Berliner Abgeordnetenhauswahl: Wahl-O-Mat ist online

Am 26. September wählt Berlin – parallel zur Bundestagswahl – ein neues Abgeordnetenhaus. Mit dem Wahl-O-Mat fällt noch Unentschlossenen die Entscheidung für eine Partei eventuell leichter: Die Zustimmung oder Ablehnung zu Themen der Lokalpolitik lässt sich mit den Standpunkten der Parteien vergleichen. Daraus ergibt sich eine persönliche Tendenz – jedoch keine Wahlempfehlung.

Wenige Tage vor dem Start des Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl ist die Abgeordnetenhauswahl-Version des Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb für Berlin online.

In 38 Thesen können sich Wähler spielerisch über die Wahlprogramme der Parteien informieren. Die Positionen und Begründungen der Parteien zu den Thesen stammen dabei ausschließlich von den Parteien selbst und sind das Ergebnis eines intensiven Redaktionsprozesses mit rund 30 Beteiligten – Experten aus Politikwissenschaft, Journalismus und politischer Bildung sowie Jungwähler. „Der Wahl-O-Mat gibt keine Wahlempfehlung“, betont Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, „aber er zeigt, wie die Parteien zu aktuellen Sachfragen stehen. Und er macht Lust darauf, sich auf unterhaltsame Weise mit politischen Inhalten zu befassen.“

Alle Wahl-O-Mat-Versionen 2021 entstanden coronabedingt in rein digitalen Workshops. Der Umgang mit den Antworten der Nutzer auf die Thesen zeichnet den Wahl-O-Mat aus. Er verwendet die Eingaben nur zur Berechnung und Anzeige des persönlichen Ergebnisses, sie werden darüber hinaus weder verwendet noch gespeichert.

Der neue Wahl-O-Mat: Das Ergebnis auf dem Prüfstand

Zum Superwahljahr erscheint der Wahl-O-Mat nicht nur in einem neuen Design, sondern mit ganz neuen Features: Der Wahl-O-Mat möchte die Nutzer einladen, sich Ihr Wahl-O-Mat Ergebnis spielerisch genauer anzuschauen. Im „Tuning“ sehen Nutzer direkt, wie sich deren Ergebnis verändert, wenn Positionen oder Gewichtungen variiert werden.

Der „Parteienvergleich“ zeigt auf einen Blick, bei welchen Thesen bis zu drei Parteien übereinstimmen oder sich widersprechen – und wie unterschiedlich deren Begründungen dazu sind. Denn ganz verschiedene politische Argumente können dazu führen, dass eine Partei einer These zustimmt oder sie ablehnt.

Unter „Begründungen zur These“ befindet sich sortiert nach Thesen ein Überblick, wie alle Parteien ihre Positionen erklären. Unter „Standpunkte“ sind alle Positionen und Begründungen einer Partei auf einen Blick ersichtlich.

Der Wahl-O-Mat ging erstmals im Jahr 2002 an den Start und wurde seither vor über 50 Wahlen mehr als 85 Millionen Mal gespielt. Umfragen der Universität Düsseldorf aus dem Jahr 2021 zeigen, dass das am häufigsten genutzte Wahltool nicht nur Spaß macht, sondern auch wirkt: Fast drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie über ihr Spielergebnis mit anderen sprechen würden, mehr als die Hälfte hat das Tool motiviert, sich politisch weiter zu informieren. Etwa 60 Prozent der Nutzer, die nicht geplant hatten zur Wahl zu gehen, konnte der Wahl-O-Mat demnach davon überzeugen.

Thomas Krüger: „Der Wahl-O-Mat gehört inzwischen so selbstverständlich zu jedem Wahlkampf in Deutschland wie TV-Duelle oder die Wahlwerbespots der Parteien – nur dass beim Wahl-O-Mat jeder und jede mitspielen kann.“