Klinik als Corona-Hotspot

Potsdam. Es sollte Brandenburgs Bollwerk im Kampf gegen Corona werden, doch nun ist es selbst ein Problemfall riesigen Ausmaßes: das Potsdamer Bergmann-Klinikum. Hier waren am Dienstag allein fünf Patienten mit einer mit einer COVID-19-Erkrankung gestorben – damit beläuft sich die Zahl der dortigen Corona-Todesfälle bereits auf 21. Bislang sind in ganz Brandenburg bis Mittwoch insgesamt 32 Menschen an der Lungenkrankheit verstorben.

Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass 80 der insgesamt rund 2.380 Mitarbeiter der Klinik positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren. Eine Mitteilung des Klinikums vom Dienstag nennt nun sogar 103 interne Infektionsfälle. Wegen der Häufung der Fälle hatte die Landeshauptstadt in der vergangenen Woche einen Aufnahmestopp für das städtische Krankenhaus verhängt; dieses steht seitdem nur noch akuten Notfällen offen.

Angesichts der Entwicklungen wurden am Montag Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen drei Ärzte des Klinikums eingeleitet, teilte Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) mit. Dabei sollen Versäumnisse bei Erkennung und Eindämmung von Infektionen sowie bei der Meldung von Infektionsfällen geklärt werden. Auch gegen zwei Geschäftsführer des Klinikums werde ermittelt. „Bei ihnen könnten Versäumnisse beim Ausbruchsmanagement und bei der Meldepflicht vorliegen“, so Schubert. Das Klinikum sicherte die Mitwirkung der betroffenen Ärzte und Mitglieder der Geschäftsführung bei der Klärung der Vorwürfe zu.          ph

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