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Neue Grundsteuer: Viele Eigentümer mit Problemen

Noch bis Ende Oktober können Grundstücksbesitzer ihre Grundsteuererklärung abgeben, doch es häufen sich Berichte über Probleme mit den Formularen. Doch es gibt Alternativen und Hilfe.

In Brandenburg müssen etwa 1,8 Millionen Grundstücksbesitzer bis zum 31. Oktober eine Grundsteuererklärung abgeben, in Berlin betrifft dies rund 800.000 Bürger. Betroffene und Interessenverbände protestieren und fordern neben einer Fristverlängerung eine Vereinfachung.

Von 250 Befragten kritisierten 40 Prozent die Formulierungen und Gestalt der Fragebögen, deren Bearbeitung sei wegen vieler Nummern, Zahlen und Fachbegriffe umständlich. Dementsprechend haben in Berlin erst 13 Prozent und in Brandenburg sogar erst 10 Prozent der Grundsteuerpflichtigen die Erklärungen zur Grundsteuer abgegeben. Ein Viertel der Befragten wünscht sich für die Abgabe eine Fristverlängerung über den 31. Oktober hinaus, und rund ein Drittel vermisste Hilfsangebote für das Ausfüllen der Formulare. 40 Prozent der Befragten gaben an, die Grundsteuer hätte generell nicht reformiert werden müssen.

Eine Verlängerung ist derzeit noch unklar. Am 22. September wollen die Finanzminister angesichts des geringen Rücklaufs darüber beraten. Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD) rief die Grundstücksbesitzer indessen auf, ihre Grundsteuererklärung bis Ende Oktober einzureichen; Brandenburg könne und werde nicht im Alleingang über eine Fristverlängerung befinden.

Der Großteil der Befragten besitzt mindestens eine Wohnung oder ein Haus; darüber hinaus muss ein Viertel Angaben zum Eigentum machen, da ein Wochenendgrundstück, eine forst- oder landwirtschaftliche Fläche oder eine Gewerbefläche zum Besitz gehört. Bei der Erfassung werden unter anderem Wohnfläche, Alter der Wohnung, Bodenrichtwert oder die Nummer des Grundstücks abgefragt.

Als elektronische Vorlage dient das sogenannte Elster-Portal (Elster = Elektronische Steuererklärung), deren Formulare zur Erfassung der Grundsteuer häufig als zu kompliziert und umständlich formuliert kritisiert werden. Das Bundesfinanzministerium hat mit www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de bereits eine Alternative auf den Weg gebracht, die der Bund der Steuerzahler bereits als praktische und zeitsparende Möglichkeit lobt: Die Bearbeitung dauere nicht mehr als 15 Minuten. Dies bestätigen auch Recherchen durch die Redaktion des Teltower Stadtblatt-Verlags. Allerdings ist auch hierfür ein Freischaltcode erforderlich, der innerhalb von zwei Wochen vom Finanzamt zugestellt wird. Die Bearbeitung nimmt etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch und kann auch unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden, allerdings auf demselben Endgerät.

Wer keinen Zugang zu geeigneter Software hat, kann die Grundsteuererklärung auch in Papierform beim Finanzamt einreichen. Die Vordrucke hierfür befinden sich in den Finanzämtern und stehen auf der Internetseite des Landesministeriums für Finanzen zum Download bereit. Ein Überblick über die neue Grundsteuer steht hier bereit. ph