten zu erhalten und dauerhaft für die öffentliche Nutzung zu sichern. Grundlage ist der Senatsbeschluss aus Januar 2019 „Gemeinsame Ertüchtigung des Berliner Mauerwegs“. Für die Ertüchtigung stehen bis 2028 insgesamt 12,39 Millionen Euro zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt zu 90 Prozent durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW-Tourismus) und zu 10 Prozent durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

Abgeschlossene Teilprojekte:

Jenbacher Weg: Gemeinde Großbeeren, knapp 6 Kilometer ehem. Kolonnenweg (fertiggestellt im Juli 2023)

Schlesischer Busch – Lohmühle: Berlin Treptow-Köpenick, gut 1 Kilometer ehem. Kolonnenweg (fertiggestellt im September 2023)

Prinzessinnenstraße: Berlin Tempelhof-Schöneberg, Anbindung S-Bahnhof Lichtenrade (umgesetzt in 2023)

Schadstellenbeseitigung: kleinere Maßnahmen über den gesamten Mauerweg (umgesetzt in 2023)

Grünzug am Buschgraben: Berlin Steglitz-Zehlendorf, gut 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten (fertiggestellt im Juli 2025)

Ruppiner Chaussee: Berlin Reinickendorf, ca. 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten (fertiggestellt im Juni 2026)

Japaneck / Lichterfelder Allee: Stadt Teltow, ca. 2 Kilometer ehem. Kolonnenweg (fertiggestellt im Juni 2026)

Projekte in Umsetzung und Planung:

Hahneberg: Berlin Spandau, gut 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten (im Bau seit August 2025)

Köppchensee: Berlin Pankow, gut 1 Kilometer ehem. Kolonnenweg

Wilhelmsruh: Berlin Reinickendorf, ca. 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten

Schönwalde-Glien: Gemeinde Schönwalde, rund 1 Kilometer Wegeneuanlage im ehem. Grenzbereich

Weitere Schadstellenbeseitigung über den gesamten Mauerweg

Der nun fertiggestellte siebte Abschnitt vom Japaneck bis Lichterfelder Allee zwischen dem Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf und Teltow markiert einen wichtigen Meilenstein im Gesamtprojekt: Mehr als die Hälfte von rund 16 Kilometern wurden damit erfolgreich ertüchtigt. Bis 2028 sollen mindestens drei weitere Streckenabschnitte folgen.

Fotos: Redaktion / Konstantin Börner / Grün Berlin GmbH