Mittelmeerhaus gerettet: Botanischer Garten Berlin erhält Bundesmittel für die Grundsanierung
Geplant, gestrichen und jetzt gerettet: Dank des aktuellen Investitionssofortprogramms des Bundes kann die Anfang 2025 gestoppte Sanierung des Mittelmeerhauses im Botanischen Garten Berlin nun doch umgesetzt werden: Der Berliner Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, am 19. Mai beschlossen, die Sanierung des Gebäudes mit den neuen Bundesmitteln zu realisieren.
Dem waren umfangreiche Bemühungen von Denkmalschutz, parteiübergreifender Politik und Garten für die Notfallrettung des Mittelmeerhauses vorausgegangen. „Der Botanische Garten Berlin ist nicht nur ein bedeutender Wissenschaftsstandort, er ist auch ein einzigartiges Kulturdenkmal. Mit der Mittelzuweisung für das Mittelmeerhaus möchten wir das wertvolle Jugendstilgebäude mit der historischen Pflanzensammlung erhalten – es ist ein Stück gewachsene Berliner Wissenschaftsgeschichte“, so Senatorin Dr. Ina Czyborra. „Die Bundesmittel aus dem Investitionssofortprogramm richten sich im Bereich Wissenschaft und Hochschulen insbesondere an Vorhaben, die aufgrund fehlender Haushaltsmittel bislang nicht umgesetzt werden konnten, für die jedoch bereits konkrete Planungen vorliegen. Genau das ist bei dem Mittelmeerhaus der Fall.“
Die Baumaßnahme wird durchgeführt von der Hochbauabteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Senator Christian Gaebler sagt dazu: „Mit der Grundsanierung des Mittelmeerhauses sichern wir ein herausragendes Baudenkmal und einen wichtigen Ort der wissenschaftlichen Arbeit. Die Planungen sind bereits weit vorangeschritten, sodass die Baumaßnahme nun zielgerichtet weitergeführt werden kann. Dabei verbindet die Sanierung den Erhalt der historischen Substanz mit einer zukunftsfähigen Modernisierung des Gebäudes. Die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle und der Haustechnik reduziert den Energiebedarf deutlich, verbessert die Nutzbarkeit und trägt dazu bei, die Betriebskosten nachhaltig zu senken. So bewahren wir nicht nur ein Stück Berliner Wissenschaftsgeschichte, sondern entwickeln es zugleich weiter im Sinne von Nachhaltigkeit, moderner Infrastruktur und Denkmalpflege.“

Bundesmittel für ein Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung
Das Mittelmeerhaus ist eine Jugendstil-Rarität innerhalb der denkmalgeschützten Anlagen des Botanischen Gartens Berlin und seit Generationen ein Publikumsliebling. Als Anfang 2025 Sparzwänge das Aus für die mit Landesmitteln geplante Sanierung brachten, waren bereits mehrere Jahre an Vorarbeit in die Projektvorbereitung und Bauplanung geflossen. „Die Enttäuschung war natürlich riesig, aber wir haben sehr schnell Unterstützung bekommen“, so Gartendirektor Thomas Borsch. Um zumindest die inzwischen vom Einsturz bedrohten Bereiche des Gebäudes notdürftig sichern zu können, wurden Mittel aus dem XIV. Sonderprogramm Denkmalschutz des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) beantragt und Dank einer breiten Unterstützung im Bundestag über alle demokratischen Fraktionen hinweg auch zugesagt. Großen Unterstützungswillen erhielt der Botanische Garten dabei auch durch das Landesdenkmalamt und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. „Dass nun die Grundsanierung des Mittelmeerhauses als Teil des nationalen Kulturdenkmals Botanischer Garten Berlin vom Bund ermöglicht wird, das ist für uns wirklich ein schönes Signal. Wir möchten noch vielen Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt die Gelegenheit geben, den Botanischen Garten nicht zuletzt als architektonisches und wissenschaftshistorisches Highlight der Hauptstadt zu entdecken“, freut sich Borsch.
Das Mittelmeerhaus: Bauzeiten, Hochzeiten, Auszeiten
Das Mittelmeerhaus ist das älteste der insgesamt 15 historischen Gewächshäuser im Botanischen Garten Berlin, es beherbergt eine der wertvollsten Pflanzensammlungen des Mittelmeerraums. Das Jugendstilgebäude wurde bereits 1904 und damit rund sechs Jahre vor der feierlichen Gesamteröffnung des Gartens fertiggestellt. Es befindet sich heute noch weitgehend im Originalzustand und gilt als eines der wenigen vollständig erhaltenen Jugendstil-Gewächshäuser in Europa. Durch Korrosion an tragenden Elementen ist die Standsicherheit beeinträchtigt. Auch die alte Einfachverglasung entspricht in keiner Weise mehr den aktuellen energetischen Gebäudestandards. Eine grundlegende Sanierung ist daher dringend erforderlich. Dafür stehen jetzt 29 Millionen Euro bereit.
Seit Langem ist das Haus eng mit dem Leben seiner Gäste verbunden: Hunderte Berlinerinnen und Berliner haben hier den Bund fürs Leben geschlossen oder den mediterranen Frühling genossen, wenn Berlin noch im grauen Winter lag.
Nur ein kurzer Mittelmeer-Frühling 2027?
„Natürlich werden wir die Planungen für die Sanierung des Mittelmeerhauses unmittelbar wieder aufnehmen“, so Thorsten Laute, Leiter des Gartenbetriebs. „Ab Frühling 2027 könnte es mit den Baumaßnahmen losgehen. Dafür müssen wir dann das Mittelmeerhaus für voraussichtlich zwei bis drei Jahre schließen. Wir werden unsere Besucherinnen und Besucher informieren, sobald der neue Zeitplan vorliegt. Jetzt freuen wir uns erst einmal und laden alle herzlich ein, das Mittelmeerhaus noch in diesem Jahr zu genießen!“
Fotos: © Botanischer Garten Berlin, Foto: Marlene Gawrisch
