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Im Zeichen der Solidarität

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine geht bald in sein zweites Jahr. Die Stadt Teltow gibt ihrer Hilfe für das Land eine dauerhafte Perspektive und baut eine Partnerschaft mit der westukrainischen Stadt Chotyn auf.

Am 24. Februar 2022 attackierte Russland die Ukraine, und schon nach wenigen Tagen erfasste eine Welle der Solidarität die Region: Schüler protestierten gegen den Angriffskrieg, Spenden wurden gesammelt, um nach Polen geflohene Ukrainer zu versorgen, und wer konnte, der nahm Geflüchtete bei sich auf. Nun soll die Hilfe einen festen Rahmen bekommen: Im Dezember stimmten Teltows Stadtverordnete einstimmig für den Aufbau einer Partnerschaft mit dem westukrainischen Chotyn.

„Auf der deutsch-ukrainischen Partnerschaftkonferenz Ende Oktober in Augsburg ist die Chotyner Stadtverwaltung an uns herangetreten und hat uns gegenüber ihr Interesse an einer Partnerschaft bekundet“, erinnert sich Teltows Austauschbeauftragte Julia Schröder. „Die polnische Stadt Zagan, mit der wir schon seit 2006 zusammenarbeiten, will mit Chotyn ebenfalls eine Partnerschaft eingehen. Zu dritt suchen unsere Stadtverwaltungen nun einen Termin, für die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden“, ergänzt Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) gegenüber dem Lokal-Report.. „Die Feierlichkeiten dafür sollen in Zagan stattfinden.“ Möglicherweise wird sich auch Teltows Partnerstadt Ahlen beteiligen; „Dann hätten wir ein richtiges Partnerschaft-Kleeblatt“, hofft Schmidt. Dabei solle es dann in erster Linie um konkrete Hilfe gehen, etwa bei der Anschaffung von Stromgeneratoren oder eines Schulbusses. Für das Fahrzeug bestehen bereits konkrete Pläne: „Die Stadt Teltow wird zusammen mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark dem Unternehmen Regiobus ein Fahrzeug abkaufen und es der Stadtverwaltung Chotyn für Schülertransporte und andere dringende Aufgaben zur Verfügung stellen.“ Hier zeige sich der Vorteil einer Städtepartnerschaft, denn die Unterstützung komme direkt ans Ziel.

Chotyn, nur ein wenig kleiner als Teltow, hat dies dringend nötig: das Städtchen versorgt rund 7.000 Binnenflüchtlinge aus den umkämpften oder besetzten Teilen des Landes, die im relativ sicheren Westen des Landes Schutz vor den Kämpfen und russischen Angriffen suchen. „Aber auch Chotyn ist nicht sicher“, berichtet Schröder über Teltows künftige Partnerstadt. So leide die Stadt beispielsweise unter den Angriffen Russlands auf die Energieinfrastruktur, und die Staumauer, die den Fluss Dnister in der Nähe der Stadt zu einem See staue, sei ebenfalls beschossen worden. „Wir planen daher in absehbarer Zeit keinen Besuch, denn die gesamte Ukraine gilt als Kriegsland“, blickt Schmidt in die Zukunft. Dennoch seien bereits persönliche Begegnungen im Gespräch: „Wir denken beispielsweise an einen Schüleraustausch oder ein Fußballturnier mit Kindern und Jugendlichen aus Chotyn“, beschreibt der Bürgermeister erste Pläne. ph

Titelbild: Wikimedia Commons

Dieser Beitrag ist erstmalig im Lokal-Report 01/2023 erschienen.